Wie bei Miss Sophie: 31. Gütersloher Silvesterlauf bietet die gleiche Prozedur wie im Vorjahr – Petros ist Favorit  Vorm nächsten »Run for One« 

Gütersloh (WB). The same procedure as last year? Freddie Frintons Kultfrage aus »Dinner for One« würden die Teilnehmer des läuferischen Jahresabschluss in Gütersloh wohl mit einem kräftigen Nicken beantworten. Der 31. Silvesterlauf des Post SV bietet am Mittwoch einmal mehr dieselbe, bewährte Prozedur »as every year«. Zehn Kilometer laufen, in den Rhedaer Forst und zurück. Danach beherzt in einen der 1300 georderten Berliner beißen und im Kreis der Läuferfamilie das alte Jahr verabschieden.

Von Christian Bröder
Nochmal so wie im Vorjahr? Allein auf weiter Flur sprintet der Äthiopier Amanal Petros im vergangenen Jahr beim Gütersloher Silvesterlauf auf dem Kamphof dem Ziel entgegen. Auch am Mittwoch geht der 19-Jährige vom TSVE Bielefeld über die zehn Kilometer ins Rhedaer Forst und zurück als Favorit ins Rennen.
Nochmal so wie im Vorjahr? Allein auf weiter Flur sprintet der Äthiopier Amanal Petros im vergangenen Jahr beim Gütersloher Silvesterlauf auf dem Kamphof dem Ziel entgegen. Auch am Mittwoch geht der 19-Jährige vom TSVE Bielefeld über die zehn Kilometer ins Rhedaer Forst und zurück als Favorit ins Rennen.

 »Im Grunde genommen ist es fast schon eine Kopie des Vorjahres. Genau das macht unseren Lauf aber aus. Er lebt von der Beständigkeit und minimalen Veränderungen«, sagt Heribert Flötotto, 1. Vorsitzender des ausrichtenden Vereins. Etwas argwöhnisch betrachtet der 59-Jährige noch die Wetteraussichten, denn mit ihnen steht und fällt die Resonanz. Wolken, ein bis drei Grad und ein Niederschlagsrisiko von 60 Prozent bieten keinen Anlass für große Euphorie. »Gut, wir haben schon Schlimmeres erlebt. Vor fünf Jahren beim Blitzeis sind aber immerhin noch 800 Läufer dabei gewesen«, blickt Flötotto zurück. Zu Rekordzeiten des Klassikers über Stock und Stein, der diesmal erstmalig als Wald- und Crosslauf deklariert stattfindet, haben vor 15 Jahren fast 1450 Teilnehmer gefinisht. Im vergangenen Jahr sind es 1229 Zielläufer gewesen. »2013 war es ideal – sonnig, nicht zu warm oder zu kalt. Das wird jetzt anders, aber so um die 1000 Leute sind immer drin« , sagt Flötotto, der sich über 200 Voranmeldungen freut.

 Einer von ihnen will abermals dafür sorgen, dass ein Hauch von Miss Sophie am Kamphof weht – eben dasselbe wie im letzten Jahr. 2013 hat der Äthiopier Amanal Petros vom TSVE Bielefeld die zehn Kilometer in 31:00 Minuten ebenso am schnellsten zurückgelegt wie im Jahr zuvor (32:11 Minuten). Auch diesmal ist der 19-jährige, jahresschnellste U20-Jugendliche Deutschlands wieder dabei und der große Favorit. Vorm »Dinner for One« winkt somit in Gütersloh der »Run for One«! Die zehn Kilometer des Wiedenbrücker Christkindllaufes hat Petros jedenfalls Anfang Dezember in der Rekordzeit von 30:18 Minuten zurückgelegt. Kann er somit vielleicht sogar die 22 Jahre alte Silvesterlauf-Rekordmarke von Burkhard Wrenger (30:42 Minuten) in Gefahr bringen? »Ich fände es sicher gut. Amanal ist derzeit der einzige, der am Rekord kratzen könnte. Er hat ein riesiges Talent. Aber die Bestmarke ist halt auch ein Uralt-Rekord und auf der Straße ist es zudem leichter zu laufen als im Gelände«, ist Heribert Flötotto eher vorsichtig, wenn es um eine neue Topzeit auf der nicht amtlich vermessenen Strecke geht.

 Zum Kreis der Anwärter, die es Petros streitig machen könnten, als Erste das von Hansi Müller initiierte Siegerfeuerwerk zu erleben, zählt bei den Männern auch Philipp Kaldewei vom LV Oelde. Mit 34:53 Minuten hat er im Vorjahr allerdings fast vier Minuten Rückstand auf Sieger Petros gehabt. Die viermalige Sieger Ingmar Lundström (42, DJK Gütersloh) verbringt derweil einen Urlaub im hohen Norden und geht beim Silvesterlauf in Emden an den Start, während der achtmalige Hermannslauf-Gewinner Elias Sansar (LG Lage-Detmold) seine Saison nach dem Sieg beim Rietberger Adventslauf beendet hat.

 Bei den Frauen ist noch offen, ob Rekordhalterin Caroline Hoyte aus Brighton (35:14 Minuten im Jahr 1998) erneut auf Familienbesuch in der Dalkestadt ist und ihren Vorjahres-Erfolg (36:45 Minuten) wiederholen kann. Wohl nicht mit dabei ist die dreimalige Siegerin Ilona Pfeiffer, die zwar zuletzt am Weihnachtscross in Borgholzhausen teilgenommen, aber immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat. »Ich hoffe ein wenig auf unsere eigenen Läuferinnen«, setzt Post-SV-Boss Heribert Flötotto auf die DJKlerinnen Michelle Rannacher, Melanie Genrich und Magdalene Przybilla.

www.post-sv-gt.de

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