FSV Gütersloh macht Jugendtrainer im Sommer zum Chefcoach – Sportlicher Leiter kommt  Franz-Pohlmann wird befördert 

Kreis Gütersloh (WB). Bei seinem Gerüst für die neue Saison setzt der FSV Gütersloh auf einen 34 Jahre alten Dachdecker aus Sassenberg. Der derzeitige B-Jugendcoach Christian Franz-Pohlmann wird mit Beginn der Saison 2015/2016 neuer Trainer des Frauenfußball-Zweitligisten und damit Nachfolger des im Sommer scheidenden Ralf Lietz. Das haben die Vereinsverantwortlichen in einer Marathon-Sitzung am Montag beschlossen.

Von Christian Bröder
Geschäftsführer Michael Horstkötter (rechts) hat sich für ihn ausgesprochen und alle anderen Offiziellen des FSV Gütersloh auch: Christian Franz-Pohlmann, hier beim Jubel über den Einzug der B-Juniorinnen ins DM-Endspiel im Mai 2013, wird im Sommer neuer Trainer beim Zweitligisten.
Geschäftsführer Michael Horstkötter (rechts) hat sich für ihn ausgesprochen und alle anderen Offiziellen des FSV Gütersloh auch: Christian Franz-Pohlmann, hier beim Jubel über den Einzug der B-Juniorinnen ins DM-Endspiel im Mai 2013, wird im Sommer neuer Trainer beim Zweitligisten.

Von 20 bis kurz nach 0 Uhr – etwas länger als vier Stunden beraten Aufsichtsrat, Vorstand und Geschäftsführung des FSV Gütersloh über die Ernennung des neuen Trainers. Schließlich fällt das Votum im VIP-Raum der Tönnies-Arena einstimmig aus. Christian Franz-Pohlmann wird mit einem Vertrag über drei Jahre Laufzeit bis zum 30. Juni 2018 zum Chefcoach der ersten Mannschaft befördert. »Wir sind stolz darauf, dass wir die Besetzung der Position des Trainers mit Christian aus dem Verein heraus vornehmen konnten. Er ist unsere 1A-Lösung«, bekräftigt Geschäftsführer Michael Horstkötter gestern, mit der internen zwar eine kostengünstige, aber keine Zweck-Lösung gefunden zu haben.

Dass ein Duo die Nachfolge von Lietz (48) antritt, wie es zuletzt gerüchteweise hieß, ist damit nicht gänzlich vom Tisch. So teilt der FSV Gütersloh gestern Nachmittag in einer Pressemeldung auch mit, dass sein sportliches Konzept zudem die Besetzung der Position eines Sportlichen Leiters ab 2015/2016 beinhalte. Ob es sich dabei – wie kolportiert – um den Bielefelder Mark Oliver »Mo« Stricker handelt, der noch bis zum Sommer einen gültigen Vertrag beim VfL Wolfsburg besitzt, will gestern von Klubseite niemand bestätigen. Dort heißt es: »Hier befindet sich der Verein aktuell noch in sehr aussichtsreichen Gesprächen.«

Fest steht: Zwei Personen kümmern sich in Zukunft um die Geschicke. Mit Christian Franz-Pohlmann ist die eine gefunden. »Er macht das Training. Der andere will neue Strukturen schaffen«, erklärt Geschäftsführer Michael Horstkötter. Schließlich habe er nach wie vor das Ziel 1. Bundesliga vor Augen. »Es gilt, eine Mannschaft aufzubauen, die es schafft, nicht direkt wieder abzusteigen«, so der 51-Jährige.

Gemeinsam mit dem damaligen Aufsichtsrat-Mitglied Meinolf Liedmeier hat er Christian Franz-Pohlmann im Sommer 2011 zum FSV gelotst. Dreimal hat der 34-Jährige seitdem die B1-Juniorinnen in die Endrunde der Deutschen Meisterschaft geführt. Ein Qualitätsnachweis, der ihm nun den Aufstieg in den Seniorenbereich ermöglicht hat. »Ich freue mich riesig, dass mir der Verein das Vertrauen ausgesprochen hat. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass man in diesem Klub nicht nur als Spielerin sondern auch als Trainer eine gewisse Perspektive hat«, erklärt »CFP«, dessen Nachfolge wohl seine aktuelle Co-Trainerin Jacqueline Dünker antreten wird. Für seine zukünftige Aufgabe hat er kurz-, mittel- und langfristige Ziele. Franz-Pohlmann: »Wichtig ist es als erstes Mal, dass wir eine Truppe zusammenbekommen, die Euphorie entfacht.«

Mit den dafür nötigen Kaderplanungs-Gesprächen wollen Franz-Pohlmann und Michael Horstkötter in Kürze starten. Zudem will der FSV Gütersloh auch mit Co-Trainerin Britta Hainke und Torwarttrainer Markus Pilot verlängern. Beide sollen ihre grundsätzliche Bereitschaft signalisiert haben. Für Klub-Boss Sebastian Kmoch ist bei der bereits geklärten Trainernachfolge mit Christian Franz-Pohlmann die Ideallösung herausgekommen: »Er hat Fußball im Blut und lebt den FSV.«

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