Radsport: Der Mann vom RC Sprintax nimmt an der DM im Querfeldeinfahren teil Mirco Friese mag schlammige Kurse

Bielefeld (WB). Giftige Anstiege, Laufpassagen, schnelle Straßen-Abschnitte und schnelle Abfahrten versprechen die Organisatoren der Deutschen Radcross-Meisterschaften in Bensheim. Auch ein Bielefelder Trikot wird in Hessen am kommenden Wochenende seine Kreise über Stock und Stein ziehen – drin stecken wird Mirco Friese vom RC Sprintax.

Von Henrik Wittenborn
Je anspruchsvoller, desto besser: Mirco Friese vom RC Sprintax startet am Wochenende bei der Deutschen Cross-Meisterschaft im hessischen Bensheim.
Je anspruchsvoller, desto besser: Mirco Friese vom RC Sprintax startet am Wochenende bei der Deutschen Cross-Meisterschaft im hessischen Bensheim.

Vor seinem DM-Start in der Klasse Masters 2 am Sonntagmorgen wartet Friese mit einem für viele Sportler eher ungewöhnlichen Wunsch auf. Denn das Wetter kann dem 42-Jährigen in Hessen gar nicht schlecht genug sein. »Wenn es weiter so regnet wie in den letzten Tagen, habe ich gute Chancen«, scherzt Friese.

Sieg beim Weser-Ems-Cup

Er versteht sich dabei aber eher weniger als der Fritz Walter des Radsports. Sein Wunsch auf reichlich Regen hat taktische Gründe: »Ich mag Kurse, auf denen es schlammig ist und es nicht so sehr darauf ankommt, was man in den Beinen hat. Wenn es technisch anspruchsvoll wird, habe ich gute Chancen«, erklärt Friese. Dementsprechend hofft der Sprintax-Fahrer auch, möglichst viel Zeit auf dem Rad und nicht auf den eigenen Füßen verbringen zu können. »Wäre ich ein guter Läufer, wäre ich schließlich kein Radsportler geworden«, frotzelt er.

Mit Ehefrau und Trainingspartnerin Marit reist er schon am Samstag mit klaren Ziel nach Bensheim. »Realistisch ist ein Platz unter den ersten 15, die Top Ten wären genial«, sagt Friese. Der Pilot in Diensten der Bundeswehr kann mit reichlich Rückenwind eines starken Jahres 2017 bei der DM starten. Schon vor dem letzten Rennen der Serie steht Friese als Sieger des Weser-Ems-Cups fest.

Damit er auch am Sonntagmorgen von Beginn an vorne mitmischen kann, hat Mirco Friese bei der Vorbereitung nichts dem Zufall überlassen. Fünf bis sechs Mal die Woche geht es für ihn und seine Frau Marit auf die etwa 60 Kilometer lange Trainingsrunde am Steinhuder Meer. Denn Friese hat seinen Lebensmittelpunkt nicht in Ostwestfalen, sondern im niedersächsischen Wunstorf.

20.000 Trainingskilometer

Wie es ihn dennoch zum RC Sprintax verschlagen hat? In den Sommermonaten spult Friese gerne einen Teil der annähernd 20.000 gefahrenen Jahreskilometer auf den so genannten Radtourenfahrten (RTF’s) ab. Immer wieder stieß er dabei auf Sprintax-Trikots und rollte gemeinsam mit den Bielefeldern durchs Land. »Meine Frau und ich haben beide leistungsmäßig gut zu den Sprintax-Leuten gepasst. Also haben wir uns irgendwann gefragt, warum wir nicht eintreten sollen?«

Am Wettkampftag wird auch sein Können als Frühaufsteher gefragt sein: Schon um 8 Uhr will Friese die Strecke, die er schon bei einem Deutschland-Cup-Rennen vor etwa zwei Jahren kennengelernt hat, in Augenschein nehmen und anschließend das richtige Material für seinen Rennen um 10 Uhr auswählen. Spätestens um 9.45 Uhr muss er sich dann in seiner Startposition eingefunden haben. Und wer weiß, vielleicht bleibt im Rennstress ja noch Zeit für den ein oder anderen Regen herbeisehnenden Blick in Richtung Himmel.

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