TSG meldet sich bereit fürs »Endspiel« in Spenge – TuS 97 muss Derby schnell abhaken Prüßner: »Druck ist auch was Schönes«

Bielefeld (WB). Überschwänglicher Jubel wollte sich nach dem 34:22-Derbysieg in Reihen der TSG A-H Bielefeld nicht einstellen. Zu unterlegen präsentierte sich der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck am Sonntagabend. Die Delegation des TuS Spenge unter den mehr als 1500 Besuchern in der Seidensticker Halle hatte nichts anderes erwartet. »Das war mir klar«, meinte Leon Prüßner.

Von Jörg Manthey und Arndt Wienböker
Die Atmosphäre in der Seidensticker Halle hat gestimmt: Mehr als 1500 Zuschauer sahen das letztlich einseitige Derby, das trotz des hohen 34:22-Sieges der TSG in Sachen handballerischer Finesse nicht unbedingt in die Annalen eingehen wird.
Die Atmosphäre in der Seidensticker Halle hat gestimmt: Mehr als 1500 Zuschauer sahen das letztlich einseitige Derby, das trotz des hohen 34:22-Sieges der TSG in Sachen handballerischer Finesse nicht unbedingt in die Annalen eingehen wird. Foto: Thomas F. Starke

»Wir wollten vor Spenge ein klares Zeichen setzen. Das haben wir zu 100 Prozent gemacht«, sagte Michael Boy nach seinem 121. Spiel als TSG-Trainer. Somit ist alles gerichtet für das »Endspiel« am Samstag in Spenge. »Wir haben auf diese Situation hingearbeitet. Alle Beteiligten werden brennen. Aber vor allem sollten wir uns alle auf Samstag freuen. Druck ist ja auch was Schönes.«

Prüßner: »Spenges Serie ist egal«

Klar ist, dass die TSG unbedingt gewinnen muss, idealerweise auch den direkten Vergleich (Hinspiel 24:27), um seine Aufstiegschancen zu wahren. Dazu bedarf es einer außerordentlichen Leistungssteigerung. Bei einem Patzer in Spenge dürfte Geschäftsführer Christian Sprdlik die aktuell zweigleisig laufenden Planungen getrost auf die Oberliga ausrichten. Denn es fällt schwer anzunehmen, dass die stabilen Spenger, die seit 14 Meisterschaftsspielen (plus Erfolge im Amateur-Pokal) nicht verloren haben, in ihrem Restprogramm noch zwei Niederlagen kassieren werden. »Dieses Spiel hat eigene Vorzeichen. Spenges Serie ist da völlig egal«, betont Michael Boy.

Den Glauben, dass die TSG Samstag zu einem Husarenstreich fähig ist, hat vor allem Johannes Krause genährt. Nach langer Durststrecke knüpfte der »Halblinke« im Derby wieder an seine starken Hinrundenleistungen an. Elf Tore bilden für ihn eine neue Saison-Rekordmarke. Schon im Hinspiel gegen Spenge hatte er es auf 10/2 Treffer gebracht. »Endlich lief es bei mir wieder«, meinte Krause erleichtert. Jöllenbecks Trainer Eric Husemann stellte fest: »Krause haben wir überhaupt nicht in den Griff bekommen.«

TuS 97 wieder unter Druck

Der TuS 97 steht seit Sonntag wieder vermehrt unter Druck. Weil die HSG Augustdorf/Hövelhof (27:23 beim TuS Ferndorf II) ihre Miniserie auf 6:2 Punkte ausbauen konnte, ist das Jöllenbecker Polster auf den erstarkten Vorletzten auf drei Zähler geschrumpft. Die Lipper sieht der Sportliche Leiter Thorsten Lehmeier aber gar nicht unbedingt als Hauptrivalen im Abstiegskampf. »Wir gucken auch auf Möllbergen und Ferndorf.« Zwei weitere Konkurrenten, die in der Tabelle noch hinter den Jürmkern platziert sind. Aus dem Abstiegskampf verabschiedet haben dürften sich nach Heimsiegen am Wochenende hingegen Loxten und Hemer, die beide nun 19 Punkte und damit vier mehr als Jöllenbeck auf dem Konto haben. »19 Punkte könnten schon reichen, um drin zu bleiben«, orakelt Lehmeier. Entsprechend richtungsweisend ist die kommende Partie beim einen Punkt besser platzierten ASV Hamm-Westfalen II für die Jöllenbecker. »Wenn wir in Hamm gewinnen, wäre das ein Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt«, weiß »Moppel« Lehmeier. Die Derbyklatsche in der Seidensticker Halle soll jedenfalls keine Nachwirkungen beim Tabellenzehnten hinterlassen.

»ein Klassenunterschied«

»Da war ein Klassenunterschied zu erkennen und das muss man dann auch so akzeptieren«, meint Lehmeier, der sich aber etwas mehr Gegenwehr erhofft hätte: »In der zweiten Halbzeit haben wir uns teilweise dämlich angestellt.« Das Derby zeigte aber auch einmal mehr, wie abhängig der Aufsteiger im Angriff von Kapitän Leon Ludwigs und Nils Grothaus ist. Hätten die beiden Leistungsträger, die zusammen 15 der nur 22 Tore erzielten, nicht einen richtig guten Tag erwischt, hätte es noch schlimmer für die Jürmker ausgehen können. »Wir müssen das Spiel schnell abhaken und nach vorne blicken«, erklärte Ludwigs, dessen Einsatz wegen einer Oberschenkelzerrung bis kurz vor Spielbeginn noch auf der Kippe gestanden hatte. Passend zum Anpfiff meldete sich Ludwigs dann einsatzbereit.

Braker Aufstiegsträume

So richtig rund läuft es derweil beim TuS Brake. Im Optimalfall könnte es am Bohnenkamp am Ende der Saison einen Vierfachaufstieg zu feiern geben. Neben der 1. Mannschaft, die die Landesliga-Tabelle mit drei Punkten Vorsprung anführt, sind auch die Braker Reserve (Kreisliga A) und die »Dritte« (Kreisklasse) aktueller Spitzenreiter in ihrer Liga. Fast schon durch sind die Braker Kreisliga-Frauen, die die Tabelle sechs Spieltage vor Schluss ohne Verlustpunkt und mit sechs Zählern Vorsprung anführen. Stellvertretend für alle aussichtsreich im Rennen liegenden Braker Seniorenteams dürfte die Aussage von »Max« Rittersberger gelten: »Es liegen noch schwere Spiele vor uns. Abgerechnet wird zum Schluss.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.