Handball-Oberliga: TSG feiert 26:18-Arbeitssieg über Ferndorf II Späte Belohnung

Bielefeld  (WB). Die TSG A-H Bielefeld hat in der Handball-Oberliga den erhofften Heimsieg über die »Zwote« des TuS Ferndorf eingefahren und sitzt dem punktgleichen Primus TuS Spenge weiter im Nacken. Beim 20:18 (52.) sah es wohl kurzzeitig ein bisschen brenzlig aus; am Ende leuchtete aber doch ein sicheres 26:18 (14:9) auf der Anzeigetafel.

Von Jörg Manthey
Die TSG-Abwehr – hier mit Nils Prüßner, Gustav Rydergard und Johannes Krause – packte überwiegend ordentlich zu und ließ nur neun Treffer pro Halbzeit zu. Maximilian Kroll (rechts, 14 Paraden) war ein zuverlässiger Rückhalt.
Die TSG-Abwehr – hier mit Nils Prüßner, Gustav Rydergard und Johannes Krause – packte überwiegend ordentlich zu und ließ nur neun Treffer pro Halbzeit zu. Maximilian Kroll (rechts, 14 Paraden) war ein zuverlässiger Rückhalt. Foto: Bernhard Pierel

Trainer Michael Boy äußerte sich zufrieden über die zwei Punkte. Dafür war ihm die Chancenauswertung ein Dorn im Auge. »Wir haben viele gute Möglichkeiten kreiert und hätten es uns leichter machen können. Wenn wir hinten schon so lange und gut stehen, müssen wir uns einfach mehr belohnen«, merkte er angesichts 18 Fehlwürfen sowie acht technischen Fehlern kritisch an. Doch er habe auch »viele gute Sachen« gesehen.«

Unbequeme offene Abwehr

Ferndorfs unbequeme offensive Deckung störte das Bielefelder Aufbauspiel früh. Insbesondere Marius Kastening und Arne Kröger wurden aggressiv angegangen. Trotzdem konnte das Heimteam vor 450 Zuschauern aus dem 2:2 (5.) eine 7:2-Führung (13.) machen.

Nach dem 11:7 (23.) erhielt der gute Maximilian Kroll Szenenapplaus. Bei seinem siebten gehaltenen Ball saß er auf dem Hosenboden, das Spielgerät – auf der Linie ruhend – klebte dank Pecke so hartnäckig an Krolls Hose, dass er es zunächst gar nicht abbekam. Da feixten sie auf der Bank.

Vom 19:11 auf 20:18

Auch wenn bei der TSG bis zum 14:9-Pausenstand nicht alles rund lief; Ferndorf II, ohne seinen Topwerfer Mattis Michel angetreten, war in seinen Möglichkeiten zu limitiert, um die Unzulänglichkeiten im Spiel des Gastgebers folgenschwer zu bestrafen. Nach dem 19:11 durch einen listigen Hinz-Heber (41.) verlor der Tabellenzweite etwas die Kontrolle über das Match. Zu ungenauen Würfen gesellten sich Abpraller in der Deckung, die eine fette Beute für den Gegner waren. So hieß es 1:7 Tore später nur noch 20:18 (52.). In diesen elf Minuten mangelte es dem Favoriten an der nötigen Abgeklärtheit. Im nicht ausverkauften Heeper Dom wurde es unruhig. Die deutlichen Worte, die Michael Boy in der Auszeit fand, fruchteten. Denn in den letzten acht Minuten sollte Ferndorf II kein Treffer mehr gelingen. Unter anderem erhöhten Marius Kastening (22:18, 53.) und Nils Strathmeier (25:18, 58.) in dieser Phase mit Würfen ins leere Tor.

Krause ohne Wurf aufs Tor

Ferndorfs Trainer Michael Feldmann lobte die Einstellung seiner Mannschaft und fuhr trotz der Niederlage »nicht unzufrieden« zurück. »Wir haben 60 Minuten Gas gegeben. Mit unserer nickligen 3:2:1-Abwehr haben wir die TSG vor Probleme gestellt. Acht Tore sind ein bisschen zu hoch.«

Auch wenn Michael Boy hinterher darauf verwies, dass sein Team einen »Plan« verfolgt und sich auch insgesamt daran gehalten habe; gehobene Spielkultur im Positionsangriff war oft Fehlanzeige. Marius Kastening oder auch Johannes Krause, der nicht ein Mal aufs Tor warf, erwischten als Regisseur keinen guten Tag. Ferndorf II provozierte zahlreiche Fehler oder zwang die TSG genauso mehrfach ins Zeitspiel. Wie’s richtig geht gegen eine offensive Deckung, war beim 23:18 schulmäßig zu sehen, als Julius Hinz von Außen einlief und vom Kreis zum 23:18 traf (46.) traf. Solche gescheiten Blitzmomente waren allerdings rar gesät.

»Kategorie Arbeitssieg«

»Das war die Kategorie Arbeitssieg. Wir haben zu viel verworfen. Unsere Chancenauswertung war stark verbesserungswürdig«, räumte Kreisläufer Tobias Fröbel ein, ehe er sich in eine lange Superbowl-Footballnacht verabschiedete. TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik registrierte zwar die Problemphasen, hielt aber fest: »Am Ende des Tages haben wir mit acht Toren gewonnen. Jetzt trennen uns noch elf Siege vom Aufstieg!« Nur noch der TuS Spenge kann den streitig machen, nachdem der VfL Gladbeck eine 31:36-Niederlage bei LIT Tribe Germania – am 18. Februar Gastgeber für die TSG – kassiert hat.

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