SC Wiedenbrück will mit Änderung des Vereinsnamens seine Identität stärken – Vorstand und Beirat bestätigt  Fingerzeig! Die 2000 verschwindet 

Rheda-Wiedenbrück (WB). Ein kleines Detail sorgt dafür, dass es den Sport-Club Wiedenbrück 2000 vom Sommer an in seiner jetzigen Form nicht mehr geben wird. Die Zahl im Vereinsnamen, sie steht für das Jahr der Fusionierung, soll ein für allemal verschwinden. Dafür haben gestern Abend das Vorstands-Quartett und die rund 80 Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Jägerheim einstimmig votiert. Um 19.47 Uhr steht fest: Vom 1. Juli an gibt es offiziell nur noch den SC Wiedenbrück.

Von Christian Bröder
Im Vorstand bleibt alles beim Alten, der Vereinsname ändert sich aber: Alexander Brentrup (2. von rechts) verdeckt mit dem Zeigefinger schon einmal die 2000 im Vereinslogo. Das gefällt auch Bernd Lübbert (von links), Burckhard Kramer und Christian Brentrup.
Im Vorstand bleibt alles beim Alten, der Vereinsname ändert sich aber: Alexander Brentrup (2. von rechts) verdeckt mit dem Zeigefinger schon einmal die 2000 im Vereinslogo. Das gefällt auch Bernd Lübbert (von links), Burckhard Kramer und Christian Brentrup.

 Das Aus der 2000: Dass durch die Umbenennung nun möglicherweise ein anstrengender Verwaltungsaufwand – mit Änderung im Vereinsregister, Verbands-Verständigungen und Neu-Beantragungen von Spielerpässen – anfällt, nehmen die Verantwortlichen gerne in Kauf. Ihnen geht es vor allem um den Fingerzeig. Nämlich darum, auf die Tradition des Wiedenbrücker Fußballs hinzuweisen und die eigene Identität zu bekräftigen.

Lange Historie

 »Wir sind auf Auswärtsfahrten oft gefragt worden, weshalb wir die 2000 im Namen tragen. Mir persönlich hat es eh nie gefallen. Das sieht nach einem Retortenverein aus. Und weshalb sollten wir uns ob unserer Historie schämen?«, fragt Vorstandsmitglied Alexander Brentrup. Zeitgeschichtlich sind die beiden Fusionsklubs Westfalia (1934/35 in der Bezirksliga OWL) und DJK Eintracht Wiedenbrück (in den 90er Jahren überkreislich aktiv) nämlich immerhin schon wesentlich früher in Erscheinung getreten als im Jahr, wo aus ihnen der SC Wiedenbrück 2000 wurde.

 Während der Name nun bald filigran verkürzt daherkommt, bleibt die Führungsetage in voller Mannstärke für zwei weitere Jahre im Amt. Burckhard Kramer (71), Alexander Brentrup (52), Christian Brentrup (48) und Bernd Lübbert (48) bilden bei zwei Enthaltungen für eine weitere Amtsperiode den vierköpfigen Vorstand des insgesamt 1013 Mitglieder starken Klubs. Vor zwei Jahren hat er es noch auf 1060 Vereinszugehörige (Rückgang von fünf Prozent) gebracht.

 Mit 804 Mitgliedern bilden die Fußballer die größte Abteilung, die mit ihrer Regionalliga-Mannschaft nach »einem ganz fürchterlichen Jahr« für Vorstandsmitglied Burckhard Kramer nun auf dem richtigen Weg sei. Großen Anteil würden daran vor allem Trainer Alfons Beckstedde und sein Assistent Dirk Flock tragen, mit denen man derzeit über Vertragsverlängerungen spreche. »Ich denke, dass das Thema in den nächsten 14 Tagen erledigt sein wird«, so Burckhard Kramer weiter.

Kooperations-Gespräche

 Der Großsponsor weist gestern zudem darauf hin, dass sich der SCW nach einem Kapazitätsproblem im vergangenen Jahr – eine zweite B-Jugend-Mannschaft und eine zweite Frauenmannschaft konnten mangels Platzmöglichkeiten nicht aufgenommen werden – nun in Kooperations-Gesprächen mit RW St. Vit befindet.

 Aus der mit 114 Mitgliedern zweitstärksten Abteilung wird Tischtennis-Youngster Luc Lange geehrt, da er mit elf Jahren und einigen Titeln (Platz sechs bei der Westdeutschen Rangliste unter 1250 Vereinen) für Bernd Lübbert »auf den Spuren von Timo Boll wandelt«. Tischtennis-Boss Wolfgang Swonke beschäftigt sich derweil augenzwinkernd mit den Abstiegssorgen von gleich drei Teams: »Ich werde immer gefragt, wieviel Punkte habt ihr? Und dann antworte ich: Wieso Plural?«

 Das zurückliegende Geschäftsjahr vom 1. Juli 2013 bis zum 30. Juni 2014 hat der SC Wiedenbrück bei Einnahmen von 1954365 Euro mit einem Bilanzgewinn von 30145 Euro abgeschlossen. Auf der Aktiv- und Passivseite standen jeweils 1256000 Euro. Die Verbindlichkeiten lagen 555000 Euro, wovon 502000 Euro durch Sponsoren-Darlehen abgedeckt sind.

 Die Kassenprüfer Dr. Michael Reinker und Hermann Seeber sind gestern Abend ebenso einstimmig für zwei Jahre wiedergewählt worden wie der Beirat um den Vorsitzenden Horst Pflüger. Ihm gehören zudem Georg Effertz, Friedhelm Linnemann, Wolfgang Loske, Klaus Küppers, Wolfgang Swonke und Ulrich Wagener an.

 Der SC Wiedenbrück ehrt gestern Abend noch einige langjährige Mitglieder. Mehr darüber lesen Sie in der Freitagsausgabe.

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