FSV Gütersloh gelingt trotz Unterzahl überzeugender Auswärtssieg – Lizenzantrag zur 1. Liga ist wieder Thema  Werder zu zehnt niedergekämpft 

Bremen/Gütersloh (WB). An der Weser hat sich der FSV Gütersloh einen richtig dicken Fisch geangelt: Beim mitgehandelten Titelanwärter Werder Bremen revanchiert sich die Elf von Ralf Lietz gestern Nachmittag mit 1:0 (1:0) für das 2:4 im Hinspiel. Zwar agieren die Ostwestfälinnen nach einer Gelb-Roten Karte gegen Melanie Ott mehr als 25 Minuten in Unterzahl. Durch eine kämpferische Bravourleistung zappelt aber der neunte Saisonsieg im Netz.

Von Christian Bröder
Auf dem tiefen, zuvor arg strapazierten Rasen von Platz 12 liefern sich der FSV Gütersloh und Werder Bremen gestern Nachmittag einen Fight mit harten Bandagen. U17-Europameisterin Nina Ehegötz (links) wird in dieser Szene von Michelle Ulbrich verfolgt.
Auf dem tiefen, zuvor arg strapazierten Rasen von Platz 12 liefern sich der FSV Gütersloh und Werder Bremen gestern Nachmittag einen Fight mit harten Bandagen. U17-Europameisterin Nina Ehegötz (links) wird in dieser Szene von Michelle Ulbrich verfolgt.

 Dieser spült die kühlen Hanseatinnen um Trainerin Chadia Freyhat mit 25 Punkten runter auf Tabellenplatz vier, zu dem die auf Rang drei vorgerückten Gütersloherinnen (28) nunmehr drei Zähler Vorsprung haben. Auf »Platz 12« im Schatten des Weserstadions finden beide Teams gestern kaum zumutbare Bedingungen vor. »Der Rasen hatte eine glatte Sechs verdient. Vor uns haben dort noch die A-Jugend-Bundesligateams von Werder und vom HSV gespielt. Die haben den Platz auf links gedreht«, ärgert sich Lietz. Umso mehr freut sich der 48-Jährige, der seine Startelf taktisch und personell umbaut, dass gegen die beste Offensive der 2. Liga (40 Tore) alle Änderungen greifen.

 »Wir wussten um unsere eigene Offensivstärke und wollten Werder etwas entgegensetzen«, so Lietz, der unter anderem Stürmerin Birgitta Schmücker als Linksverteidigerin aufbietet. Für die kurzfristig erkrankte Wiebke Tepe rotiert Pia Lange in die Innenverteidigung und Josephine Giard weicht für Marie Pollmann aus der ersten Elf. Dass die 25-Jährige wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte ist, zeigt sie bei der feinen Einzelleistung zum 1:0 (25.). Auf dem tiefen Boden entwickelt sich danach eine überwiegend vom Kampf geprägte Partie. Schiechtl (27.) und König (45.) vergeben Werder-Chancen, Ott (55.) und Ehegötz (62.) Gütersloher Möglichkeiten. Kurz darauf foult die bereits verwarnte Melanie Ott in Höhe der Mittellinie Pia Wolter und muss mit Gelb-Rot vorzeitig duschen (65.). Auch in Unterzahl bleibt der FSV auf Augenhöhe, übersteht Angriffe durch König (71.) sowie Ex-Gütersloherin Goddard (90.+3) und fährt verdient drei Punkte ein. »Das war von allen durch die Bank weg eine starke Leistung«, lobt Ralf Lietz.

 Da der Abstand zu Spitzenreiter Lübars (6:1 in Magdeburg) nur vier Punkte beträgt und Gütersloh zudem ein vielversprechendes Restprogramm hat, in dem die dicken Brocken aus Lübars (1.), Meppen (2.) und Potsdam (5.) allesamt noch in der Tönnies-Arena antreten, ist der Zulassungsantrag für die 1. Bundesliga zur Saison 2015/2016 wieder Thema. »Wir haben in Bremen verdient gewonnen und es ist alles möglich. Aus meiner Sicht sollten wir die Lizenz beantragen. Die Unterlagen müssen bis zum 16. März in Frankfurt eingereicht werden«, sagt Geschäftsführer Michael Horstkötter. In einer Sitzung von Vorstand und Aufsichtsrat heute Abend, in der auch über den Etat für die neue Spielzeit debattiert wird, sollen die Führung-Gremieren grünes Licht geben.

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