Fußball-Regionalligist SC Verl gewinnt letzten Test – Robert Mainka trifft in 89. Minute  2:1 gegen Spitzenreiter HSV 

Rheda-Wiedenbrück (WB). Die Verantwortungsträger beim SC Verl dürften sich am Samstag veranlasst gefühlt haben, über eine Umgruppierung in die Regionalliga Nord nachzudenken. Dort würden sich womöglich um den Titel mitspielen. Zu diesem (zugegeben etwas fantasievollen) Schluss kann man nach dem 2:1 (1:1) kommen, mit dem der Tabellensechste des Fußball-Westen den Nord-Spitzenreiter Hamburger SV U23 in der Tönnies-Arena besiegt hat.

Von Christian Bröder, Wolfgang Wotke(Fotos)
Der Hamburger Maskenmann Nico Charrier lässt sich am Samstag auch durch SCV-Kapitän Julian Schmidt nicht bremsen und erzielt in der Tönnies-Arena das 1:0 (20.) für die Gäste. Den Rückstand gleicht sechs Minuten später Daniel Mikic (rechts) mit dem Treffer zum 1:1 aus.
Der Hamburger Maskenmann Nico Charrier lässt sich am Samstag auch durch SCV-Kapitän Julian Schmidt nicht bremsen und erzielt in der Tönnies-Arena das 1:0 (20.) für die Gäste. Den Rückstand gleicht sechs Minuten später Daniel Mikic (rechts) mit dem Treffer zum 1:1 aus.

 Realistisch betrachtet hat ein Testspiel natürlich wenig Aussagekraft hinlänglich der Kräfteverhältnisse zwischen den deutschen Viertliga-Staffeln. Gleichwohl liefert der Erfolg im dritten und letzten Vorbereitungsspiel für Verls Trainer Andreas Golombek im Hinblick auf den Rückrundenstart am Samstag (14 Uhr) bei Borussia Mönchengladbachs U23 andere wichtige Erkenntnisse: »Ich denke, wir sind gut vorbereitet auf Gladbach. Es war ein ordentlicher Test und ein schönes Spiel. Wir hätten nur mehr Tore machen können. Allerdings ist Hamburg auch sehr stark besetzt gewesen. Da ist der eine oder andere bei, der auf dem Sprung in den Bundesligakader ist.«

 Zum Beispiel der ballsichere Philipp Sven Müller, der »Maskenmann« Nico Charrier mit seinem finalen Zuspiel aus der Mitte das frühe 1:0 (8./Schuss ins linke Eck) für den HSV ermöglicht. Mit beeindruckend sicheren Pass-Kombinationen überbrücken die Gäste dabei im Eiltempo vom eigenen bis in den gegnerischen Sechzehner.

 Die Talente von HSV-Coach Daniel Petrowsky, für dessen Mannschaft ebenfalls am Samstag mit dem Derby beim FC St. Pauli die zweite Saisonhälfte beginnt, deuten einige Male ihr Potenzial an. Einigen von ihnen winkt der Profikader. »Drei Spieler von uns haben sich gerade oben festgespielt, acht waren in der Vorbereitung dabei«, sagt Petrowsky, der mit dem Sprung in die 3. Liga (»Der Verein würde es uns ermöglichen«) liebäugelt.

 Die Verler, bei denen Trainer Golombek die derzeit aussichtsreichsten Startelf-Kandidaten für Mönchengladbach aufbietet und Rückkehrer Friedrich Bömer Schulte nicht im 18er-Kader auftaucht, zeigen sich ihrerseits unbeeindruckt. Zunächst vergibt Jannik Schröder per Kopfball die Ausgleichschance (23.), ehe Daniel Mikic am rechten Pfosten auf Zuspiel des an der Grundlinie gut nachsetzenden Hamadi Al Ghaddioui das 1:1 (26.) gelingt. Schröder lässt danach in der Partie, die beiderseitig mit hoher Geschwindigkeit und Spielwitz geführt wird, eine weitere Gelegenheit zur Führung (29./starke Vorbereitung durch Matthias Haeder) aus.

 Überwiegend bedingt durch die vielen Wechsel verflacht die zweite Hälfte, die mit einem Pfostentreffer von HSV-Akteur Müller beginnt (47.) und in der allein Simon Engelmann drei hochkarätige Verler Chancen auslässt (49./71./73.), zusehends. Zwei Wechsel lohnen sich aus Verler Sicht jedoch: Nach einer Kopfballverlängerung des in der 68. Minute gebrachten Nico Hecker taucht der zehn Minuten später eingewechselte Robert Mainka allein vor HSV-Keeper Brunst auf und erzielt mit einem harten Flachschuss ins linke Eck das 2:1 (89.). Dass der späte Sieg gegen den Spitzenreiter aus dem Norden nicht höher ausfällt, »beruhigt« SCV-Kapitän Julian Schmidt: »So ist das ganz gut. Da bleiben alle auf dem Teppich...«

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