Kreispokal ist Startschuss für ein Pilotprojekt: Coaching für Jung-Schiedsrichter Positive Stärkung

Bielefeld  (WB/jm). Ein bisschen Anfangsnervosität sei da gewesen, räumt Nico Wittler ein. Kein Wunder. Der Jung-Schiedsrichter vom TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck, der ein Gespann mit Niklas Südhölter bildet, hat bislang nur Jugendspiele oder welche in der Frauen-Kreisliga A geleitet. Und nun müssen die beiden 17-jährigen Jungspunde in der Kreispokal-Vorrunde in Brake das Tempo vom abgezockten Oberligaprimus TSG A-H Bielefeld mitgehen.

Direkt nach dem Spiel gab’s in der Kabine Tipps vom erfahrenen Kollegen: Die Jung-Schiedsrichter Niklas Südhölter und Nico Wittler (beide 17) vom TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck mit Coach und Projektkoordinator Simon Faul.
Direkt nach dem Spiel gab’s in der Kabine Tipps vom erfahrenen Kollegen: Die Jung-Schiedsrichter Niklas Südhölter und Nico Wittler (beide 17) vom TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck mit Coach und Projektkoordinator Simon Faul. Foto: Jörg Manthey

Das gelingt; ohne Scheu. Keiner meckert. Beim abgelaufenen Handball-Kreispokalwettbewerb sind vier junge Gespanne erstmals von Coaches begleitet worden. Von denen gibt’s nach jedem Spiel ein Feedback – eine vielversprechende Qualitätsoffensive. Coach Faul hat in Brake genau hingeschaut. Klar geht’s auch um Regelauslegung. Im Vordergrund steht aber Persönlichkeitscoaching, positive Stärkung; ob Auftreten, Kommunikation mit Spielern und Offiziellen oder Stellungsspiel. »Von außen hat man euch das nicht angesehen, dass Ihr das zum ersten Mal auf diesem Niveau gemacht habt«, lobt Simon Faul, der für die HSG Löhne-Obernbeck pfeift. Der Pädagoge gibt dem Duo, das selber noch in der A-Jugend des TuS 97 spielt, Tipps für bessere Laufwege, vermittelt darüberhinaus wichtiges Rüstzeug zur Persönlichkeitsschule.

»Sowas ist total gut und bringt uns weiter«, schwärmen Südhölter/Wittler unisono. Die Jürmker Jungs haben das ABC des Pfeifens im EDIS-Projekt erlernt, einst initiiert von Kreislehrwart Olaf Grintz, und sind dabeigeblieben. Die Früchte der Kontinuität sind sichtbar. »Für ihr Alter überdurchschnittlich«, lobt Faul die Leistung.

Weitere Jungschiedsrichter-Gespanne, die in der Pokalvorrunde der Frauen und Männer wertvolle Praxis sammelten: Lars Ole Möller/Arne Nils Möller vom TuS 97 (Coach Sven Caspari), Chistian Forner/Lucas Morsch (TSG Altenhagen-Heepen/HSG Bielefeld-Ost), gecoacht von Marco Mellmann, sowie Nelis Heidemann/Dominic Wehmeyer vom TuS 97 (Coach Michael Bruderhofer). Die Rückmeldungen seien durchweg positiv. »Wir müssen aufpassen, dass wir so gute Jungs nicht verheizen, sie nicht zu schnell in hohe Ligen hieven«, weiß Simon Faul. »Das Projekt steckt noch in den Kinderschuhen. Es gibt noch viel zu verbessern. Aber es ist auch ein toller Motivationsanreiz für willige Talente.«

Michael Bruderhofer (Spenge), Schiedsrichter-Beobachtungskoordinator: »Das ist ein Testlauf. Die Idee ist, mit diesem Format gute junge Gespanne zu fördern und gezielt zu stärken. Wir wollen ein Konzept entwickeln, um zu erreichen, dass solche Jungs zur Stange halten.«

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