Günter Eichberg spricht bei Markus Lanz über Verträge mit Dollar-Zeichen und einer Frau im blauen Bademantel »Sauberer Rausschmiss vom Präses« 

Gütersloh/Hamburg (WB). Die Show gehört Günter Eichberg und Peter Neururer. Nach dem Champions-League-Achtelfinal-Hinspiel zwischen Schalke 04 und Real Madrid ist der Gütersloher im ZDF bei Markus Lanz zu Gast. Thema Nummer eins ist die Trainerentlassung im November 1990.

Von Rene Wenzel
Der Gütersloher Günter Eichberg (Vierter von links) ist am Mittwochabend in der Talkshow von Markus Lanz (links) zu Gast. Die Talkrunde in Hamburg besetzen zudem (von links) Lothar Matthäus, Janine Kunze, Peter Neururer und Mario Kotaska.
Der Gütersloher Günter Eichberg (Vierter von links) ist am Mittwochabend in der Talkshow von Markus Lanz (links) zu Gast. Die Talkrunde in Hamburg besetzen zudem (von links) Lothar Matthäus, Janine Kunze, Peter Neururer und Mario Kotaska.

Erstmals treffen Eichberg und Neururer bei einem Spiel zwischen Schalke 04 und Alemannia Aachen aufeinander. Der Gütersloher bekleidet seit Januar 1989 den Posten als Präsident des Revierklubs, Neururer coacht indes die Alemannen im zweiten Jahr. »Am heimischen Tivoli gewannen wir 2:1. Während der Pressekonferenz erinnerte ich mich an die Worte von Horst Franz (begann seine Trainerkarriere bei DJK Gütersloh, Anm. d. Red.). Vor gut einem Jahr verabschiedete er mich mal in meiner ersten Phase in der Trainertätigkeit mit der Frage: ›Machen Sie das eigentlich Hauptberuflich?‹ Ich musste schlucken und habe mich dann revanchiert«, berichtet Neururer. Die Trainerlegende stellt die gleiche Frage – das kommt besonders bei Präsident Eichberg gut an.

Zwei Tage später wird Horst Franz entlassen, Peter Neururer tritt die Nachfolge an. Und das auf kuriose Art und Weise. »Mitten in der Nacht – kurz vor zwölf – ging das Telefon. Präses Eichberg war am Apparat und wollte sich sofort mit mir treffen«, erzählt der 59-Jährige. Der einst als »Peter der Große« gefeierte Neururer macht sich schnell auf den Weg in Richtung Düsseldorf. Doch Eichberg ist noch nicht Zuhause. »Präses' damalige Lebensgefährtin öffnete mir gut gekleidet – im blauen Bademantel – die Tür«, sagt Neururer. Eine knappe Stunde später folgt der Gütersloher, der dann den gebürtigen Marler mit einem »super Vertrag« ausstattet. »Ich war mir sicher, dass das der richtige Trainer für uns in diesem Schlamassel war«, so Eichberg.

Obwohl der neue Coach die Blau-Weißen zurück zur alten Stärke führt, wird er nach knapp zwei Jahren entlassen. »Es gibt bisher zwei verschiedene Geschichten«, sagt Moderator Markus Lanz noch zu Beginn der Sendung. Im Hamburger ZDF-Studio sind sich dann die beiden aber einig. Der »Sonnenkönig« – »Er wurde so genannt, weil er wieder ein klein wenig Sonne auf Schalke einfließen lassen hat«, sagt Neururer – klärt auf: »Der Wunsch von Herrn Neururer und bestimmten Leuten unseres Verwaltungsrates war, den Vertrag um zwei Jahre auch für die zweite Liga zu verlängern. Ich wollte ihm nur einen Vertrag für die Bundesliga geben. Peter Neururer hat dann ständig seine Wünsche wiederholt, auch bei einem Nichtaufstieg weiter Trainer zu sein. Ich fühlte mich unter Druck gesetzt und war mir nicht sicher.« Peter Neururer macht in der Talkrunde deutlich: »Es war ein sauberer Rausschmiss und wir können uns in die Augen gucken. Es hat mir persönlich aber sehr weh getan.«

Moderator Markus Lanz spricht Eichberg aber nicht nur auf die legendäre Trainerentlassung an. Der frühere Schalke-Präsident erlebt mit Radmilo Mihajlovic ein Vertragsgespräch der besonderen Sorte. »Es ging um zwei Millionen D-Mark«, flüstert Lothar Matthäus in Richtung Markus Lanz. »Keine üblichen Zweitliga-Summen«, sagt Neururer. Dass es dann noch teurer wird, sieht Eichberg erst wenig später. »Der Spieler hat einfach ein Dollar-Zeichen vor die Summe gesetzt und unterschrieben. Ich habe es nicht gemerkt und nur gesehen: Er hat unterschrieben. Bei näherem Betrachten habe ich es erst festgestellt. Ich habe dann aus meinem Privatvermögen die Ablöse an Bayern München gezahlt und auch die Vertragskosten«, berichtet Eichberg, der die ZDF-Sendung mit seinen Anekdoten belebt hat.

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