Beim 21. Hallenturnier des SC Wiedenbrück verzichten die Organisatoren bewusst auf Futsal-Elemente  Bande und »echter Ball« bleiben 

Rheda-Wiedenbrück (WB). 2015 ist im Hallenfußball ein Übergangsjahr, spätestens 2016 soll nur noch nach Futsal-Regeln gespielt werden dürfen. Dieser Umstand sorgt beim SC Wiedenbrück für die Gemütslage eines Spielers beim Eigentor. »Wir sind ein Fußballverein und kein Futsalverein«, ereifert sich Volker Kemper. Der Organisator vom 21. Hallenturnier des Regionalligisten hat es sogar Schwarz auf Weiß, dass beim Hohenfelder-Cup am Wochenende Budenzauber im herkömmlichen Sinn geboten werden darf.

Von Christian Bröder
Der SV Spexard, für den Ilja Nepke in dieser Szene aus dem Vorjahr beim Siebenmeterschießen gegen Regionalligist SC Verl vom Punkt aus trifft, geht als Titelverteidiger beim Hohenfelder-Cup ins Rennen. Am Wochenende läuft die 21. Auflage des Turniers.
Der SV Spexard, für den Ilja Nepke in dieser Szene aus dem Vorjahr beim Siebenmeterschießen gegen Regionalligist SC Verl vom Punkt aus trifft, geht als Titelverteidiger beim Hohenfelder-Cup ins Rennen. Am Wochenende läuft die 21. Auflage des Turniers.

 »Solange wir das Turnier nach alten Regeln durchführen können, werden wir das auch tun. Wir spielen weiterhin mit Bande und einem echten Ball«, erklärt Kemper. Er hat sich vom Kreisvorsitzenden Reinhard Mainka sogar eine schriftliche Legitimierung eingeholt. Laut DFB-Beschluss gilt bei offiziellen Wettbewerben unterm Dach ab nächstes Jahr nur noch das Reglement der offiziellen Hallenfußball-Variante der Fifa: Dabei wird unter anderem mit einem sprungreduzierten Ball gespielt. Auf Handballtore. Ohne Banden. Mit Netto-Spielzeit und Vier-Sekunden-Regel. Daran sollen sich Vereine und Spieler in diesem Jahr schon gewöhnen. Doch der SC Wiedenbrück spielt da nicht mit – muss er auch nicht, da der Hohenfelder-Cup keine offizielle Kreis- oder Stadtmeisterschaft ist.

 Gleichwohl stellen die 16 Klubs des bestbesetzten Turniers im Kreis Gütersloh ein hochrangiges Teilnehmerfeld: Mit Gastgeber SC Wiedenbrück und dem SC Verl gehen in der Sporthalle der Kreisberufsschulen (Am Sandberg) von Samstagmittag an traditionell die beiden heimischen Regionalligisten an den Start. Zudem sind es Klubs aus der Oberliga (1), Westfalenliga (2), Landesliga (4), Bezirks- (4) und Kreisliga A (2), die sich am Samstag (13 Uhr) und in der Endrunde am Sonntag (13 Uhr) um insgesamt 1875 Euro an Preisgeldern streiten. Zwar haben mit SV Avenwedde und Delbrücker SC zwei Teilnehmer aus dem Vorjahr abgesagt. Mit Kreisligist Blau-Weiß Gütersloh begrüßt Turnierleiter Hans-Dieter Paschköwitz dafür einen Debütanten.

 Gastgeber SC Wiedenbrück, der im Vorjahr das Finale gegen Landesligist SV Spexard mit 3:5 nach Siebenmeterschießen verloren hat, will erneut ins Endspiel gelangen. »Im Vordergrund steht aber die Meisterschaft«, sagt Trainer Alfons Beckstedde. Er schickt ein Aufgebot mit acht Feldspielern und zwei Torhütern ins Rennen, das sich ausschließlich aus dem Regionalligakader zusammensetzt.

 Beim SC Verl übernimmt Co-Trainer Andreas Pavkovic wie im Vorjahr den Job von Andreas Golombek. Er bietet ein Team auf, zu dem mit Haralambos Makridis, Patrick Choroba und Oliver Hett drei A-Junioren mit Perspektive zählen. »Sie haben gute Chancen, in der nächsten Saison oben mitzumachen«, erklärt »Paffi«. Nicht dabei ist der frisch vermählte Julian Schmidt, der seiner Frau Ligia am 31. Dezember in Münster das Ja-Wort gegeben hat.

 Heiko Bonan und dem FC Gütersloh passt das Turnier vor dem offiziellen Trainingsauftakt am 12. Januar nur bedingt in den Kram. »Es kommt ein bisschen zu früh. Ohne Grundfitness wird auf hohem Niveau gespielt, das ist happig«, erklärt der FCG-Coach, der die Betreuung in der Halle seinem Assistenten Dirk van der Ven (»Man hat ja nicht nur Co-Trainer zum Hütchenaufstellen«) überlässt. Die drei Neuzugänge Alex Schiller, Philippe Soehte und René Kargels sind noch nicht spielberechtigt. Schauen sie dennoch vorbei, können sie sich an der Tombola beteiligen: 5000 Lose sollen in Umlauf gebracht werden, 2000 Preise warten.

 Wenig preisverdächtig findet Volker Kemper die Veränderungen im Hallenfußball. Er stellt aber auch klar: »Es ist sicher nicht alles schlecht vom Futsal. Das Ahnden von Grätschen finde ich zum Beispiel sehr gut.« Deshalb soll am Turniertag gemeinsam mit den Schiedsrichtern entschieden werden, ob zumindest diese Regel übernommen werden soll – und weitere sinnvolle Leitlinien. Ansonsten bleibt alles beim Alten. Neben dem »echten Ball« pocht der SCW vor allem auf die Bande. Immerhin sind fast 20000 Euro investiert und spezielle Bohrungen in der Halle vorgenommen worden, um die Werbebanden für das Turnier zu installieren. »Außerdem haben die Sponsoren im vergangenen Jahr dafür Fünf-Jahres-Verträge unterzeichnet«, klärt Volker Kemper auf.

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