Trikot-Partner-Aktion »215 in 2015« soll 46.225 Euro in die Kasse des FC Gütersloh spülen  Stolz die Skyline auf der Brust 

Gütersloh (WB). Alles begann mit einem Brief. Anonym und ohne Marke auf dem Umschlag lag das handgeschriebene Schriftstück im Kasten des Firmensitzes von Andre Niermann an der Henry-Ford-Straße. Zunächst war der Präsident des FC Gütersloh skeptisch. Handelt es sich vielleicht sogar um einen Drohbrief?

Von Dirk Heidemann
Bürgermeisterin Maria Unger (von links), Kulturdezernent Andreas Kimpel und Andre Niermann, 1. Vorsitzender des FC Gütersloh, präsentieren das neue Trikot des Fußball-Oberligisten. Künftig ziert die Skyline der Dalkestadt die Brust des Fußball-Oberligisten.
Bürgermeisterin Maria Unger (von links), Kulturdezernent Andreas Kimpel und Andre Niermann, 1. Vorsitzender des FC Gütersloh, präsentieren das neue Trikot des Fußball-Oberligisten. Künftig ziert die Skyline der Dalkestadt die Brust des Fußball-Oberligisten. Foto: Carsten Borgmeier

 Die Angst war unbegründet. Vielmehr wandte sich ein Fan des Fußball-Oberligisten mit der Idee an den 1. Vorsitzenden des Vereins, nach dem Modell des VfL Osnabrück viele kleine Gönner für ein Trikotsponsoring beim heimischen Fünftligisten zu begeistern. Das Ergebnis wurde gestern auf einer Pressekonferenz im Gasthaus Roggenkamp präsentiert.

 Im Beisein von Bürgermeisterin Maria Unger und Kulturdezernent Andreas Kimpel präsentierte Niermann das neue Jersey, auf dem die Skyline von Gütersloh zu erkennen ist. Mit der Aktion »215 in 2015« sollen nun 215 Geldgeber gefunden werden, die für ein Jahr eine Trikot-Partnerschaft in Höhe von 215 Euro übernehmen. Die Klein-Sponsoren – Einzelpersonen oder auch Gruppen – werden sich namentlich auf einer Partnerwand auf der Vereins-Homepage im Internet wiederfinden, zudem soll im Stadion eine entsprechende Tafel angebracht werden.

 »Wenn sich der Verein auf einen einzelnen Trikotsponsor verlässt, dann strauchelt er irgendwann wieder. Es ist sicherer, wenn sich mehrere kleinere Sponsoren beteiligen«, sagt Andre Niermann, der den Klub mit der Einnahme in ruhiges Fahrwasser bringen will. Aktuell habe der FCG bereits zehn Prozent an »Buchungen« für die Trikotbrust erreicht, ohne speziell dafür geworben zu haben.

 »Finanziell haben wir im laufenden Etat nach hinten alles dicht gemacht, da brennt nichts mehr an. Aber vorne ist noch eine Lücke, die wir sukzessiv schließen wollen, damit wir am Saisonende sauber sind«, ergänzt der »Präsi«, der sich sportlich eine Tabellenplatzierung zwischen Rang drei und sechs erhofft, die die Qualifikation für den Westfalenpokal-Wettbewerb bedeuten würde. Ex-Trainer Holger Wortmann, der Anfang Oktober seinen Rücktritt erklärt hatte, weint Niermann angesichts des sportlichen Aufschwungs unter Heiko Bonan keine Träne nach: »Ich nehme es Holger nicht übel, was da passiert ist. Für uns war es nur gut.«

 Gut findet auch Maria Unger die Aktion des Vereins, der immer noch ein weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannter Werbeträger ist. »Herr Niermann hat mir und Herrn Kottmann die Sache sehr sympathisch vorgestellt. Der FCG gehört zu Gütersloh und es ist dem Verein nur zu wünschen, dass er bald wieder höher spielt und Erfolg hat«, sagt die Bürgermeisterin, die betont, dass die Stadt im Gleichklang der Vereine die Aktion nur ideell und nicht finanziell begleite.

 Andreas Kimpel erklärt, dass die Unterstützung der Stadt Gütersloh keineswegs im Zusammenhang mit den geplanten Sanierungsmaßnahmen im Heidewaldstadion zusammenhänge. »Die Stadt steht genau so zum Heidewald wie zum FCG, das gehört in die Perlenschnur. Politisch sind die Pflöcke gesetzt und perspektivisch lässt sich klar sagen: Das Heidewaldstadion ist wichtig für die Stadt und hat auch eine Zukunft«, so der Kulturdezernent.

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