Für Sportkommentator Marco Hagemann aus Gütersloh ist sein Nationalelf-Job Wahnsinn  »Jogi Löw nimmt sich Zeit« 

München/Kreis Gütersloh (WB). Dass TV-Moderator Markus Lanz gleich zu Beginn seiner Talkshow ein bisher gut gehütetes Geheimnis lüftet, nimmt Marco Hagemann (38) am Donnerstag mit Humor. Schließlich hat es dem in Gütersloh geborenen Sportkommentator nicht geschadet, dass er einst mal statt von der coolen Gang des HSV versehentlich von der coolen Gangbang des HSV gesprochen hat.

Von Christian Bröder
Der in Gütersloh geborene Sportjournalist Marco Hagemann (von links) bildet mit Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann und Moderator Norbert König das Fußball-Fachtrio des TV-Senders RTL zur EM-Qualifikation.
Der in Gütersloh geborene Sportjournalist Marco Hagemann (von links) bildet mit Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann und Moderator Norbert König das Fußball-Fachtrio des TV-Senders RTL zur EM-Qualifikation.

Der leicht schlüpfrige Versprecher, von dem Mittwochnacht im ZDF 1,09 Millionen Zuschauer (12,4 Prozent Marktanteil) erfahren, gehört sowieso längst der Vergangenheit an. Mittlerweile ist der in München lebende, bekennende BVB-Fan erfolgreich in Sachen deutsche Nationalmannschaft unterwegs. Seit seinem Traumeinstand am 7. September 2014, als er das 2:1 des Weltmeisters über die Schotten in Dortmund kommentiert hat, begleitet Hagemann für RTL die Qualispiele zur Europameisterschaft.

»Die deutsche Nationalelf zu kommentieren und mit ihr den Weg zur EM zu erleben, das ist schon der Wahnsinn. Du lernst sie kennen, allen voran den Trainer. Jogi Löw nimmt sich auch Zeit für ein Gespräch. Es ist eine absolute Ehre und Herausforderung«, sagt der Fußball-Fachmann, der mit Moderator Florian König sowie Experte Jens Lehmann das EM-Dreigestirn des Kölner Senders bildet. Dabei betrachtet er sich selbst als begleitendes Element. »Priorität genießt das Fußballspiel und dabei ist jede Partie der Nationalelf eine besondere«, erzählt der Mann hinterm Mikro, der immer noch familiäre Kontakte nach Ostwestfalen hat. Seine Mutter wohnt in Bielefeld, sein Patenkind lebt in Schloß Holte-Stukenbrock, wo er einst selbst beim VfB die Stollenschuhe in der Landesliga geschnürt hat.

1982 ist es um ihn geschehen - in Dortmund

In die große Welt des runden Leders ist er mit sechs Jahren eingetaucht. Als 1982 im Westfalenstadion das Borussen-Duell zwischen Dortmund und Mönchengladbach verfolgt, ist es um ihn geschehen. »Das Erlebnis war großartig. Darauf bin ich hängengeblieben«, schwärmt Hagemann. Einer der schwarz-gelben Helden von damals ist Michael Schulz, der am Mittwoch auch bei Lanz über »das Millionengeschäft dahinter« plaudert. »Michael und ich kennen uns schon länger. Wir haben im vergangenen Jahr während der WM sogar zufällig den Urlaub in der Türkei zusammen verbracht«, erzählt der smarte Sportjournalist, der einst für Sky und DSF sowie in jungen Jahren auch das WESTFALEN-BLATT gearbeitet hat.

Statt über die Helden der Kreisliga zu schreiben, redet der Ostwestfale heute über waschechte Weltmeister. Am 29. März steht für ihn das nächste EM-Qualispiel an, wenn Jogi Löw & Co. in Georgien antreten. Vorher reist er in der kommenden Woche nach Portugal, wo er für Eurosport den Algarve-Cup der Frauennationalelf kommentiert. Sonne, Sand und Fußball – Marco Hagemann hat seinen Traumjob gefunden. Einen Herzenswunsch hat er dennoch: »Einmal ein EM- oder WM-Finale kommentieren – das wär's. . .«

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