Handball-Oberliga: Deutlicher 34:22-Derbyerfolg über TuS 97 vor 1500 Zuschauern TSG A-H ist für Spenge gerüstet

Bielefeld (WB). Die TSG A-H Bielefeld wähnt sich gewappnet für das Topspiel beim TuS Spenge am Samstag. Beim souveränen 34:22 (17:11)- Streich im Stadtderby der Handball-Oberliga gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck zeigte die TSG über 45 Minuten eine konzentrierte Leistung und setzte sich verdient auch in dieser Höhe durch.

Von Jörg Manthey und Arndt Wienböker
Jubel beim Sieger: Die TSG präsentierte sich vor dem Topspiel beim TuS Spenge über weite Strecken in einer ansprechenden Form.
Jubel beim Sieger: Die TSG präsentierte sich vor dem Topspiel beim TuS Spenge über weite Strecken in einer ansprechenden Form. Foto: Thomas F. Starke

Es dauerte freilich eine Viertelstunde, bis der Favorit vor 1500 Besuchern in der Seidensticker Halle seinen Derbymodus erreichte. Weder ein 2:0- noch ein 4:2-Start schenkten der TSG, die mit Johannes Krause auf der Rückraummitte begann, Sicherheit. Die Jöllenbecker mit ihren Aktivposten Leon Ludwigs und Nils Grothaus (zusammen 15 Treffer) überraschten den neuen Tabellenführer vor allem mit schicken Distanzwürfen. »Da waren heiße Dinger bei«, meinte Krause, der auf seinen erkrankten schwedischen Innenblock-Kumpan Gustav Rydergård verzichten musste, anerkennend.

Wagner gibt Comeback

Beim Stand von 6:5 gab Carl-Moritz Wagner nach mehr als einjähriger Verletzungspause sein Heimspiel-Comeback im Abwehrzentrum. In der Folge zeichneten sich beide Torhüter aus. Christian »Buddha« Trittin, unterstützt von einer knackigen 6:0-Deckung, ärgerte die TSG-Offensive so, dass sich Michael Boy genötigt sah, in der 16. Minute (6:6) eine Auszeit zu nehmen. Marius Kastening übernahm trotz Mandelentzündung den Part als Regisseur, Felix Hendrich wechselte auf den Pfosten-Posten. Mit Kastening kam Ruhe, Struktur und mehr Druck ins TSG-Angriffsspiel.

In dieser Phase blieb der Jürmker Angriff vier Minuten lang torlos, derweil die Hausherren einen 4:0-Lauf zur 10:6-Führung hinlegten – eine Vorentscheidung. »Da haben wir das Tempospiel der TSG nicht mehr in den Griff bekommen«, sagte TuS 97-Kapitän Leon Ludwigs hinterher. »Wir selbst sind so gut wie gar keinen Gegenstoß gelaufen.« Nun zog TuS 97-Coach Sven-Eric Husemann die grüne Karte. Doch die TSG blieb weiter konsequent, baute ihr Polster auf sechs Tore aus und ging mit einem 17:11-Vorsprung in die Pause – das identische Halbzeitergebnis wie im Hinspiel.

Erste und zweite Welle »machen das Leben leicht«

Nach dem 18:11 durch den stark aufspielenden Johannes Krause (elf Tore) wechselte der TuS 97 auf eine 5:1-Deckung mit Christian Niehaus als Speerspitze, doch näher als sechs Treffer sollte Jöllenbeck nicht mehr herankommen. Jonas Zwaka, der dritte TSG-Mittelmann an diesem Abend, spielte einen wunderschönen »blinden Pass« zu Nils Prüßner an den Kreis – 23:15. Über 24:15 (46.), 28:17 (50.) und 33:20 (58.) preschte die TSG unaufhaltsam davon.

»Mit der ersten und zweiten Welle haben wir uns das Leben leicht gemacht«, lobte Michael Boy. Der Rivale ergab sich irgendwann in sein Schicksal. »In der zweiten Halbzeit war es schwierig für uns, die Spannung hoch zu halten«, schloss Leon Ludwigs. Torminator Johannes Krause würdigte die »konsequenten Aktionen« seiner Truppe, vorne wie hinten. »Wir haben zielgenau gespielt, auf den Punkt.« Es war auch Krauses Torereigen, der Sicherheit schenkte.

Mit Hendrich verlängert

TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik gab vor dem Spiel die Vertragsverlängerung mit Torhüter Felix Hendrich bekannt. »Er bringt Qualität mit, hat einen wahnsinnigen Sprung gemacht und engagiert sich im Verein auch als Trainer der weiblichen B-Jugend.« Sprdlik war »äußerst zufrieden« mit der Leistung – so einen deutlichen Ausgang hatte ein Stadtduell seit mehr als einem Jahrzehnt nicht gesehen. »Von uns war Leidenschaft und Spielfreude zu sehen, gepaart mit Lockerheit. Wir sind bereit und haben richtig Bock auf das Derby.« Michael Boys kämpferische Zugabe: »Wir fahren nach Spenge, um zu gewinnen.«

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