Ex-Profi Matthias Westerwinter ist »Botschafter« des TuS 08 Senne I Die Wurzeln nie vergessen

Bielefeld (WB). Der frühere Arminia-Profi Matthias Westerwinter (54) ist zum Botschafter des TuS 08 Senne I ernannt worden. »Der Verein freut sich, mit der erstmaligen Verleihung dieses Ehrentitels eine herausragende Persönlichkeit als Fürsprecher für den Verein gewonnen zu haben«, sagt Dr. Matthias Kulinna.

Von Von Peter Unger
Ehrentitel für einen früheren Arminia-Profi: Dr. Matthias Kulinna (Vereinssprecher des TuS 08 Senne I, links), und Stefan Mahne (2. Vorsitzender der Fußballabteilung) haben Matthias Westerwinter (Mitte) zum neuen Botschafter des Klubs ernannt.
Ehrentitel für einen früheren Arminia-Profi: Dr. Matthias Kulinna (Vereinssprecher des TuS 08 Senne I, links), und Stefan Mahne (2. Vorsitzender der Fußballabteilung) haben Matthias Westerwinter (Mitte) zum neuen Botschafter des Klubs ernannt. Foto: Peter Unger

Aufgrund seines Vorbildcharakters und seiner sportlichen Lebensleistung erhielt Matthias Westerwinter (54) aus den Händen des Senner Vereinsprechers die entsprechende Urkunde. Zu den Gratulanten zählte auch der 2. Vorsitzende der Fußball-Abteilung, Stefan Mahne, für den Westerwinter in seiner Jugend schon als Vorbild fungierte. Das Ehrenamt ist mit keinerlei Aufgaben verbunden. Allerdings würde sich der Verein wünschen, dass Westerwinter mal bei der E-Jugend vorbeischaut und vielleicht auch mal ein Training leitet. Das kann sich Westerwinter durchaus vorstellen, zumal er das Vereinsgeschehen, verbunden mit den Namen Günter Neundorf oder Salvatore Zanghi, stets verfolgt. »Deshalb freue ich mich auch sehr über diese Auszeichnung.«

Enge Verwurzelung

Wie kaum ein anderer Sportler steht Matthias Westerwinter für eine enge Verwurzelung in seinen Heimatvereinen TuS 08 Senne I und DSC Arminia. »Er hat nie vergessen, dass die Grundlage für seine Fußballkarriere in der Senne geschaffen wurde«, erzählt Kulinna. »Bis zur C-Jugend spielte Matthias Westerwinter sehr erfolgreich für Senne und konnte von der schon damals guten Jugendarbeit des Klubs profitieren.«

Westerwinter und Kulinna verbindet, dass sie einst gemeinsam unter Volker Bußmeyer in der Schulmannschaft der Realschule Senne spielten. Das Team kam bis ins Endspiel der Stadtmeisterschaft und verlor denkbar knapp. »Volker Bußmeyer hadert noch heute mit dem Ausgang des Spiels«, erinnert sich Matthias Westerwinter. »Damals waren wir 15 Jahre alt, es war das letzte Schuljahr.«

Sportschau-Interviews in der Pause

Eine Super-Stimmung habe auch beim Länderspiel gegen Wales geherrscht, dass die deutsche U16-Nationalelf auf der Alm zweistellig gewann. »Und mein Mitschüler Matthias Westerwinter hat mit tollen Toren entscheidend zu dem Ergebnis beigetragen«, erzählt Dr. Matthias Kulinna eine weitere Anekdote. Trotzdem sei er immer auf dem Boden geblieben und habe Humor gezeigt. »In unseren Schul-Pausen hast du immer Sportschau-Interviews gegeben«, grinst Kulinna. Nach Stationen in Hamburg und Berlin lebt Matthias Westerwinter seit sieben Jahren wieder in der Senne. »Das ist meine Heimat!« Als er 1986 mit Hertha BSC abstieg, hatte er unter anderem ein lukratives Angebot von 1860 München vorliegen. »Da hätte ich weitaus hätte mehr verdienen können. Aber ich wollte zurück nach Bielefeld. Geld war nicht mein Antrieb.« Also ging’s zurück zum DSC unter Trainer Horst Franz.

Nur zwei Umkleiden für 17 Teams

In einem aktuell für die Fußballabteilung des TuS 08 schwierigen Umfeld erhält diese Ehrentitelverleihung noch eine besondere Bedeutung: Die Senner Vereinsführung möchte damit auf die gerade erst vom DFB ausgezeichnete eigene Jugendarbeit und auch auf die unzureichende Infrastruktur vor Ort hinweisen. Dr. Matthias Kulinna: »Für insgesamt 17 Mannschaften, fünf Senioren- und zwölf Jugendteams, stehen gerade mal zwei Umkleiden zur Verfügung.« Aktuell wird in der Bezirksvertretung darüber beraten, ob und wann der Sportplatz Windflöte für den Frauenfußball im DSC Arminia hergerichtet werden kann. Schön wäre es aus Senner Sicht, wenn parallel dazu neben dem neuen Kunstrasenplatz zeitgemäße Umkleiden entstehen könnten.

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