Alexander Brentrup vom SC Wiedenbrück hat »Die Toten Hosen« in Myanmar getroffen  Plötzlich mitten im Soundcheck 

Rheda-Wiedenbrück (WB). Der Nikolaustag in Myanmars größter Stadt Yangon ist für Alexander Brentrup ein »Tag wie dieser« geworden: Das Vorstandsmitglied des Fußball-Regionalligisten SC Wiedenbrück hat seine Lieblingsband »Die Toten Hosen« persönlich getroffen – allerdings aus Versehen.

Von Christian Bröder
Hey, hey, hey – hier kommt Alex! Der Wiedenbrücker Fußball-Funktionär Alexander Brentrup (links) hat während seiner Asienreise eigentlich nur das Konzert der Toten Hosen besuchen wollen. Er landet beim Soundcheck plötzlich vor der Bühne und plaudert mit Campino.
Hey, hey, hey – hier kommt Alex! Der Wiedenbrücker Fußball-Funktionär Alexander Brentrup (links) hat während seiner Asienreise eigentlich nur das Konzert der Toten Hosen besuchen wollen. Er landet beim Soundcheck plötzlich vor der Bühne und plaudert mit Campino.

Ursprünglich hat der 52-jährige Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück während seines zweiwöchigen Thailand-Urlaubs »einfach einen Schlenker einlegen« und ins frühere Birma jetten wollen. Dort – im südostasiatischen Staat, der eine mehr als 50 Jahre währende Militärdiktatur durchlebt hat – haben die Düsseldorfer »Altbierpunks« am vergangenen Wochenende vor 6000 Besuchern ein Gratis-Konzert gegeben. Punk im Park – Brentrup wollte dabei sein.

»Das Konzert hatte die Deutsche Botschaft initiiert, anlässlich der 60-jährigen diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Als ich im September davon hörte, habe ich meine Reiseroute einfach für drei Nächte verändert. Ich wollte nur zum Konzert. Dass ich letztlich die Hosen zum Anfassen hatte, hätte ich nicht gedacht«, sagt Alexander Brentrup.

Plötzlich steht er mitten im Soundcheck von Campino & Co.! Am Nachmittag vor dem fünfstündigen Konzert im Kandawgyi-Park liegt der Fußball-Funktionär im Hotel »am Pool und plötzlich wehten ein paar Töne rüber, die mir bekannt vor kamen. Denen bin ich dann einfach mal gefolgt.«

Rein ins Taxi, raus am Ort der Probe. Es ist fast wie beim Hosen-Song: Hey, hey, hey – hier kommt Alex! Zwar ist der Bereich großräumig abgesperrt, doch den Ostwestfalen lassen sie ungehindert bis zur Bühne hin durchspazieren. »Ich denke mal, aufgrund meines europäischen Äußeren dachten die, dass ich zum Tross gehöre«, mutmaßt Alexander Brentrup.

Er genießt das unvorhergesehene »Aufwärmen« der Rockstars aus der Nähe, dass durch Plaudereien noch die ganz persönliche Note bekommt. Mit Frontmann Campino und Gitarrist Michael »Breiti« Breitkopf wechselt er ein paar Worte. »Ich habe es mir allerdings verkniffen, mit ihnen über Fußball zu sprechen. Schließlich wollte ich die gute Atmosphäre nicht gefährden«, schmunzelt Brentrup. Zur Erinnerung: Im August vergangenen Jahres hatte er die »Toten Hosen« zum DFB-Pokalspiel zwischen deren Lieblingsklub Fortuna Düsseldorf und seinem SC Wiedenbrück in das Gütersloher Heidewaldstadion eingeladen. Die Band sagte aufgrund eines Urlaubs ab, und der SCW schmiss den damaligen Bundesliga-Absteiger vor 6850 Zuschauern sensationell mit 1:0 aus der ersten Pokalrunde.

Dass Campino dennoch weiter treuer Düsseldorfer Fußballfan ist, wurde auch beim Konzert in Myanmar deutlich. »Das einzige was zählt ist Fortuna«, brüllte der Hosen-Boss ins Mikro. Alexander Brentrup erlebte den zweieinhalbstündigen Auftritt der Rheinland-Rocker aus der ersten Reihe mit. Um ihn herum asiatische Punks mit Stachelhaaren, nietenbesetzten Lederjacken, zuhauf voller Tattoos und Piercings. Er selbst trug ein individuell gefertigtes Shirt mit dem Band-Adler und der Landkarte von Myanmar, wo ein solches Konzert vor Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

Ebenso unvorstellbar wie für Alexander Brentrup, dass er fast 8000 Kilometer fern der Heimat mit den Toten Hosen mal einen »Tag wie diesen« erleben würde...

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