Matthias Christ hört nach fünf Jahren als Jugendtrainer bei der TSG Harsewinkel auf Trennung nach Zerwürfnis

Harsewinkel (WB). Einer der höchstrangigsten Handballtrainer im Kreis Gütersloh ist vom Sommer an wieder auf dem Markt: A-Lizenz-Inhaber Matthias Christ (63), Trainer der in der Oberliga spielenden Harsewinkeler B-Jugend, beendet zum Saisonende sein Engagement. Ebenso hört Co-Trainer Willi Höltermann auf. Während TSG-Abteilungsleiter Burkhard Schlee-Borren bereits einen Nachfolger sucht, sind beide Seiten über die Gründe der Trennung unterschiedlicher Auffassung.

Von Christian Bröder
Ein Erfolgsgespann: Trainer Matthias Christ (links) und sein Co Willi Höltermann haben die B-Jugend der TSG Harsewinkel in die Oberliga geführt. Am Saisonende hören beide auf.
Ein Erfolgsgespann: Trainer Matthias Christ (links) und sein Co Willi Höltermann haben die B-Jugend der TSG Harsewinkel in die Oberliga geführt. Am Saisonende hören beide auf.

 Seit einigen Tagen schlägt die Nachricht im Gästebuch auf der Vereins-Homepage hohe Wellen. Immerhin ist Christ seit der D-Jugend und satten fünf Jahren für die jetzigen ambitionierten 14- bis 16-Jährigen zuständig. Unter ihm ist der B1-Jugend als erster Mannschaft aus der Region der Aufstieg in die eingleisige Oberliga gelungen. Dort ist die kleine TSG aktuell »zwar nur« Schlusslicht (7:21 Punkte). Dafür darf sie sich aber mit dem Nachwuchs der Bundesligaklubs aus Minden, Nettelstedt und Lemgo messen. Vom kommenden September werden die jetzigen B-Junioren zum Großteil den ersten Jahrgang der neuen A-Jugend bilden. Damit besteht für sie auch die Möglichkeit, vom Doppelspielrecht gebrauchen zu machen. Heißt: Neben ihrem Einsatz in der Jugend können die Akteure auch bei den Senioren eingesetzt werden, was gleichermaßen beliebt wie umstritten ist.

 »Einige Vereine nutzen es heutzutage aus, um ihre erste, zweite, oder dritte Reserve aufzufüllen. Ursprünglich ist es aber mal eingeführt worden, um talentierte Jugendliche an eine erste Mannschaft heranzuführen. Ich wehre mich vehement dagegen, dass Jugendliche zu früh ihr Doppelspielrecht bekommen, denn ich möchte, dass sie altersgerecht eingesetzt werden. Senioren können sie noch spielen, wenn sie 60 sind«, erklärt Matthias Christ. Der Trainer, der während seiner früheren Jugendarbeit beim TV Isselhorst auch schon seine Söhne Philipp (heutiger Coach der HSG Gütersloh) und Stefan sowie Tochter Julia an den Handballsport herangeführt hat, befürchtet nun, dass seine jetzigen Jugendlichen vom Herbst an vielfach im Harsewinkeler Seniorenbereich zum Einsatz kommen. Dass sie dabei möglicherweise auch »verheizt« werden und der A-Jugend selbst nicht mehr im ausreichenden Maße zur Verfügung stehen könnten. »Ich habe klipp und klar gesagt, dass ich nicht mehr weitermache, wenn das so gemacht wird«, begründet Christ, der von 1987 bis 1992 bereits die Harsewinkeler Frauen gecoacht hat, den Hintergrund für die Trennung.

 Verwundert zeigt sich der Harsewinkeler Handball-Abteilungsleiter Schlee-Borren, schließlich werde bei der TSG laut seiner Auslegung »das Doppelspielrecht per Vorstandsbeschluss nur zum Zwecke der Förderung und nicht zum Auffüllen von Lücken« genutzt. Seiner Ansicht nach sollen vielmehr atmosphärische Störungen zwischen Trainer Christ und den Jugendspielern für die jetzigen Vorkommnisse gesorgt haben. So hätte es von mehreren Seiten, unter anderem Spielern und Eltern, die Bitte gegeben, »sich die Situation in der B1-Jugend anzuschauen«, so Schlee-Borren. Dieser ist Fachwart Heiner Obermeyer nachgekommen, der mit 14 Spielern des 18-köpfigen Kaders am Dienstag gesprochen hat. Am Tag danach hat Christ schriftlich seine Kündigung zum Saisonende am 22. März eingereicht.

 Die TSG Harsewinkel hat mittlerweile einen möglichen Nachfolge-Kandidaten per Probetraining in Augenschein genommen, ein zweiter folgt in Kürze. Und Matthias Christ ist derweil vom Sommer an wieder offen für neue Aufgaben: »Ich gedenke nicht, mich schon aufs Altenteil zu legen...«

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