Wasserfreunde markieren bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften drei Vereinsrekorde Gerrit Lüngen mit Top-Zeiten im Finale

Bielefeld  (WB). Diese Bilanz kann sich sehen lassen! Mit drei Top-Ten-Platzierungen und zwölf Bestzeiten sind die sieben für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften qualifizierten Wasserfreunde-Schwimmer aus Berlin zurückgekehrt. »Besonders die Lüngen-Zwillinge haben nach den NRW-Meisterschaften nochmal einige Bestzeiten erzielt«, strahlt Coach Christof Lange.

Von Peter Unger
Sieben Wasserfreunde hatten sich für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin qualifiziert, von links: Pia Kleinebekel, Alexander Teubert, Timo Pohlmann, Janne Lüngen, Gerrit Lüngen und Lina Haberstroh. Es fehlt Vasileios Tekidis.
Sieben Wasserfreunde hatten sich für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin qualifiziert, von links: Pia Kleinebekel, Alexander Teubert, Timo Pohlmann, Janne Lüngen, Gerrit Lüngen und Lina Haberstroh. Es fehlt Vasileios Tekidis. Foto: Peter Unger

An erster Stelle aus einer Fülle an bemerkenswerten Leistungen sind die zwei Finalteilnahmen von Gerrit Lüngen (Jahrgang 2003) zu nennen, der sich nach starken Vorläufen in den Endläufen nochmals bis zu elf Sekunden (!) mehr als deutlich steigerte. In die 400 Meter Lagen-Konkurrenz ging er mit einer Bestzeit von mehr als fünf Minuten in die Rennen. Als Siebtschnellster im Vorlauf schaffte 15-Jährige in 4:53,88 Minuten die Endlauf-Teilnahme. Im Finale sollte er nochmal voll angreifen und wurde überraschend in 4:49,93 Minuten Fünfter.

Volles Risiko gegangen

Ähnlich fokussiert präsentierte sich der Bielefelder am letzten Wettkampftag. Nachdem er im Vorlauf seine NRW-Zeit (2:32,47 min) bestätigt hatte, ging er als Achtschnellster im Finale wiederum volles Risiko, was am Ende mit einer erneuten Bestzeit auf 2:30,74 Minuten und einem weiteren fünften Platz belohnt wurde. Der Abstand zu einem Medaillenrang betrug gerade mal eineinhalb Sekunden. Eine weitere Top-Ten-Platzierung gelang Gerrit Lüngen noch über 200 Meter Lagen (2:18,59 min/Rang zehn). Über 100 Meter Brust (1:10,85 min) wurde er Elfter.

Reihenweise neue Bestzeiten

Eine Platzierung, mit der sich auch Zwillingsbruder Janne über 200 Meter Rücken (11. Platz) angesichts der starken Konkurrenz zufrieden geben musste, obwohl er bei seinen insgesamt acht Starts (!) reihenweise mit neuen Bestzeiten aus dem Wasser stieg; über 50 Meter (26,08 sec/2.), 200 Meter (2:03,35 min/14.) und 400 Meter Freistil (4:20,79 min/13.), über 200 Meter Lagen (2:18,59 min/13.) sowie über besagte 200 Meter Rücken (2:17,36 min), die ihm seine beste Platzierung einbrachte. Zudem war Janne Lüngen über 100 Meter Rücken (1:04,22 min/12.) und über 100 Meter Freistil (57,19 sec/31.) jeweils auf Bestzeiten-Niveau unterwegs. »Vor allen auf den Mittelstrecken hat mich Janne überzeugt, etwa mit dem neuen Vereinsrekord über 200 Meter Freistil. Das war absolut super«, lobte Christof Taube.

Nach einem überzeugenden Wettkampf mit fünf Starts und fünf Bestzeiten im Rücken, alle bei den NRW-Meisterschaften erzielt, hatte sich der ein Jahr ältere Timo Pohlmann (Jahrgang 2002) auch für die Deutschen einiges ausgerechnet. Mit Finalhoffnungen startete er etwa über 50 Meter Schmetterling (26,84 sec/14.). »Möglicherweise hat er sich zu sehr unter Druck gesetzt. So fehlte die Lockerheit für eine bessere Zeit und Platzierung«, stellte Christof Taube fest. Zudem klappte auch der Anschlag nicht wie gewohnt. Trotzdem glückte Timo Pohlmann die zweitbeste Zeit, die er je geschwommen ist. Ausgerechnet über 200 Meter Freistil (2:02,21 min/18.), einer Strecke, bei der er sich am wenigsten ausgerechnet hatte, schlug er mit neuer Bestzeit an.

Tekidis’ konstantes Rennen

Das gleiche Kunststück gelang Vasileios Tekidis (Jahrgang 2000), der nach 16:58,04 Minuten über 1500 Meter Freistil als Siebter anschlug. »Vasi ist ein konstantes Rennen geschwommen. Nachdem er schnell angegangen ist, hat er die restlichen 28 Bahnen wie ein Uhrwerk abgespult«, lobte Christof Taube. Mit einer neuen Bestzeit schloss ebenso Alexander Teubert (Jahrgang 2001) seinen DM-Start über 50 Meter Rücken (28,75 min/22.) ab. Vom Start weg war er schnell unterwegs, nur der Anschlag war nicht optimal.

Haberstroh angeschlagen

Leicht angeschlagen ging Lina Haberstroh (Jahrgang 2004) bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft das Rennen über 200 Meter Lagen (2:35,59 min/22.) an, nachdem sie zuvor über 50 Meter Brust (36,69 sec/31.) ihre Bestzeit bestätigte, was auch Pia Kleinebekel bei ihrem DM-Auftritt über 50 Meter Freistil (28,62 sec/43.) gelang.

»Wir rufen bereits seit einigen Jahren Top-Leistungen auf der Langbahn ab. Deshalb freue ich mich umso mehr über den Leistungsschub beim Nachwuchs, der teils schon schneller als die etablierten Schwimmer unterwegs ist. Außerdem waren wir mit Abstand das größte Team aus Ostwestfalen.« Angesichts der Leistungen fällt Christof Taubes Fazit mehr als positiv aus. »Wir haben die NRW-Zeiten nicht nur bestätigt, sondern sind mit neuen Bestleistungen aus Berlin heimgekehrt. Um das Niveau zu halten, mussten wir nach NRW über Wochen die Spannung halten. Insofern war die Vorbereitung nicht ganz einfach. Trotzdem hat alles gut geklappt.«

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