Handball-Oberliga: TSG A-H Bielefeld kassiert 23:25-Pleite in Mennighüffen Der Thron ist erstmal futsch

Bielefeld  (WB/jm). Bitterer Hinrundenabschluss für die TSG A-H Bielefeld: Mit der 23:25 (11:10)-Pleite beim VfL Mennighüffen, der zweiten Saisonniederlage, hat der Spitzenreiter den Tabellenthron der Handball-Oberliga wegen des direkten Vergleiches an den punktgleichen TuS Spenge (beide 22:4) abgeben müssen. Aus dem Gejagten ist ein Jäger geworden! Solch ein Malheur hatte sich angesichts zuletzt wenig überzeugender Leistungen angekündigt.

TSG-Linksaußen Julius Hinz musste sich gegen Mennighüffens Abwehrbeton mit zwei Feldtoren begnügen.
TSG-Linksaußen Julius Hinz musste sich gegen Mennighüffens Abwehrbeton mit zwei Feldtoren begnügen. Foto: Jens Senftner

»Unsere Vielzahl an Fehlwürfen hat Mennighüffen im Spiel gehalten«, sagte Trainer Michael Boy niedergeschlagen. Mehr als 25 Fahrkarten leisteten sich die Distanzschützen am Sonntagabend. »Unser Rückraum ist blass geblieben. Wir haben uns Würfe genommen, die wir nicht hätten nehmen dürfen.«

Von 0:2 auf 6:3

Die Partie begann zäh. Nach vier Minuten hieß es 0:2. Wenig später fiel Abwehrchef Gustav Rydergård mit einer Ellenbogenverletzung aus. Erst in der siebten Minute konnte Julius Hinz verkürzen. »Die hatten kein Messer zwischen den Zähnen, sondern haben uns vielmehr eingeschläfert«, merkte Boy an. Aus dem 1:3 (8.) machte die TSG binnen fünf Minuten ein 6:3, darunter drei Strathmeier-Treffer. Das zwang VfL-Coach Jedrzey zu einer Auszeit (13.). Dessen Maßnahmen stachen. Fortan herrschte wieder für eine Weile Funkstille im TSG-Angriff. Mennighüffen verkürzte auf 5:6 (19.). Nun sah sich Michael Boy, der bis dato erst ein Rückraumtor notierte, zur grünen Karte genötigt. Keeper Maximilian Kroll erhöhte mit einem weiten Wurf ins leere Tor auf 7:5 (20.). Bis zur Pause blieb es eng, aber die Führung stets in Bielefelder Hand.

Tluczynski nicht zu bremsen

Das änderte sich. Mennighüffen merkte: Hier geht was! Diese TSG ist schlagbar! In Überzahl glückte dem früheren TSG-er Pascal Schumann der 16:16-Ausgleich (44.). Tomasz Tluczynski holte mit seinem fünften Treffer die Führung für Mennighüffen zurück (17:16, 45.) und traf dann in Unterzahl per Siebenmeter zum 18:17 (50.). Nach seinem Treffer zum 19:19 kassierte Tim Schuwerack eine Zeitstrafe. Die Hausherren wussten das zum 20. Tor zu nutzen; Pascal Schumann ärgerte seinen Ex-Klub. Tluczynski, insgesamt acht Treffer, läutete die fünf Schlussminuten mit dem 21:20 ein. Arne Kröger kassierte jetzt seine zweite Zeitstrafe, und die TSG geriet mit zwei Toren in Rückstand (20:22, 55.).

»Totalausfall auf allen Positionen«

Tim Schuwerack glückte wohl nochmal der 21:22-Anschluss, doch 90 Sekunden vor Schluss durchkreuzte Mats Lennart Köster die TSG-Hoffnungen auf einen Punktgewinn. Mennighüffen band den Sack entschlossen zu. Am 13. Spieltag ist die TSG nur noch Zweiter. »Ein rabenschwarzer Tag. Es hat nichts funktioniert«, regis-trierte Geschäftsführer Christian Sprdlik nachdenklich einen »Totalausfall auf allen Positionen.«

TSG: Kroll (1)/Hendrich – Schuwerack (2), Kröger (1), Prüßner (1), Fröbel, Kastening (3), Krause (4), Strathmeier (5), Kirsch, Rydergård, Hinz (4/2), Sewing (2).

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