Oberliga: TuS 97 unterliegt Spenge vor 1000 Zuschauern mit 20:33 Jöllenbeck bleibt ohne Chance

Bielefeld (WB). Sie wollten den Favoriten ärgern, doch daraus wurde nichts: Handball-Oberligist TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck hat am Abend das Nachbarschaftsderby gegen den Tabellenzweiten TuS Spenge mit 20:33 (10:17) verloren.

Von Arndt Wienböker
Kein Durchkommen: Jöllenbecks Christian »Michel« Niehaus wird in dieser Szene von Sebastian Kopschek am Wurf gehindert. An der Spenger Abwehr und Keeper Bastian Räber bissen sich die Jürmker im Derby die Zähne aus.
Kein Durchkommen: Jöllenbecks Christian »Michel« Niehaus wird in dieser Szene von Sebastian Kopschek am Wurf gehindert. An der Spenger Abwehr und Keeper Bastian Räber bissen sich die Jürmker im Derby die Zähne aus. Foto: Peter Unger

Nur bis zur 20. Minute konnten die Gastgeber vor 1000 Zuschauern in der gut besuchten Sporthalle Jöllenbeck das Prestigeduell offen gestalten. »Am Anfang haben wir zu viele Chancen liegen gelassen«, haderte Spenges Coach Heiko Holtmann.

Durch zwei Siebenmetertore von Daniel Meyer konnte Jöllenbeck zum 4:4 (10.) ausgleichen und ließ sich in der Folge auch durch einen 4:7-Rückstand nicht beirren (12.). In Überzahl machten TuS 97-Kapitän Leon Ludwigs und Meyer aus einem 7:9 ein 9:9 (19.). Bis zu diesem Zeitpunkt schien sogar eine Überraschung möglich. Kreisläufer Lukas Heins traf gar zum 10:9, doch der Treffer wurde nicht anerkannt, weil Heins den Kreis betreten hatte. Es wäre die einzige Führung für die Jürmker gewesen.

Dann, mit der Einwechslung des Ex-TSGers Leon Prüßner, erhöhte der Favorit aus Spenge deutlich das Tempo und preschte innerhalb weniger Minuten davon. Nach dem 10:11 durch Nils Grothaus (23.) blieben die Hausherren bis zum Halbzeitpfiff ohne Tor. Nach 30 Minuten stand ein 10:17 auf der Anzeigetafel, womit bereits eine Vorentscheidung gefallen sein sollte. »Wir haben in der Abwehr schlecht gestanden. Der Rückstand zur Pause war zu hoch«, ärgerte sich Jöllenbecks Sportlicher Leiter Thorsten Lehmeier.

Qualitätsunterschied macht sich bemerkbar

Mit Beginn der zweiten Hälfte machte sich der Qualitätsunterschied zwischen dem Aufsteiger und dem Aufstiegsaspiranten dann immer mehr bemerkbar. Dem TuS 97 fehlten im Angriff einfach die Mittel, um die kompakte Spenger Abwehr mit einem aufmerksamen Bastian Räber dahinter zu knacken. So wurde das Derby immer mehr zu einer einseitigen Angelegenheit. Bis zum 18:25 (Heins; 49.) konnten die Jürmker zumindest den Pausenrückstand halten, dann aber machte sich auch die Breite des Spenger Kaders bemerkbar. Während die Gäste ohne großen Qualitätsverlust munter durchwechseln konnten, wurden auf TuS 97-Seite die limitierten Möglichkeiten immer deutlicher. Beim 19:29 (54.) betrug der Rückstand erstmals zehn Tore. Während Jöllenbeck weiter um jeden Treffer kämpfen musste und sich immer mehr Fehler leistete, spielte Spenge das stets faire Derby konsequent zu Ende und durfte sich in der Schlussphase von seinen mitgereisten Fans feiern lassen.

»Wir haben vorne einfach das Tor nicht getroffen und Spenge hat jeden Fehler eiskalt bestraft. Darum geht die Niederlage auch in dieser Höhe in Ordnung«, fasste TuS 97-Trainer Eric Husemann das Geschehen zusammen. Kollege Heiko Holtmann zeigte sich mit dem Auftreten seiner Mannschaft und dem Ergebnis zufrieden: »Jeder hat seine Spielanteile bekommen und wir haben nicht die Zügel schleifen lassen. Es war aber keine tadellose Leistung, am Ende hat sich Jöllenbeck auch ein bisschen aufgegeben.«

TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck: Trittin/Weinholz (n.e.) – Grothaus (6), Kraatz, Heins (3), Niehaus, Röttger (1), Meyer (7/3), Ludwigs (2), Braunheim, Begemann, Kämper, Klapdohr (1).

TuS Spenge: Räber/Becker (bei einem 7m) – Clausing, Kopschek (7/4), Reinsch (2), Wolff (2), van Zütphen (1), Brezina (3), Bracksiek, Ortjohann (1), Tesch (3), Prüßner (7), Holland (3), Gräfe (4).

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