Fußball-Regionalliga: SC Verl erwartet am Samstag die SG Wattenscheid – Schonlau zufrieden, Schmidt fällt aus  Golombek sieht Reifeprozess bestätigt 

Verl (WB). Drei Viertel der Saison sind für den SC Verl in der Regionalliga West mit dem Heimspiel gegen die SG Wattenscheid 09 am Samstag (14 Uhr) gelaufen. Die Formkurve zeigt nach oben: Hat die Nummer eins im Fußballkreis Gütersloh in der Hinrunde nach acht Spielen neun Punkte und 10:8 Treffer erzielt, hat sie sich im Vergleichszeitraum der Rückrunde (13 Zähler, 18:8 Tore) noch einmal gesteigert.

Von Christian Bröder
Auf die Dienste von Julian Schmidt (Mitte) wird der Fußball-Regionalligist SC Verl gegen die SG Wattenscheid am Samstag vorsichtshalber verzichten. Den Kapitän plagen Leistenprobleme, zwei Tage hat er nicht mittrainiert.
Auf die Dienste von Julian Schmidt (Mitte) wird der Fußball-Regionalligist SC Verl gegen die SG Wattenscheid am Samstag vorsichtshalber verzichten. Den Kapitän plagen Leistenprobleme, zwei Tage hat er nicht mittrainiert.

 »Das sind Zahlen für Leute hinterm Schreibtisch, aber ich bin Fußballer. Mir geht es um die sichtbare Entwicklung. Gegen Siegen haben wir zuletzt ein Scheißspiel gehabt. Der Platz ist tief, das Publikum gewöhnungsbedürftig und der Gegner nicht aufs Spielen aus gewesen. Zudem hatten wir die Englische Woche in den Beinen – und trotzdem haben wir gewonnen. Wir müssen nicht immer Traumfußball spielen, können aber trotzdem erfolgreich sein«, führt Trainer Andreas Golombek (46) das 2:0 vom vergangenen Samstag als Indiz für den Reifeprozess an, den sein Team seit dem Saisonbeginn gemacht hat.

 Ein Musterbeispiel dafür stellt der vom SC Paderborn ausgeliehene Sebastian Schonlau (20) da, der in Siegen seinen sechsten Startelf-Einsatz bekommen hat. »Für mich hat er den größten Schritt gemacht. Ich würde ihn auch liebend gern über den Sommer hinaus behalten, aber das ist alles in der Schwebe«, sagt Trainer Golombek über den jungen Warburger, der bei einem Abstieg aus der Bundesliga möglicherweise zum SCP zurückkehren wird. Schonlau selbst zeigt sich mit seinem Saisonverlauf zufrieden: »Natürlich muss man auf seine Chance warten, aber in der Rückrunde läuft es für mich ganz gut – auch für die Mannschaft. Nur bei den Spielen in Gladbach und gegen Rödinghausen wäre mehr drin gewesen.«

 Gemeinsam mit Matthias Haeder hat Schonlau zuletzt gegen die hochgewachsene Siegener Abwehr als bewegliche Doppelspitze in einem 4-4-2-System agiert. Ob es gegen die Wattenscheider erneut dazu kommt, ist fraglich. Trainer Andreas Golombek stellt sich gegen den Ex-Bundesligisten, für den er zwischen 1994 und 1996 selbst 61 Partien absolviert hat, auf harte Gegenwehr ein. »Wattenscheid ist nicht mehr die Mannschaft wie vor einem halben Jahr. Sie hatten auch ein paar Pflegefälle, die Farat Toku aber in den Griff bekommen hat. Eines steht fest: Sie werden bei uns nicht ins offene Messer laufen«, sagt Golombek über den Rang-14., der zuletzt sein Heimspiel gegen Rödinghausen mit 2:1 gewonnen hat. Dem SCV-Trainer steht bis auf den Langzeitverletzten Mario Bertram (Patellasehne) fast das gesamte Personal zur Verfügung. Einzig Kapitän Julian Schmidt, der mit Leistenproblemen zwei Tage nicht trainiert hat, wird vorsichtshalber geschont.

 Beim Gegner kann Trainer Farat Toku (34) wieder auf den rotgesperrten Burat Kaplan zurückgreifen. Seit der gelernte Zahntechniker das Amt im Dezember 2014 übernommen hat, ist in Wattenscheid das Siegerlächeln zurückgekehrt. In bisher sieben Rückrundenpartien hat die SGW zehn Punkte geholt. Auch hier zeigt die Formkurve nach oben...

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