SC Verl kassiert Pleite beim neuen Spitzenreiter – Alle fünf Tore fallen durch Standards Freistoß-Flops im »Fohlenstall« 

Mönchengladbach- Rheydt (WB). Bei ruhenden Bällen ist es mit der Ruhe vorbei! Die leidige Geschichte vom SC Verl und seiner Standard-Schwäche hat am Mittwochabend ihr nächstes Kapitel erlebt. Bei Borussia Mönchengladbachs U23 kassieren die Ostwestfalen trotz aufopferungsvollem Kampf durch zwei direkt verwandelte Freistöße (27./44.) und einen Foulelfmeter ein 2:3 (1:2), das den Hausherren zum Sprung an die Tabellenspitze der Regionalliga West verhilft.

Von Christian Bröder
Das 1:1 in der 27. Minute: Der Verler Schlussmann Sebastian Lange hat gestern Abend im Rheydter Grenzlandstadion gleich zweimal bei Freistößen von Borussia Mönchengladbachs U23 des Nachsehen. Beide Male trifft Kevin Holzweiler.
Das 1:1 in der 27. Minute: Der Verler Schlussmann Sebastian Lange hat gestern Abend im Rheydter Grenzlandstadion gleich zweimal bei Freistößen von Borussia Mönchengladbachs U23 des Nachsehen. Beide Male trifft Kevin Holzweiler.

 Es ist Gladbachs neunter Sieg in Serie – die Elf von Ex-Profi Sven Demandt (50) bejubelt ihn allerdings auch deshalb, weil er lange auf Messers Schneide steht. »Die feiern doch jetzt, als wären sie Deutscher Meister. Gegen jede andere Mannschaft der Liga hätten wir heute Abend gewonnen«, hebt Verls Trainer Andreas Golombek (46) die eigene Leistung hervor. Seine gegenüber dem 5:0 gegen Uerdingen nur auf einer Position geänderte Anfangself (Patrick Plucinski spielt für den gelb-gesperrten Julian Schmidt) legt einen Blitzstart hin. Nach etwas mehr als einer Minute bejubelt Schwarz-Weiß den Freistoß-Hammer von Ex-Gladbacher Fabian Großeschallau zum 1:0 (2.) – sein zweites Saisontor. »Die hat er gestern noch im Training geübt«, freut sich Golombek. Seine Elf zieht sich nun zurück und hat durch Hamadi Al Ghaddioui noch zwei Möglichkeiten (23./35.).

Auch Gladbach kann es aus der Distanz

 Doch auch Gladbach kann's aus der Distanz. Jetzt wird der kleinste Spieler auf dem Rasen des Rheydter Grenzlandstadions vor 340 Zuschauern zum Riesen der ersten Hälfte: Kevin Holzweiler, mit 1,64 Meter das Pony im »Fohlenstall«, setzt zwei Freistöße direkt in die Maschen des Verler Tores (27./44.) – allerdings unter tatkräftiger Mithilfe von SCV-Schlussmann Sebastian Lange. »Die muss er beide haben«, legt sich Präsident Raimund Bertels fest. Auch Trainer Golombek sagt zu den Freistoß-Flops: »Da sieht er nicht gut aus.«

 Dieser Satz trifft anfangs der zweiten Hälfte zunächst auf den SCV zu, der vor der mit fünf Minuten Verspätung angepfiffenen Nachholpartie lange in einem Stau auf der A46 steckt. Er wirkt nun schwerfüßig, während die kleinen »Fohlen« galoppieren und Chancen durch Schulz (49.), Zimmermann (52.) und Pisano (53.) haben. Nach einer erneuten Verler Drangphase bricht die starke Schlussviertelstunde an. Zunächst wird Verls Joker Sebastian Schonlau von Malte Berauer gefoult. Den Strafstoß nutzt Al Ghaddioui zum 2:2 (77.). Schließlich zeigt Schiri Waschitzki erneut auf den Punkt, weil Patrick Plucinski Gladbachs Marlon Ritter rüde foult. »Er kommt leider ein wenig zu spät. Ein klarer Elfer«, befindet auch SCV-Coach Golombek. Ritter muss mit einer Schienbeinverletzung raus, Bilal Sezer trifft vom Punkt zum 3:2 (83.).

 Bitter: Wieder sitzen drei Standards! Es sind mittlerweile 13 Gegentore nach ruhenden Bällen, die der SC Verl in der Saison kassiert hat – diesmal trifft er allerdings auch zweimal. »Wir haben dem neuen Tabellenführer lange Zeit Paroli geboten. Es gibt nicht viele Teams, die hier so auftreten«, bilanziert Andreas Golombek. Auf seine Mannschaft wartet am Samstag das nächste Auswärtsspiel (14 Uhr). Bei den Sportfreunden Siegen findet dann die Englische Woche ihr Ende.

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