Fußball-Westfalenliga: VfB nur 1:1 gegen Beckum Fichte trifft spät – und hadert trotzdem

Bielefeld (WB). Ein Spiel, zwei Perspektiven: Rein tabellarisch hat Fußball-Westfalenligist VfB Fichte im vorab als »Sechs-Punkte-Spiel« auserkorenen Duell mit der Spvg. Beckum zwei Punkte verloren. »Aber wenn man den Spielverlauf sieht, dann haben wir eher einen gewonnen«, sagte Torschütze Niklas Szeleschus nach dem 1:1 (0:1) in letzter Sekunde.

Von Henrik Wittenborn
Starkes Debüt: Oliver Bollwicht (rechts) kam erst im Winter von der U23 des DSC Arminia zum VfB Fichte und verlieh seinem neuen Team prompt mehr Stabilität.
Starkes Debüt: Oliver Bollwicht (rechts) kam erst im Winter von der U23 des DSC Arminia zum VfB Fichte und verlieh seinem neuen Team prompt mehr Stabilität. Foto: Thomas F. Starke

Schiedsrichter Rene Gimmler hatte seine Uhr schon fest im Blick und sichtbar schon zum Abpfiff angesetzt, als er dem VfB doch noch diesen einen letzten Angriff laufen ließ. Ein letztes Mal flankte David Schwesig von der linken Seite in den Strafraum – und fand endlich den richtigen Abnehmer. Niklas Szeleschus stand zentral vor dem Tor ebenso richtig wie allein und köpfte punktgenau zum umjubelten 1:1 ins rechte Toreck.

Herford weiter vor dem VfB

Der ganze VfB schmiss sich Sekunden später auf seinen entscheidenden Mann. Nach der Jubelarie folgte allerdings die Ernüchterung. Denn das achte Unentschieden (Ligahöchstwert) bringt Fichte in der Tabelle kein Stück weiter. Im Gegenteil: Der am Sonntag noch spielfreie SC Herford bleibt damit weiterhin vor den Hüpkern auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, mit Ausnahme der Beckumer (16) haben jetzt alle Teams 17 Spiele absolviert.

Das die Bielefelder den ersehnten Befreiungsschlag einmal mehr verpassten, musste sich der VfB zu wesentlichen Teilen selbst zuschreiben. »Zu kopflos im Spiel nach vorne«, lautete das Urteil vom zur Pause eingewechselten Niklas Szeleschus. Dabei taten sich die Gastgeber auch ohne den Torschützen schon vor der Pause ungemein schwer, für Gefahr vor dem leidenschaftlich verteidigten Beckumer Tor zu sorgen.

Erst nach Platzverweis zielstrebiger

Bis die Torchancen plötzlich schwallartig über die Spvg. hereinbrachen. Clemens Bachmann (31.) und der erneut unglückliche Jan Menne (32. und 34.) konnten allerdings nicht für den erlösenden Treffer sorgen. Nach Oliver Cylkowskis 0:1 nach 22 Minuten wäre es allerdings auch nur das Tor zum Ausgleich gewesen. Der Beckumer Angreifer durfte nach einer laut VfB-Trainer Mario Ermisch »unnötigen Ecke« erstaunlich unbedrängt zur Führung einköpfen.

Kurios: Zielstrebiger wurde das Fichte-Spiel erst in eigener Unterzahl. Anders als in vielen übrigen Szenen lag Schiedsrichter Gimmler in der 76. Minute bei der Zweikampfbeurteilung richtig und schickte Fichtes Kayhan Kaya nach einem überharten Einsteigen mit Rot vom Platz. Ermisch stellte in der Schlussphase auf eine Dreierkette um und sein Team brachte die massive Beckumer Defensive im Minutentakt ins Wanken. Zu Fall brachte sie Szeleschus dann erst in letzter Sekunde.

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