Lei, Hutter, Dierks und Schwarzer werden Tischtennis-Drittligisten wohl verlassen SV Brackwede muss sich neu aufstellen

Bielefeld (WB). Auf die Macher beim Tischtennis-Drittligisten SV Brackwede kommt allerlei Arbeit zu. Nach Lage der Dinge werden sich Abteilungsleiter Thorsten List und seine Mitstreiter zur neuen Saison nach einer komplett neuen Mannschaft umsehen müssen. Neben Balazs Hutter werden wohl auch Spitzenspieler Yang Lei, Dwain Schwarzer und Maximilian Dierks Brackwede den Rücken kehren.

Von Henrik Wittenborn
Vier Abschiede stehen bevor: Maximilian Dierks, Dwain Schwarzer, Yang Lei und Balazs Hutter (von links) werden nach Lage der Dinge nicht über das Saisonende hinaus für den Tischtennis-Drittligisten SV Brackwede aufschlagen.
Vier Abschiede stehen bevor: Maximilian Dierks, Dwain Schwarzer, Yang Lei und Balazs Hutter (von links) werden nach Lage der Dinge nicht über das Saisonende hinaus für den Tischtennis-Drittligisten SV Brackwede aufschlagen. Foto: Bernhard Pierel

Dabei hatte Thorsten List Fragen zur personellen Situation über das Saisonende hinaus zuletzt noch abgeblockt und in den März verschoben. Rund um das 6:4 gegen den SV Siek am Sonntag Wochenende klarte die Lage bei der SVB allerdings schon auf.

Der wohl schmerzlichste Verlust: Yang Lei wird nach vier erfolgreichen Jahren nicht mehr für den Drittligisten aufschlagen. »Ich bin jetzt 40 Jahre alt und muss mich allmählich auf meine Arbeit als Trainer konzentrieren.« Glück für den Deutsch-Chinesen, dass es das passende Angebot bereits gibt. Lei wird zur neuen Saison als Trainer für den Bundesligisten TTC Schwalbe Bergneustadt arbeiten. »Das war ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte.«

Vieles von Ligazugehörigkeit abhängig

Der Abschied aus Brackwede falle ihm dennoch äußerst schwer. »Ich habe mich hier sehr wohlgefühlt. Und vielleicht komme ich ja irgendwann zur SVB zurück.« Parallel wird Lei weiterhin in Düsseldorf als Honorartrainer beim Deutschen Tischtennis-Bund arbeiten. »Dadurch habe ich zuletzt nicht mehr die Zeit gefunden, ausreichend zu trainieren. Und in der 3. Liga ist es in den zurückliegenden zwei, drei Jahren schwieriger für mich geworden«, gesteht Lei. Thorsten List will seine Nummer eins aber noch nicht endgültig aufgeben und kündigte weitere Gespräche mit Yang Lei an – wenngleich die Chancen auf einen Verbleib wahrlich nicht gut stünden.

Für List hängt vieles ohnehin von der nach wie vor ungeklärten Ligazugehörigkeiten in der nächsten Saison ab. Schafft die SVB den Ligaverbleib, könnte sich das Personalkarussell durchaus noch einmal in eine ganz andere Richtung drehen. »Die 3. Liga ist für Vereine deutlich komplizierter zu planen, weil es einfach weniger Spieler gibt, die auf einem solchen Niveau spielen können. In der Regionalliga sähe das schon wieder anders aus«, erklärt List.

Ernsthafte Planungen werden deshalb auch erst nach Spiel beim TTC Lampertheim am Wochenende aufgenommen. »Wenn wir dort verlieren, müssen wir in Richtung Regionalliga schauen.« Die Zeit könnte dabei schon bald ein entscheidender Faktor werden: »Je später es wird, desto kleiner ist der Markt von potenziellen Zugängen.«

Auch Drittliga-Verzicht könnte ein Thema werden

Für List ist bisher nur klar, dass Balazs Hutter den Verein im Sommer verlassen wird und wieder für seinen Heimatklub ASV Süchteln spielen wird. Auf Nachfrage kündigte allerdings auch Maximilian Dierks an, Brackwede schweren Herzens den Rücken zu kehren. »In meinem Geografie-Studium steht im nächsten Semester die Bachelorarbeit an. Deshalb will ich die weiten Fahrten vermeiden und eventuell im Hannoveraner Raum weiterspielen.« Auch hier hofft List allerdings, im Falle eines Klassenerhalt noch einmal die Chance auf einen Dierks-Verbleib zu bekommen.

Ähnlich gestalte sich die Situation auch bei Dwain Schwarzer. »Für die Regionalliga wird er die weiten Fahrten aus Baden-Württemberg nicht mehr auf sich nehmen«, sagt List. Wie das im Falle eines Klassenerhalts aussähe? Für den Abteilungsleiter ist das ebenfalls noch nicht abschließend geklärt.

Überhaupt gehen die Überlegungen der Brackweder Verantwortlichen derzeit in alle Richtungen. Auch ein möglicher Rückzug aus der 3. Liga könnte demnächst noch ein Thema werden. »Das hängt alles von unserer Mannschaft ab. Es kann in jedem Fall nicht unser Ziel sein, dass wir in der 3. Liga dauerhaft überfordert sind«, verrät List.

Klar ist damit momentan nur, dass sich die SVB keine Sorgen um den Kampfgeist seines (wohl) scheidenden Quartetts machen muss. Nach dem 6:4 gegen Siek steckten Verantwortliche und Spieler die Köpfe zusammen. Die Marschroute für den Rest der Saison: »Wir werden alles für den Klassenerhalt geben«, sagen Yang Lei und Maximilian Dierks unisono. Nach Lage der Dinge wäre der Ligaverbleib aber nur ein Abschiedsgeschenk.

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