Oberliga: TSG bei Verfolger Gladbeck – TuS 97 erwartet Möllbergen »Wir haben was gutzumachen«

Bielefeld (WB/jm/wie). Formkrise oder Wiederauferstehung? Die TSG A-H Bielefeld hat am Samstagabend im Gastspiel beim wiedererstarkten Tabellendritten VfL Gladbeck die (allerdings höchst anspruchsvolle) Chance, verloren gegangenes Terrain zurückzuerobern. Der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck möchte den Vier-Punkte-Rückstand auf Mitaufsteiger TuS 09 Möllbergen verringern (Samstag, 17.45 Uhr).

Nach der Derbypleite gegen den TuS Spenge stehen Jakob Röttger und der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck im Heimspiel gegen Mitaufsteiger TuS Möllbergen unter Erfolgsdruck.
Nach der Derbypleite gegen den TuS Spenge stehen Jakob Röttger und der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck im Heimspiel gegen Mitaufsteiger TuS Möllbergen unter Erfolgsdruck. Foto: Peter Unger

Boy will eine Trotzreaktion

Wie effektiv eine Trotzreaktion sein kann, hat die TSG A-H Bielefeld ja gerade selbst leidvoll erfahren müssen. Eine Woche, nachdem der VfL Mennighüffen von Loxten eingeseift worden war (17:31), zeigten die Verlierer ihr anderes Gesicht, verpassten der TSG mit 23:25 die erste Auswärtsniederlage und stießen sie damit gleichzeitig vom Thron. Trainer Michael Boy hofft, dass dieser Anschauungsunterricht gefruchtet hat. »Alle starten wieder bei Null«, erklärt Boy. »Es ist egal, wieviel Miese wir haben. Wir haben etwas gutzumachen!« Er spürt, dass teilweise Leistungsträger unzufrieden mit sich selber sind. Boy hat daher in der Woche zahlreiche Einzelgespräche gesucht.

Das eindeutige Hinspiel (33:21) hat zum Rückrundenauftakt keine Aussagekraft mehr. Vielmehr dürfte diese Erfahrung vom Saisoneinstieg den Gladbeckern, die nur noch drei Zähler hinter der TSG auf Rang drei lauern, anstacheln. Der Vorjahres-Vize überzeugte beim 28:26 in der Bördehalle (Coach Sven Deffte: »Ein Riesenspiel«), Soests erster Heimpleite, als Einheit. Genau das war zuletzt das Manko des Ex-Primus, der in Mennighüffen in seine Einzelteile zerfiel. Das wurde in einer konstruktiven Teamsitzung am Dienstag angesprochen und im besten Fall auch ausgemerzt.

»Wir dürfen jetzt nicht in Panik verfallen und wären gut beraten, wieder zu unserem strukturierten Spiel zurückzufinden«, findet Kreisläufer Tobias Fröbel, so wie alle TSG-er gierig auf »ein vernünftiges Erfolgserlebnis«.

Bloß nicht überdrehen bei dem Versuch, Hochgeschwindigkeitshandball auszugraben. Gladbecks Serientäter haben seit Mitte September, seit elf Spielen, nicht mehr verloren. Mit Björn Sankalla (86/23) und Max Krönung (84/11) ist Gladbeck mit zwei Werfern in den Top Fünf der Liga-Torjägerliste vertreten. Sven Deffte wirkt vor Samstagabend ganz entspannt. »Wir haben jetzt die breite Brust. Eigentlich waren wir schon weg vom Fenster, gehen jetzt aber ganz befreit in das Spitzenspiel.«

Michael Boy hat Gladbecks 28:25-Heimsieg über Augustdorf analysiert. »Da waren Schwächen sichtbar, die wir ausnutzen können.« Boy verlangt von seinem Team in der Riesener Sporthalle »definitiv mehr Zug zum Tor als zuletzt« und will sehen, dass Spielzüge gewissenhaft bis zur sicheren Chance ausgespielt werden. »Wir haben einen klaren Plan. In Gladbeck zu gewinnen, gibt uns einen doppelten Schub.« Der Einsatz von Til Kirsch (Magen-Darm) ist fraglich. Gustav Rydergard (Ellenbogenprobleme) soll mitwirken können.

TuS 97 unter Druck

Vor dem TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck liegt nach der Derbyklatsche gegen Spenge (20:33) einmal mehr ein richtungsweisendes Heimspiel. »Wir dürfen den Anschluss ans Mittelfeld und an Möllbergen nicht verlieren. Also muss ein Sieg her«, sagt TuS 97-Trainer Eric Husemann vor dem Aufsteiger-Duell am Samstag (17.45 Uhr) in Jöllenbeck. Während die Jürmker zum Abschluss der Hinrunde vom neuen Tabellenführer aus Spenge vorgeführt wurden, feierte Möllbergen durch ein Siebenmetertor in letzter Sekunde einen 30:29-Sieg beim HSV Hemer und blickt auf eine starke erste Halbserie (13:13 Punkte) zurück.

»Die haben fast das Optimum herausgeholt«, zollt Eric Husemann dem Team von Trainer André Torge, das während der Hinrunde mit einigen Verletzungssorgen zu kämpfen hatte, Respekt. In Hemer agierte Möllbergen nach dem frühen Ausscheiden von Kapitän Simon Witte (Matchstrafe; 10.) fast durchgehend mit einem siebten Feldspieler im Angriff. »Darauf müssen wir eingestellt sein«, betont Husemann, der sich aber nicht am Gegner orientieren möchte: »In erster Linie geht es darum, dass wir ordentlich Handball spielen und uns im Vergleich zum Spenge-Spiel steigern.«

Verzichten muss der TuS 97 bei diesem Vorhaben vermutlich auf Malte Begemann (Grippe) und Moritz Pieper (Zehverletzung). Außerdem haben die Jürmker noch etwas aus dem Hinspiel (22:27) gutzumachen. Jöllenbecks Sportlicher Leiter Thorsten Lehmeier nimmt das Team in die Pflicht: »Das sind die Heimspiele, die wir gewinnen müssen!«

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