Nicht nur heimische Footballer fiebern vor der Glotze mit – Bulldogs-Party im »Hanky« Bielefeld im Bann des 52. Super Bowls

Bielefeld (WB/jm). Der Super Bowl, größtes Einzelsportereignis auf dem Erdball, kürt den Champion im American Football. Im U.S. Bank Stadium von Minneapolis bekriegen sich diesmal die New England Patriots und Philadelphia Eagles. Das finale »Schach mit Kühlschränken« in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar hat auch Bielefeld im Griff. Kick Off ist um 0.30 Uhr.

Superstar Tom Brady (40): Der erfolgreiche Quarterback der New England Patriots, die als Titelverteidiger ins Finale gegen den Außenseiter Philadelphia Eagles gehen, kann mit seinem Team zum sechsten Mal Super Bowl-Champion werden.
Superstar Tom Brady (40): Der erfolgreiche Quarterback der New England Patriots, die als Titelverteidiger ins Finale gegen den Außenseiter Philadelphia Eagles gehen, kann mit seinem Team zum sechsten Mal Super Bowl-Champion werden. Foto: dpa

Handballer im Königskrug

Fiebert im Kreis der Handballszene mit: Tobias Fröbel von der TSG A-H.

Weltweit lässt sich fast eine Milliarde Zuschauer das TV-Ereignis nicht entgehen. Bei uns überträgt der Privatsender Pro Sieben das NFL-Endspiel live. Die Countdown-Show beginnt um 20.15 Uhr. Es sich auf dem Sofa vor der Glotze gemütlich zu machen, ist für viele ein Muss, und Nicht-Footballer sind dem Phänomen genauso verfallen.

Zum Beispiel Tobias Fröbel, Kreisläufer des Handball-Oberligisten TSG A-H Bielefeld. Seit Footballspiele regelmäßig im deutschen Fernsehen gezeigt werden, hat sich Fröbel mit dem Regelwerk befasst. Für ihn ist der komplexe Sport kein Buch mit sieben Siegeln. »Selbstverständlich« wird er auch diesmal wieder mitfiebern.

Im »Königskrug« in Lockhausen – Wirt Jürg (»Scholli«) Schütz ist ein glühender Footballfan – versammeln sich Leute wie Pascal Welge (SF Loxten), Kevin Becker oder Leon Prüßner (beide TuS Spenge). »Eine bunte Truppe, die man vom Handball her kennt«, grinst Fröbel. »Ich habe vor zwei Jahren ein Spiel der New York Giants live gesehen. Seitdem verfolge ich die etwas intensiver«, berichtet Fröbel, der ziemlich sicher ist, dass Patriots-Quarterback Tom Brady »sich den sechsten Ring aufsetzen wird. Er ist einfach der beste Spieler aller Zeiten.«

Garant für viele Punkte?

»Ein Muss für alle, die Football lieben«, findet Heiko Schreiber.

Super Bowl 52 in der Heimstätte der Minnesota Vikings ist eine Neuauflage von Super Bowl 39 aus dem Jahr 2005. Die Patriots und Brady konnten sich damals mit 24:21 durchsetzen. Für die Eagles ist es die dritte Super-Bowl-Teilnahme der Vereinsgeschichte. Bulldogs-Sportdirektor Heiko Schreiber (»Dieses Spiel ist für alle, die Football lieben, ein Muss«) hält es mit keinem der beiden Teams. »Ich hoffe einfach auf ein wunderschönes Spiel zweier offensivstarker Mannschaften. Eigentlich ein Garant für viele Punkte.« Superstar Brady werde alles dafür tun, seinen Legendenstatus zu zementieren, glaubt Schreiber.

Schließlich kann der 40-Jährige der erste Spieler sein, der sechsmal die Vince-Lombardi-Trophäe gewinnt, den Pokal aus Sterling-Silber. Ein bisschen scheinen Schreibers Sympathien doch auf den Adlern zu ruhen. »Als sich der eigentlich unersetzliche Carson Wentz das Kreuzband im linken Knie gerissen hatte, hatte niemand mehr einen Blumentopf auf Philadelphia gesetzt. Und mit ihrem Backup-Quarterback Nick Foles haben sie es dann bis ins Finale geschafft.«

Heiko Schreiber ist Sonntagnacht wie viele andere Kollegen auch beim Public Viewing im Country- und Western-Saloon »The Real Hanky« zu finden. Von 21 Uhr an ist das Hanky für die Super Bowl-Party der Bielefeld Bulldogs reserviert.

Gorny mag Eagles-Teamspirit

Drückt den Eagles die Daumen: Niklas Gorny.

Für Bulldogs-Quarterback Niklas Gorny ist es ein Muss, die Nacht von Sonntag auf Montag vier Stunden oder länger gebannt vor der Glotze zu verbringen. »Wobei ich persönlich Collegefootball-Spiele anschaulicher finde.«

Er schätzt wohl Tom Brady (»Zeigt trotz seines Alters und seiner Historie echt klasse Aktionen«), legt seine Sympathien aber mehr auf die Eagles. »Weil sie mein Lieblingsteam rausgehauen haben und sie nur gegen den Super Bowl-Gewinner rausfliegen können.«

Vorglühen in Willingen

Erst Skispringen, dann Super Bowl: Felix Kroll.

Für die Wettanbieter sind die Patriots aus Massachusetts der erklärte Favorit. Bulldogs-Teamleader Felix Kroll ist emotional klar gepolt. »Ich bin für keinen, aber wie der Rest der Welt gegen die Patriots.« Das sei ähnlich wie mit dem FC Bayern München. »Entweder du magst sie, oder du magst sie nicht.«

Für Felix Kroll rundet der Super Bowl ein kurzweiliges Wochenende ab, das an der Mühlenkopfschanze in Willingen beginnt. »Vorher bin ich beim FIS Skisprung-Weltcup.« Krolls Herz schlägt für die Seattle Seahawks, die aber in der NFC das Fernduell mit den Atlanta Falcons verloren und sich erstmals seit vielen Jahren nicht für die Play Offs qualifiziert hatten.

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