Handball-Oberliga: Jöllenbeck will Spenge ins Straucheln bringen »Wir sind nicht chancenlos«

Bielefeld (WB). Es ist angerichtet: Wenn Handball-Oberligist TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck am Freitagabend (20 Uhr) den TuS Spenge zum Nachbarschaftsderby erwartet, scheinen die Rollen klar verteilt.

Von Arndt Wienböker
Aufgepasst: TuS 97-Trainer Eric Husemann hat seine Mannschaft auf das heutige Derby gegen Spenge eingeschworen.
Aufgepasst: TuS 97-Trainer Eric Husemann hat seine Mannschaft auf das heutige Derby gegen Spenge eingeschworen. Foto: Peter Unger

»Wir sind der klare Außenseiter. Der Druck liegt bei Spenge. Wenn die oben dran bleiben wollen, müssen sie gewinnen«, sagt TuS 97-Trainer Sven-Eric Husemann vor dem Duell des Tabellenelften (9:15 Punkte) gegen den Zweiten (20:4). Spenge reist nach acht Siegen in Folge und dem jüngsten 32:19 gegen HSV Hemer mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein an. »Die dürfen sich aber keinen Ausrutscher mehr erlauben«, weiß auch Jöllenbecks Kapitän Leon Ludwigs. Zwei Punkte beträgt Spenges Rückstand auf Primus TSG A-H Bielefeld. Dass am Ende eine dieser beiden Mannschaften aufsteigen wird, gilt für Eric Husemann als sicher: »In der Breite sind das die beiden am besten besetzten Teams der Liga. Spenge macht derzeit zudem einen sehr stabilen Eindruck.«

Husemann: »Wir müssen das Spenger Tempospiel unterbinden«

Das soll die Jürmker aber nicht daran hindern, für eine Überraschung sorgen zu können. »Wir sind nicht chancenlos«, betont der Sportliche Leiter Thorsten Lehmeier. Allerdings wissen die Jöllenbecker auch, dass sie heute Abend einen »Sahnetag« brauchen werden, um den Favoriten ins Straucheln zu bringen. Husemann: »Wir müssen vor allem das Spenger Tempospiel über die schnellen Außen Reinsch, Prüßner und Wolff unterbinden.« Dazu ist eine disziplinierte Leistung im Angriff erforderlich. »Wir dürfen uns vorne keine leichten Ballverluste erlauben, sondern müssen die Sachen konsequent zum Abschluss bringen«, fordert »Moppel« Lehmeier. Auch auf die Abwehr und die Torhüter kommt viel Arbeit zu, schließlich wirft Spenge 30 Tore im Schnitt. »Wir müssen deren starken Rückraum in den Griff bekommen. Dazu werden wir auch eine gute Torwartleistung brauchen«, weiß Husemann.

Gelingt das, könnte es eng zugehen. So wie beim letzten Liga-Treffen der beiden Nachbarn. Am 1. April 2016 knöpfte der TuS 97 Spenge in heimischer Halle einen Punkt ab (24:24). Am Ende der Saison stand dennoch der Abstieg. Das soll sich nicht wiederholen. »Durch den Sieg in Gevelsberg haben wir uns etwas Luft verschafft. Im Derby geht es aber wieder um zwei Punkte, die wir nach Möglichkeit natürlich auch holen wollen. Mit unseren Zuschauern im Rücken wollen wir uns auf jeden Fall vernünftig verkaufen und Spenge ärgern«, verdeutlicht Eric Husemann die Ausgangslage.

Dass die Derbys der beiden nicht einmal zehn Kilometer auseinanderliegenden Handball-Dörfer immer etwas Besonderes sind, liegt auf der Hand. Man kennt sich, es gibt viele Berührungspunkte. So war Eric Husemann zum Beispiel auch schon zwei Jahre als Spieler unter Spenge-Coach Heiko Holtmann am Ball – von 2003 bis 2005 beim damaligen Regionalligisten HSG Bielefeld. Jakob Röttger wechselte vor dieser Saison von Spenge nach Jöllenbeck. Außerdem sind die Spenger Sebastian Reinsch und Sebastian Kopschek beim TuS 97 als Neuzugänge für die kommende Saison im Gespräch.

»Wir freuen uns auf ein schönes Event«, blickt Thorsten Lehmeier dem Derby erwartungsfroh entgegen. Der TuS 97 kann dabei in Bestbesetzung antreten.

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