Fußballerisch gereifter FC Gütersloh scheitert an gnadenlos effektiven Gästen  Beste Heimleistung reicht nicht 

Gütersloh (WB). Erfolg wird im Fußball nur über Tore und Punkte definiert. Da Westfalia Rhynern vier Tore schoss und der FC Gütersloh lediglich eins, entführte der Tabellendritte der Oberliga Westfalen daher auf dem Papier auch völlig verdient alle drei Zähler aus dem Heidewald.

Von Dirk Heidemann, Wolfgang Wotke(Foto)
Die nächste Vollversammlung im Strafraum von Westfalia Rhynern, die nächste vergebene Chance des FC Gütersloh. Die auf dem Papier deftige 1:4-Heimniederlage spiegelt die wahren Kräfteverhältnisse im Heidewald nicht wieder, der FCG ist die bessere Mannschaft.
Die nächste Vollversammlung im Strafraum von Westfalia Rhynern, die nächste vergebene Chance des FC Gütersloh. Die auf dem Papier deftige 1:4-Heimniederlage spiegelt die wahren Kräfteverhältnisse im Heidewald nicht wieder, der FCG ist die bessere Mannschaft.

 Doch das Resultat, das 1:4 (1:1) bedeutete für den FCG die zweite Heimniederlage in Folge, spiegelte nicht einmal annähernd den Spielverlauf am Ostermontag wieder. »Ich weiß nicht, warum wir verloren haben«, ging es Trainer Heiko Bonan wie den meisten der nur 410 Zuschauer. Alle waren irgendwie ratlos. 1:0 durch den frühen Treffer von Vadim Thomas (4.) geführt, anschließend das Geschehen kontrolliert, Rhynern aus einer sehr guten Ordnung heraus zur Bedeutungslosigkeit verurteilt und fußballerisch die beste Partie unter Bonan abgeliefert. 8:0 Ecken herausgearbeitet, zahlreiche Chancen kreiert – und letztlich doch an den gnadenlos effektiven Gästen gescheitert. Rhynern nutzte dicke Fehler der Gütersloher aus, schoss viermal aufs Tor und traf viermal.

 Ein »blöder Freistoß« (Bonan) sorgte kurz vor der Pause (44.) für das höchst schmeichelhafte 1:1, eine Unordnung in der Hintermannschaft das FCG kurz nach der Pause führte zum 1:2 (49.). In der Folge warfen die Hausherren alles nach vorne, brachten mit Lars Schröder sowie Nico Schürmann zwei weitere Stürmer und Marc Birkenhake kam nur fünf Wochen nach einer Meniskusoperation zu seinem Comeback. All das nutzte nichts, weil Lars Beuckmann (53.), Schröder (71./77./86.), Thomas (74.) und Fatih Gürer (86.) klarste Gelegenheiten ausließen, während Rhynern seine wenigen Vorstöße nutzen konnte. »Wir sind am Drücker und werden dann zweimal für unkonzentriertes Verhalten abgewatscht«, sagte Heiko Bonan zu den Gegentreffern Nummer drei und vier.

 Allzu frustriert war der Ex-Profi allerdings nicht, denn die Formkurve zeigte gestern deutlich nach oben. »Fußballerisch haben wir vieles besser gemacht als in anderen Spielen, wo gepunktet wurde oder die wie sogar gewonnen haben«, sagte Bonan, der seine Mannschaft unter Wert geschlagen sah: »Wir haben einen riesigen Aufwand betrieben, die Tore aber zu billig kassiert. Das ist eben der Unterschied zu einer Spitzenmannschaft wie Rhynern, die in der Tabelle oben mitspielt.« Der FCG muss nun allerdings aufpassen, dass er nicht noch einmal richtig in Abstiegsgefahr gerät. Nur noch vier Zähler beträgt der Rückstand auf einen möglichen Abstiegsplatz, die nächsten Gegner heißen Stadtlohn (der Tabellen-sechste verlor überraschend in Herne) sowie »Netto-Tabellenführer« RW Ahlen.

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