29. Int. Hallentrial: Junioren-Europameister Manuel Copetti ersetzt Robrahn Das Herzblut des MSC Brake

Bielefeld  (WB). Ob Sumpf, Wald oder Steinbruch: Motorradtrialer sind in jedem Terrain zu Hause. Dass sie auch unter dem Hallendach in einer Zeichentrick-Kulisse zu Tricks erster Güte fähig sind, werden insgesamt zehn Piloten am Sonntag (Start: 14.13 Uhr) beim 29. Internationalen Hallentrial in der Seidensticker Halle unter Beweis stellen.

Von Jörg Manthey
MSC-Vorsitzender Diedrich Weber im kreativen Zentrum des MSC-Klubgeländes mit Tom, dem fiesen Katzenpart von Tom und Jerry. Der Parcours entführt die zehn Piloten aus dem In- und Ausland am Sonntag in die Hindernis-Hinguckerwelt des Zeichentrick – und im monumentalen Falle von Batmans Gotham City hinauf in luftige Fahrhöhen auf 6,50 Meter.
MSC-Vorsitzender Diedrich Weber im kreativen Zentrum des MSC-Klubgeländes mit Tom, dem fiesen Katzenpart von Tom und Jerry. Der Parcours entführt die zehn Piloten aus dem In- und Ausland am Sonntag in die Hindernis-Hinguckerwelt des Zeichentrick – und im monumentalen Falle von Batmans Gotham City hinauf in luftige Fahrhöhen auf 6,50 Meter. Foto: Jörg Manthey

Für den Deutschen Vizemeister Jarmo Robrahn, der verletzungsbedingt absagen musste, haben die Braker hochkarätigen »Ersatz« gefunden: Manuel Copetti (19) aus Italien ist amtierender Junioren-Europameister und passt perfekt in die Riege der »jungen Wilden«. Der Waliser Iwan Roberts (20) ist Junioren-Weltmeister, das war der Britische Meister Jack Price vor zwei Jahren auch schon. Lorenzo Gandola (17) ist Weltmeister der 125 ccm-Klasse, Martin Matejicek Tschechiens Nummer eins.

Kadlec ist Webers Favorit

Für Diedrich Weber, Vereinsvorsitzender und Koordinator der Veranstaltung, ist Deutschlands Toppilot Franzi Kadlec, Zweiter beim ADAC-Hallentrial in Ingolstadt, ein Favorit auf den Tagessieg. Ein bisschen Wunschdenken ist auch dabei. »Der Junge hat es verdient. Er ist fahrtechnisch in der Lage, das Ding zu gewinnen. Der letzte Deutsche Sieger bei uns war Carsten Stranghöner. Das liegt schon lange zurück.«

Vorfreude auf Steinzeit-Auto

Weber betont, dass das Hauptaugenmerk der Sektionsbaumeister um Sven Hauke und Jochen Lipski darauf liege, allen Fahrern im Vorlauf eine Bühne zu schenken, um ihr Potenzial zu zeigen. »Da kann auch eine Nullrunde der Spitze in der Luft liegen.« Im Finale der vier Besten wird das Niveau deutlich angehoben; Zufallstreffer Fehlanzeige. »Da ist Priorität, dass es auf keinen Fall zwei Leute mit einer Null geben wird«, schmunzelt Weber. Der freut sich im übrigen auf das etwa 2,50 Meter hohe Steinzeit-Auto der Flintstones. »Das wird ein geiler Hingucker, technisch anspruchsvoll.« Eine knifflige Sektion werde auch das monumentale Gotham City – die Piloten bekommen eine Spur in 6,50 Meter Höhe serviert.

»Die Klubmitglieder erledigen alle Sachen rund ums Trial mit Herzblut. Das geht ganz leicht von der Hand«, erzählt Diedrich Weber. Anders sei es bei solchen Detailarbeiten, die »kein Mensch sieht, die aber unerlässlich für den ordentlichen Gesamteindruck des Zuschauers sind. Das ist viel Arbeit.« Die Vorfreude steigt, der Druck weicht: Samstagmorgen um 7 Uhr stehen die ersten 40 Leute samt LKW’s vor der Halle. »Samstag sind 101 Leute im Einsatz, Sonntag sogar 113«, erzählt Weber stolz. »Einfach phänomenal, wie sich jeder einbringt und die übernommene Aufgabe so umsetzt, dass wir am Sonntagabend mit Fug und Recht sagen können: Es war wieder eine großartige Veranstaltung.« Die Zwangspause im vorigen Jahr hatte nur eine kurze Weile für enttäuschte Gesichter gesorgt. Der MSC Brake füllte diese Lücke im Vereinsleben mit einem vereinsinternen Frühstück und anschließendem Spaßtrial; die Fahrer zwischen 14 und 60 Jahren hatten eine Riesengaudi.

Die Beta soll glänzen

Derweil der überwiegende Teil der Konkurrenz aktuell in Italien und Spanien bei besten klimatischen Bedingungen stundenlang nach Herzenslust professionell trainieren kann, geht MSC Brake-Starter Markus Schütte alltäglich und noch bis Samstagmittag seinem Beruf als Schweißfachingenieur hinterher. Obgleich die Aussichten auf ein starkes Abschneiden eher gering sind, wächst auch beim 27-Jährigen die Vorfreude auf sein Heimspiel. Das Abschlusstraining liegt hinter ihm, der Technische Dienst für seine Beta EVO 300 ist erledigt: Ölwechsel, neue Schutzbleche (»das Teil soll ja schick aussehen und glänzen«) sowie ein neues Hinterrad (»für den Kopf«).

Längst kein Geheimtipp mehr

Diedrich Weber wünscht allen Fahrern »einen unfallfreien Ritt durch die bunte Welt des Zeichentrick« und hofft, dass Hallenarzt Dr. Thomas Müller-Schwefe ohne Einsatz bleibt. Das 29. Hallentrial – für Oberbürgermeister Pit Clausen ist dieses Spektakel »ein absoluter Geheimtipp, der schon längst kein Geheimtipp mehr ist.« Bernd Noltekuhlmann, Vorstand für Sport im ADAC Ostwestfalen-Lippe, freut sich auf »das Geschick und die teilweise verblüffende Akrobatik« bei dem Versuch, die Sektionen fehlerfrei zu bewältigen. »Da sind bleibende Eindrücke vorprogrammiert.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.