So viel Frauen-Power wie noch nie im Rahmenprogramm des WM-Challenge Amazonen entern den Leineweberring

Bielefeld  (WB). Die griffige Formel lautet »18-5-4-1«, schmunzelt Michael Junklewitz. Beim FIM Langbahn-Challenge im Rahmen des Leineweber-Grasbahnrennens am 24. Juni werde es 18 Rennen geben mit jeweils fünf Fahrern auf der Bahn. Nur die vier Punktbesten von 15 qualifizieren sich für die Langbahn-WM 2019, »und es gibt einen Sieger«, erläutert der internationale Rennleiter vom gastgebenden DMSC Bielefeld.

Von Jörg Manthey
Beim FIM Challenge am 24. Juni dürfen nur jeweils fünf Fahrer gleichzeitig auf die Bahn. Der DMSC bedauert das.
Beim FIM Challenge am 24. Juni dürfen nur jeweils fünf Fahrer gleichzeitig auf die Bahn. Der DMSC bedauert das. Foto: Thomas F. Starke

Die harte Auslese hatte bereits im tschechischen Marienbad begonnen. Lediglich zwölf von 25 Fahrern konnten auf der 1000-Meter-Sandbahn ein Ticket für den Leineweberring lösen, darunter das deutsche Trio Jörg Tebbe (Dohren), Bernd Diener (Gengenbach) und Max Dilger (Lahr). Mit Wild Cards für Bielefeld bedacht wurden der 18-jährige Youngster Lukas Fienhage aus Lohne, Anders Mellgren (Schweden) und der Franzose Gabriel Dubernard freuen. »Wir haben ein super ausgeglichenes Feld«, freut sich DMSC-Pressesprecher Stephan Prante auf einen mit 15 Fahrern aus sieben Nationen »hochkarätigen Lauf zur Langbahn-WM« und verweist auf einen gerade einsetzenden Generationswechsel; neue Namen würden aufbegehren.

»Das wird eine heiße Nummer«

»Zu unserem großen Bedauern«, wie Michael Junklewitz betont, dürfen laut Reglement jeweils nur fünf Fahrer gleichzeitig auf die Bahn; womöglich ein Spannungskiller. Verträgt das 700 Meter lange Grasoval des Leineweberrings mit seinen ausladenden Kurven doch locker sieben, acht Starter pro Lauf. »Wir haben ein Feld mit adäquater Leistungsdichte. Das wird eine heiße Nummer«, glaubt Junklewitz trotzdem. Er hat den kräftigen Altmeister Bernd Diener (59) oben auf seiner Liste.

Renntag mit 27 Läufen

Insgesamt 27 Läufe (zwei am Vormittag) sind vorgesehen. Zusätzlich zu den Gebühren, die FIM und DMSB für die Veranstaltung erheben, muss der DMSC dafür ganz schön tief in die Tasche greifen. Der Challenge-Sieger darf sich über eine 1600-Prämie freuen. Rang zwei (1500 Euro) und drei (1300 Euro) werden ebenfalls ordentlich entlohnt, und selbst den Reservefahrern 16 und 17 (aktuell Marcel Sebastian vom DMSC und Christian Hülshorst aus Lüdinghausen) winken noch 350 Euro. »Wir schütten knapp 15.000 Euro an Preisgeldern aus«, erklärt Schatzmeister Markus Böke.

Bahn wird neu abgenommen

Am Tag vor dem Rennen nimmt der Brite Mick Bates von der Track Racing-Kommission der FIM die Bahn nach drei Jahren neu ab. Zwei aktuelle Bedingungen, die der DMSC Bielefeld zu erfüllen hat: die luftige Airfence in den Kurven, die zur Sicherheit der Fahrer aufgebaut wird, muss in die Gerade verlängert werden. Und im Bereich der Startmaschine ist eine durchsichtige Wind aus Plexiglas angebracht worden; zur besseren Sicht für den Referee. Der kann fortan aus dem Zielturm unkorrekte Starts besser erkennen. Bates fungiert am Renntag auch als Jury-Präsident.

Seitenwagen-Elite versammelt

In der internationale Seitenwagen-Elite ist die kontinentale Spitze versammelt. Angeführt wird das Fünferfeld vom vierfachen Europameister William Matthijssen (mit Sandra Mollema), der für 2019 seinen Rücktritt angekündigt hat. Dazu die Gespanne Brandhofer, Godden und Venus – »mehr Gespann-Klasse geht nicht«, schwärmt Stephan Prante.

Enduroklasse mit »Power-Girls«

Die offene Enduroklasse ist bereits zum neunten Mal zu Gast auf dem Leineweberring. Diesmal stehen allerdings 16 junge Niederländerinnen am Startband. Die hochmotivierten »Enduro Power-Girls«, angeführt von Landesmeisterin Iris Meindertsma (21), sind von den DMSC-Machern bei der Langbahn-Team-WM 2017 in Roden (NL) gesichtet worden und wollen Bielefeld rocken.

Nachwuchs-Länderkampf

In der C-Lizenz-Klasse bis 2250 ccm erhält wieder mal der Nachwuchs eine Chance, sich zu zeigen. Das Team Deutschland mit Weltmeister Jonny Wynant und Timo Wachs duelliert sich mit Piloten aus Großbritannien, Tschechien und einem Team Europa.

150 Helfer

Mehr als 150 Helfer sind im Einsatz, um den Renntag (Trainingsbeginn 9.15 Uhr, Fahrervorstellung 13.30 Uhr) zu einem Erfolg zu machen. Nachdem 2017 »finanziell negativ« gewesen sei, »sollte uns das nicht nochmal passieren«, empfiehlt Markus Böke als Herr der Zahlen. »Diese Aussicht macht den Druck nicht geringer.«

www.dmscbielefeld.de

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