Brake ist die Mannschaft der Stunde in der Landesliga – Aufstieg greifbar TSG: Ergebnis steht vor Erlebnis

Bielefeld (WB). »Noch neun Siege, dann sind wir aufgestiegen.« Marius Kastening machte nach dem 23:21-Zittersieg der TSG A-H Bielefeld gegen den HSV Hemer trotzig eine einfache Rechnung auf. Um im Duell mit dem TuS Spenge am Ende die Nase vorn zu haben, bedarf es allerdings einer deutlichen Steigerung. Das weiß auch Kastening.

Von Arndt Wienböker
Arne Kröger konnte beim 23:21-Sieg gegen Hemer in Abwesenheit des erkrankten Johannes Krause keinerlei Akzente setzen. Die TSG muss im Aufstiegskampf zulegen.
Arne Kröger konnte beim 23:21-Sieg gegen Hemer in Abwesenheit des erkrankten Johannes Krause keinerlei Akzente setzen. Die TSG muss im Aufstiegskampf zulegen. Foto: Bernhard Pierel

Während der Aufstiegskonkurrent aus Spenge im Oberliga-Spitzenspiel gegen den VfL Gladbeck (35:22; der 13. Sieg in Folge) erneut eindrucksvolle Dominanz unter Beweis stellte, scheint der TSG dieses Selbstverständnis und die spielerische Leichtigkeit abhanden gekommen zu sein. »Das war wieder ein zähes Ding, aber unterm Strich zählen die Punkte«, meinte ein ergebnisorientierter Kastening, der als siebenfacher Torschütze und Ideengeber den Weg zum Sieg ebnete: »Wichtig ist, dass die Führungsspieler funktionieren. Dann finden wir auch immer wieder Wege, um solche Spiele zu gewinnen.«

»K&K« ebnen den Weg

Am Sonntag waren es »K&K«, Kastening und Keeper Maximilian Kroll, die den Favoriten auf Kurs hielten. »Dabei habe ich mich vor dem Spiel irgendwie schlecht gefühlt. Dafür ist es gut gelaufen«, erklärte Kroll (16 Paraden), der aber auch den Finger in die Wunde legte: »Im Angriff kommt momentan einfach zu wenig. Da fehlt auch der Mut.« Das Fehlen von Johannes Krause (Grippe) machte sich mehr als deutlich bemerkbar. Vor allem, weil es Arne Kröger, Nils Prüßner, Luca Sewing und Jonas Zwaka zusammen auf gerade einmal vier Tore aus dem Rückraum brachten.

TSG-Trainer Michael Boy nahm seine Mannschaft aber in Schutz: »Marius Kastening, Nils Prüßner und Johannes Krause haben die ganze Woche mit Grippe flach gelegen. Ich war heilfroh, dass sich Marius und Nils rechtzeitig zum Spiel zurückgemeldet haben. Dadurch waren wir aber geschwächt und mussten viel rotieren.« Boy stellte vielmehr den Teamgeist in den Vordergrund: »Spielerisch war das zwar keine Meisterleistung, aber dafür hat die Mannschaft Charakter gezeigt. Das war ein Sieg der Mentalität.«

Vor dem Gipfeltreffen beim TuS Spenge (17. März) warten noch die Aufgaben beim abgeschlagenen Schlusslicht HSG Gevelsberg-Silschede und das Stadtderby gegen den TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck (11. März) auf den Tabellenzweiten. Auch TSG-Kreisläufer Tobias Fröbel weiß: »Wir müssen in den nächsten Wochen spielerisch anders auftreten als zuletzt.«

Zehn Siege in Folge

Der TuS Brake ist die Mannschaft der Stunde in der Landesliga. Das 38:28 gegen Detmold war der zehnte Sieg in Folge für das Team von Trainer »Max« Rittersberger. Optischer Lohn dieser Erfolgsserie ist Tabellenplatz eins. Der HCE Bad Oeynhausen liegt nach Minuspunkten gleichauf, hat aber zwei Spiele weniger absolviert. Am Wochenende musste der HCE einen bitteren Rückschlag verkraften: Bei der 20:30-Klatsche im Spitzenspiel beim TuS Spenge II gingen nicht nur die Punkte verloren, sondern auch Spielertrainer Jasmin Gojacic. Der kugelte sich bei einer Abwehraktion die linke Schulter aus und wurde unter Vollnarkose ins Krankenhaus gebracht, das er noch am Abend wieder verlassen durfte.

Rittersberger bleibt

»Max« Rittersberger geht nicht nur von einem Zweikampf im Aufstiegsrennen aus. »Für mich ist Spenge der Aufstiegsfavorit Nummer eins«, sagt der Braker Coach und verweist darauf, dass die Oberliga-Reserve (Platz drei mit drei Punkten Rückstand) alle Mitkonkurrenten im Aufstiegskampf in heimischer Halle begrüßen kann, wo Spenge II noch ungeschlagen ist. Das gilt aber auch für Brake: Acht Heimspiele, acht Siege. Und die Braker haben in den direkten Duellen gegen Bad Oeynhausen (10. März) und den Rangvierten TuS Lahde/Quetzen (7. April) ebenfalls Heimrecht.

Das Duell beim TuS Spenge II steigt am 14. April. »Abgerechnet wird am Schluss. Es wird die Mannschaft die besten Karten haben, die vom Verletzungspech verschont bleibt«, glaubt Rittersberger, der weiterhin auf Kreisläufer Patrick Welge (Kreuzbandriss) verzichten muss. Für die kommende Saison hat Rittersberger seine Zusage gegeben. »Wir sind uns für die Landesliga einig«, berichtet der Coach, um schmunzelnd hinzuzufügen: »Über die Verbandsliga haben wir noch nicht gesprochen.«

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