PSV-Tischtennisteam jetzt Landesligist – Schon vierter Aufstieg in sechs Jahren  Die Post geht ab! 

Rietberg/Gütersloh (WB). Mit Tröten, Sirenen und Transparenten rückt der zahlreich angereiste Anhang des Post SV Gütersloh zum »Bezirksliga-Endspiel« bei der TTSG Rietberg-Neuenkirchen an. Und eine halbe Stunde vor Mitternacht dürfen die Fans so richtig jubeln: Die »Postler« haben sich ein 8:8-Remis erkämpft. Der Punkt reicht – der PSV wird zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte demnächst in der Landesliga schmettern. Glückwunsch!

Von Uwe Caspar
Komm' in meine Arme! Björn Brust (links), für den es nicht so gut lief, feiert begeistert seinen Mitstreiter Mario Nagel, der für den Post SV Gütersloh den wichtigen achten Punkt gegen die TTSG Rietberg-Neuenkirchen holt.
Komm' in meine Arme! Björn Brust (links), für den es nicht so gut lief, feiert begeistert seinen Mitstreiter Mario Nagel, der für den Post SV Gütersloh den wichtigen achten Punkt gegen die TTSG Rietberg-Neuenkirchen holt.

 »Das ist bereits unser vierter Aufstieg in sechs Jahren«, strahlt Abteilungsleiter Darius Jakubowski. Bitter für die Rietberger: Weil der direkte Vergleich, den der TTSG für sich entschieden hat (Hinspiel 9:5), nicht mehr zählt, bleibt ihnen aufgrund der klar schlechteren Spieledifferenz der direkte Sprung in die Landesliga verwehrt. Aber ihnen bietet sich noch die (letzte) Chance, durch die Relegations-Hintertür dem Post SV in die nächsthöhere Klasse zu folgen. Aufsteigen wird auf jeden Fall der TTSG-Trainer. »Im Sommer werde ich das Präsidentenamt im Westdeutschen Tischtennis-Verband übernehmen«, berichtet der bisherige WTTV-Vize am Rande des packenden Plattenkrimis, der rund 80 Zuschauer anlockt.

 Zwar hat Bonen sein Team mit den erst 13-jährigen, hochtalentierten Zwillingen Paul und Jakob Reinkemeier am Mittwochabend gut eingestellt. Doch die Gäste befolgen konsequent das Motto auf dem Plakat, das ihr Anhänger Oliver Springer mitgebracht hat: Als »kämpferisch, stur und hartnäckig« erweisen sich die Gütersloher auch bei ihrem Match des Jahres, bei dem viele Partien auf des Messers Schneide stehen. Für den entscheidenden achten Punkt sorgt schließlich der nervenstarke Mario Nagel, der nach seinem Einzelsieg über Thomas Sevic (3:1) Rietbergs Routinier Andreas Krampe ebenfalls mit 3:1 in die Knie zwingt. Danach wird Nagel von seinen Mitstreitern begeistert gefeiert. Die Post geht ab!

 Da kann auch Björn Brust, der als einziger alle vier Aufstiege mitgemacht hat, wieder lachen. Brust erwischt einen ganz miserablen Tag, verliert seine Soloauftritte gegen Florian Bökenkamp und Ulrich Thol (54) – letzterer verzieht wie die einstige deutsche Tischtennislegende Eberhard »Pokerface« Schöler keine Miene an der Platte – sogar deutlich. »Ausgerechnet heute habe ich nur Schrott gespielt und zum ersten Mal beide Einzel vergeigt«, ächzt Brust. Ihm kann selbst sein extra aus Bad Driburg herbei geeilter Kumpel Romeo Solfato nicht helfen, der sich als Mannschaftsbetreuer zur Verfügung gestellt hat.

 Dafür indes kann der gebürtige Italiener, mit TuS Bad Driburg gerade in die Verbandsliga aufgestiegen, Andre Gelse gute Tipps geben. Der hat nur im dritten Satz große Probleme mit Paul Reinkemeier, gewinnt hauchdünn mit 17:15. Rietbergs Youngster ist danach völlig entnervt, gibt den vierten Satz nahezu widerstandslos mit 3:11 ab. Wütend und mit Tränen verlässt »Pauli« die Halle, um seinen Frust abzureagieren.

 Gegangen ist inzwischen auch Post-Akteur Andre Galka, weil er pünktlich am Flughafen sein will: Urlaub auf Fuerteventura. Im Gegensatz zu Paul Reinkemeier verabschiedet sich Galka in bester Laune. Mit zwei Einzelsiegen (jeweils 3:1 gegen Thol und Florian Bökenkamp) legt er den Grundstein zum Remis, das eigentlich keines ist. Denn für die »Postler« war's ein Sieg und für die Hausherren eine Niederlage.

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