Start beim Diamond-League-Meeting in Oslo Petros auf dem Olymp angekommen

Bielefeld  (WB/jm). Eigentlich wollte Amanal Petros an diesem Samstag im niederländischen Leiden einen weiteren Versuch starten, seine bisherige 10.000-Meter-Bestzeit zu unterbieten. Doch der Plan hat sich geändert zugunsten seiner Premiere auf dem Olymp. Das attraktive Ziel heißt jetzt: Oslo.

Eine neue Bestzeit soll her: Amanal Petros (vorne) startet am Donnerstag um 19.10 beim Diamond-League-Meeting in Oslo über 10.000 Meter. Einer seiner Rivalen: Arne Gabius.
Eine neue Bestzeit soll her: Amanal Petros (vorne) startet am Donnerstag um 19.10 beim Diamond-League-Meeting in Oslo über 10.000 Meter. Einer seiner Rivalen: Arne Gabius. Foto: imago

In 28:29,78 Minuten hat der Langstreckler der SV Brackwede zwar längst die geforderte Norm für die Leichtathletik-Europameisterschaft erfüllt, doch starke inländische Konkurrenz sitzt ihm im Nacken. Nun sei der Lauf in Leiden, in der Vergangenheit immer eine laut SVB-Trainer Thomas Heidbreder »sichere Adresse«, diesmal nicht sonderlich stark besetzt gewesen. Petros hat also abgesagt und nun ein anderes Ziel auserkoren: Er wird am Donnerstag beim IAAF Diamond-League-Meeting in Norwegens Hauptstadt an den Start gehen, den »Bislett Games«!

»Wahnsinn« in geschichtsträchtiger Stätte

Weil ein Peruaner abgesprungen ist, hat der Bielefelder am Sonntag vom Veranstalter in Oslo eine Zusage als 14. Läufer erhalten. »Wahnsinn. Nie im Leben hätte ich gedacht, mal in so eine Arena zu kommen. Da sind die Besten der Welt«, freut sich Petros auf einen besonderen Abend in geschichtsträchtiger Atmosphäre. Schließlich sind im Bislett-Stadion schon 69 Leichtathletik-Rekorde aufgestellt worden. Im mit Stars gespickten Teilnehmerfeld sind insgesamt acht Olympiasieger, 20 Weltmeister und 14 ehemalige Europameister aufgelistet.

»Ich verspreche nichts«

Am Dienstag ist Petros nach Oslo abgeflogen. »Mir geht es gut. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Ich bin natürlich auch nervös, versuche aber bestmöglich entspannt zu bleiben«, sagt der Sportsoldat. »Ich verspreche nichts und lasse mich einfach überraschen.« Und er ahnt, dass er seine Runden mit einer Dauer-Gänsehaut abspulen wird. Vielleicht wird ihn die temperamentvolle Kulisse ja zu seiner Wunschzeit tragen. »Eine Zeit um 28:20 Minuten wäre großartig, mehr als fantastisch.«

Bislang haben Amanal Petros und Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) die 10.000-Norm für Berlin unterboten. Ringer freilich mit einer Fabelzeit. 27:36,52 Minuten beim Europacupsieg in London haben ihm Platz vier in der ewigen deutschen Bestenliste beschert. Mit Arne Gabius (TherapieReha Bottwartal, Bestzeit 27:43,93 min) und Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) haben zwei weitere Asse einen EM-Start über diese Distanz im Sinn. Beide sind eigentlich stärker einzuschätzen als Petros. Tesfaye war zuletzt bei der DM in Pliezhausen in Führung liegend nach vier Kilometern ausgestiegen. Seither war es ruhig um ihn.

Kein direktes Duell mit Gabius

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) wird für die EM nur ein Trio nominieren. Das Schmankerl: Auch Gabius steht morgen in Oslo mit auf der Bahn. »Wir haben einen guten Draht, auch schon mal zusammen trainiert«, berichtet Petros und betont, er werde Donnerstag nicht das direkte Duell mit Gabius suchen. »Da sind so starke Leute. Dominic Kiptarus aus Kenia, Daniele Meucci aus Italien, der Brite Andy Vernon oder Julien Wanders aus der Schweiz. Die sind alle schon unter 28 Minuten gelaufen.« Das Topfeld sollte für schnelle Zeiten bürgen. »Die Einstellung passt. Amanal soll sein eigenes Rennen laufen und dann am Ende sehen, was noch möglich ist«, merkt Thomas Heidbreder an. Eurosport 2 überträgt live.

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