Rot-Weiß Mastholtes Urgestein Reinhard Walter erhält die nur selten verliehene DFB-Verdienstnadel  »Stopper« ein vorbildlicher Funktionär 

Rietberg-Mastholte (WB). Als Hermann Korfmacher seine Laudatio für einen Moment unterbricht, erheben sich die rund 100 anwesenden Mitglieder von Rot-Weiß Mastholte beifallklatschend von ihren Plätzen. Sie huldigen dem Mann im roten Pullover: Standing Ovations für den sichtlich überraschten und gerührten Reinhard Walter, der kurz darauf vom Chef des Westdeutschen und Westfälischen Fußballverbandes die nur selten verliehene DFB-Verdienstnadel überreicht bekommt.

Von Uwe Caspar
Hohe Auszeichnung für Reinhard Walter: Hermann Korfmacher (rechts), Chef des Westdeutschen und Westfälischen Fußballverbandes, und Kreisvorsitzender Reinhard Mainka (links) haben für den Funktionär die DFB-Verdienstnadel mitgebracht.
Hohe Auszeichnung für Reinhard Walter: Hermann Korfmacher (rechts), Chef des Westdeutschen und Westfälischen Fußballverbandes, und Kreisvorsitzender Reinhard Mainka (links) haben für den Funktionär die DFB-Verdienstnadel mitgebracht.

 »Eigentlich wollte ich mit der kleinen Unterbrechung für Ruhe sorgen. Doch mit der Ruhe ist es erst mal vorbei«, schmunzelt Korfmacher angesichts der spontanen Applauswoge auf der RWM-Jahreshauptversammlung im Saal der Domschenke für den vorbildlichen Vereinsfunktionär, der als junger Kicker den Spitznamen »Stopper« verpasst bekommen hat. »Über den Stopper der Nation der 80er-Jahre, nämlich Karlheinz Förster, spricht man kaum noch. Über den Stopper von Rot-Weiß Mastholte umso mehr«, würdigt der frühere DFB-Vize (»Ich soll Ihnen herzliche Grüße von unserem Präsidenten Wolfgang Niersbach bestellen«) Walters langjährige Verdienste sowohl im sportlichen als auch im beruflichen Bereich. Als Kriminalkommissar habe er sich ebenfalls immer für andere eingesetzt. »Wann spielst Du mal im ›Tatort‹ mit?«, fragt ihn Hermann Korfmacher scherzend.

 Der bereits im Vorjahr mit der Verbandsehrennadel in Silber ausgezeichnete Walter, so der Ehrengast aus Gütersloh, würde beständiges Engagement vorleben. Das sei umso wertvoller, weil es den Vereinen immer schwerer falle, ehrenamtliche Mitarbeiter zu gewinnen. Das Ehrenamt drohe auszusterben. »Karrieren wie die von Reinhard Walter wird es in naher Zukunft nicht mehr geben«, befürchtet Korfmacher. Umso erfreulicher sei es, dass Rot-Weiß gegen den Trend wachse. So kann Vorsitzender Dietmar Wiek im Rahmen der Versammlung in Anja Kraft das 1500. Vereinsmitglied begrüßen, und zwei weitere sind inzwischen dazugekommen.

 Dennoch schaut Wiek nicht ganz sorgenfrei in die Zukunft. Die Ganztagsschule, die den Sportvereinen immer weniger Spielraum lasse, fordere auch von RWM ein Umdenken. »Wir dürfen uns aber nicht ducken, sonder müssen das Problem gemeinsam mit den Schulen angehen«, betont Dietmar Wiek. Hermann Korfmacher nickt zustimmend mit dem Kopf. Er mache sich aber zumindest um RWM weniger Sorgen , »weil hier noch mit der Basisarbeit ein Kleinod gehegt und gepflegt wird«.

 Und die Mitgliederzahlen schießen weiter nach oben – gegenüber dem Vorjahr hat es weitere 63 Beitritte geben. Wobei die Breitensportabteilung mit 510 Mitgliedern die größte des Dorfklubs ist. »Sie ist unsere Lokomotive, hat die anderen Abteilungen etwas abgehängt«, merkt »Lokführer« Dietmar Wiek an. Dahinter folgen die Sparten Fußball (403), Handball (317), Tennis (73), Tischtennis (73) und Gesamtverein (72). Auch die Finanzen stimmen. Rot-Weiß, so berichtet der 2. Geschäftsführer Gottfried Walter, würde über ein Guthaben von 17547 Euro verfügen.

 Weil die große rot-weiße Sportlerfamilie bestens harmoniert, gehen die Vorstandswahlen reibungslos und flott über die Bühne. Vorsitzender bleibt Dietmar Wiek, 3. Vorsitzende Resi Buschkröger, 2. Geschäftsführer Gottfried Walter, 2. Schriftführer Jörn Frensemeier, 1. Beisitzer Florian Giesecke-Uellner, 3. Beisitzer Jürgen Schlepphorst und 5. Beisitzer Oliver Brinkhaus. Neue Kassenprüferin: Claudia Heckemeier. »Wir sind ein eingespieltes Vorstandsteam«, bekräftigt der einstimmig wiedergewählte Wiek.

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