FSV Gütersloh im DFB-Pokal-Viertelfinale krasser Außenseiter – In Freiburg geht es auch um 16000 Euro  »Unbequem in Erinnerung bleiben« 

Gütersloh (WB). Zum vierten Mal in seiner Vereinsgeschichte versucht der FSV Gütersloh das Halbfinale um den DFB-Pokal zu erreichen. Doch vor dem Frauenfußball-Zweitligisten steht an diesem Sonntag (11 Uhr) eine Mammutaufgabe. Beim Erstliga-Siebten SC Freiburg ist der FSV nur krasser Außenseiter.

Von Dirk Heidemann
Beim letzten Aufeinandertreffen mit dem SC Freiburg ging es am 24. Februar 2013 noch um Punkte. In der Tönnies-Arena siegten die Gäste vor 191 Zuschauern mit 4:1. Hier erzielt Sonja Giraud unter Beobachtung von (von links) Rebecca Granz, Marion Gröbner, Anne van Bonn, Birgitta Schmücker und Mirte Roelvink das 3:1.
Beim letzten Aufeinandertreffen mit dem SC Freiburg ging es am 24. Februar 2013 noch um Punkte. In der Tönnies-Arena siegten die Gäste vor 191 Zuschauern mit 4:1. Hier erzielt Sonja Giraud unter Beobachtung von (von links) Rebecca Granz, Marion Gröbner, Anne van Bonn, Birgitta Schmücker und Mirte Roelvink das 3:1.

»Die Unterschiede zwischen erster und zweiter Liga sind eklatant. Freiburg ist uns auf 70 bis 80 Prozent der Positionen überlegen. Aber unabhängig vom Ergebnis wird das eine tolle Teamgeschichte«, sagt Trainer Ralf Lietz, der seinen kompletten Kader inklusive der Verletzten Frederike Kempe (Pfeiffersches Drüsenfieber überwunden) und Melanie Ott (Zehenverletzung im Gelenk) mit in den Breisgau nehmen kann. »19 Mädels fahren mit. Das ist nicht selbstverständlich für den Verein, der auf jeden Cent gucken muss und uns dankenswerterweise diesen schönen Abschluss des Jahres ermöglicht«, sagt Lietz.

Während FSV-Präsident Sebastian Kmoch vor Ort sein wird, kümmert sich Geschäftsführer Michael Horstkötter am Sonntag um den reibungslosen Ablauf des Qualifikationsturniers für das B-Juniorinnen-Masters im Januar. »Das ist mir ein persönliches Anliegen. Ich habe die Hoffnung, dass Freiburg uns unterschätzt und wir einen Schokoladentag wie beim Achtelfinale in Essen erwischen. Realistisch betrachtet geht es darum, sich so gut wie möglich aus der Affäre zu ziehen und nicht unter die Räder zu kommen«, sagt der Gütersloher »Mister Frauenfußball«. Damit liegt er gar nicht so weit entfernt von der Einschätzung des Trainers. »Der FSV Gütersloh muss als unbequemer, nie aufsteckender Gegner in Erinnerung bleiben«, so Ralf Lietz.

12000 Euro hat der Verein durch den Einzug in das Viertelfinale bereits vom DFB bekommen, weitere 16000 Euro würden beim Erreichen des Halbfinals fließen. Geld, das vor der Saison vorsorglich nicht in die Etatplanung eingeflossen ist und dem finanziell klammen Verein gut zu Gesicht stehen würde. Die Chance darauf ist zwar minimal. »Doch es heißt eben nicht dass es gar keine Chance gibt. BVB-Trainer Jürgen Klopp hat mal gesagt: Hinfahren sollten wir schon«, sagt Ralf Lietz, der wie schon beim überraschenden 1:0-Achtelfinalerfolg beim Erstligisten SGS Essen eine äußerst defensiv orientierte 4-4-2-Formation auf den Rasen im Möslestadion (Kapazität 5400 Zuschauer) schicken wird.

»Dass ich keine Hurra-Offensive aufstellen werde, dürfte jedem einleuchten. Wir setzen auf einzelne Konter und schauen mal, was dann geht«, sagt der 48-Jährige, der noch um den Einsatz von Lena Lückel (Knieprobleme) bangt.

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