FSV Gütersloh siegt durch Theiß' Jokertreffer – 1. FC Lübars verzichtet auf Erstliga-Lizenz  Tür zur 1. Liga bleibt geöffnet 

Rheda-Wiedenbrück (WB). Der FSV Gütersloh hält sich in der 2. Frauen-Bundesliga alle Optionen um einen möglichen Aufstieg in die 1. Liga offen. Rein sportlich betrachtet ist das 1:0 (0:0) gegen Schlusslicht Magdeburger FFC zwar keine Offenbarung, es bedeutet gestern aber immerhin den zehnten Saisonsieg. Bereits am Samstag hat FSV-Geschäftsführer Michael Horstkötter die formelle Bewerbung für das Oberhaus auf den Weg gebracht. Passend dazu gibt es gestern Abend noch eine Kunde aus Berlin.

Von Christian Bröder
Die ballführende Shpresa Aradini und Spielführerin Marina Hermes (rechts) bleiben mit dem FSV Gütersloh im Aufstiegsrennen zur 1. Bundesliga. Schlusslicht Magdeburg wird gestern in der Tönnies-Arena mit 1:0 bezwungen.
Die ballführende Shpresa Aradini und Spielführerin Marina Hermes (rechts) bleiben mit dem FSV Gütersloh im Aufstiegsrennen zur 1. Bundesliga. Schlusslicht Magdeburg wird gestern in der Tönnies-Arena mit 1:0 bezwungen. Foto: Wolfgang Wotke

 »Die kompletten Lizenzierungsanträge für die 1. und 2. Bundesliga habe ich nach Frankfurt geschickt – per Express«, lässt der 51-Jährige gestern Nachmittag in der Tönnies-Arena wissen. Da ist bereits klar, dass die Tür zur 1. Liga weiter geöffnet bleibt, weil die Elf von Trainer Ralf Lietz (48) das Schlusslicht Magdeburg soeben vor 220 Zuschauern durch ein spätes Jokertor von Angel Theiß (86.) mit 1:0 geschlagen hat.

Chance auf den Aufsteig hat sich deutlich erhöht

 Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner weiß: Die Chance auf einen Aufstieg hat sich sogar noch einmal deutlich erhöht, da Tabellenführer 1. FC Lübars auf einen Erstliga-Lizenzantrag verzichtet. »Wir müssen unseren Mädels leider mitteilen, dass die finanzielle Unterstützung dafür nicht gegeben ist, wir es alleine nicht stemmen können und wir somit in der 2. Liga bleiben werden«, erklärt FCL-Vorsitzender Michael Reinke (59) gestern Abend gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. Von der vom Vorstand getroffenen Entscheidung will der Berliner Verein, dem zuletzt mehrere Großsponsoren abgesprungen sind, seine Spielerinnen am heutigen Montag unterrichten. Ist Lübars auch am Saisonende Erster, wird Rang zwei zum Aufstiegsplatz. Diesen hat derzeit mit 32 Punkten der SV Meppen (1:0 gegen Leipzig) besetzt, zu dem der FSV als Dritter (31) aber in Schlagdistanz steht.

 Gegen den sieglosen Letzten Magdeburg erlebt die Elf von Ralf Lietz die wohl schwerste Geburt der Saison. »Der Gegner hat auf dem Platz überhaupt nicht erkennen lassen, wo er in der Tabelle steht«, erklärt der FSV-Coach. Seine Elf tut sich nach in dieser Saison bisher zwei deutlichen Siegen (6:2 in der Liga, 9:1 im DFB-Pokal) diesmal gegen die im 4-4-1-1-System massiv verteidigenden Gäste jedoch lange sehr schwer. Sie kassiert sogar einen Pfostentreffer durch Anne Bartke (7.). Nach einer Reihe von Distanzschüssen geht's mit 0:0 in die Pause. »Uns ist sicher auch die Muffe gegangen«, erklärt Lietz. Dann beweist er jedoch ein goldenes Händchen, und die eingewechselte Angel Anni Theiß bei einer der wenigen von Anfang bis Ende durchdachten Aktionen den richtigen Riecher. Birgitta Schmücker wird mit einem langen Pass auf der linken Seite bedient, treibt den Ball und hebt den Kopf. Mit Übersicht spielt sie einen gut getimten Flachpass durch den FFC-Strafraum, den die eingewechselte Theiß an der rechten Torecke mitsamt ihrer Gegenspielerin Jacqueline Cruz über die Linie grätscht. Die 17-Jährige ist zum richtigen Zeitpunkt zur Stelle.

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