Benefiz-Abteilung der Bulldogs zaubert Lächeln in Kindergesichter Wenn Footballer Gutes tun

Bielefeld (WB). Footballer sind raue Gesellen, die auf dem Rasen heftig austeilen können und genauso einstecken müssen. Diese harten Jungs tragen unter ihrer Rüstung aber auch ein weiches Herz. Die Bielefeld Bulldogs haben 2017 offiziell eine neue Benefizabteilung gegründet. Deren einziges Anliegen ist es, Gutes zu tun.

Von Jörg Manthey
Gutes tun, Lächeln, Helfen, Schenken: Der Weihnachtsmann (Stefan Conrad) zu Besuch im Kinderhospiz Bethel. Links der Benefiz-Koordinator der Bulldogs Roberto Menegaldo, daneben sein »Engel« Nicole Grimm. Rechts Kai Stockfisch.
Gutes tun, Lächeln, Helfen, Schenken: Der Weihnachtsmann (Stefan Conrad) zu Besuch im Kinderhospiz Bethel. Links der Benefiz-Koordinator der Bulldogs Roberto Menegaldo, daneben sein »Engel« Nicole Grimm. Rechts Kai Stockfisch. Foto: André Zarnke

Nach Football, Cheerleading und Basketball nun also noch die Inspiration Benefiz: Seit Jahren schon koordiniert Roberto »Ruby« Menegaldo (39) Benefizaktionen der Bulldogs. Sein Credo: Anpacken, Teilen, Lächeln, Zuhören – Helfen, Schenken kann so leicht sein. Der Vater von vier Kindern hat neben seinem Tun im »Staff« der Bulldogs einen weiteren ehrenamtlichen Job in Minden: Er ist Box- und Konditionstrainer für misshandelte und missbrauchte Kinder.

Mit den Kindern Pizza backen

Da sein Neffe Samuel, fast sechs, zu 100 Prozent geistig und körperlich behindert ist, pflegt Menegaldo eine persönlich gefärbte Bande zu Bethel. Neulich erst wollten die Bulldogs im Kinderhospiz mit den Kindern Pizza backen. Das musste kurzfristig ausfallen, samt Kreieren einer eigenen Kochmütze, ist aber nur verschoben worden. Mit Michele De Fazio (Ristorante Hasenbäcker) steht Anfang des Jahres dann ein Profi mit der Küche. Für jenen Tag hat die Bulldogs-Delegation auch einen Scheck angekündigt; monetäre Hilfe, um einen nach einem Kabelbrand nicht mehr benutzbaren Therapiebaderaum wieder herzurichten.

»Das Kinder- und Jugendhospiz Bethel ist ein Ort voller Wärme und Licht«, erläutert Roberto Menegaldo, »und gänzlich auf Spenden angewiesen.« Das Sterben und der Tod gehören zum Leben, dessen ist er sich bewusst. »Doch ist dies kaum ein Trost für unheilbar kranke Kinder und Jugendliche sowie alle, die sie lieb haben. Sie brauchen mehr als gute Worte. Menschen, die sie unterstützen und ihnen Mut machen.«

Kürzlich erst war der Weihnachtsmann im Kinderhospiz. Einer mit GFL1-Erfahrung: Stefan Conrad. Der diplomierte Wirtschaftsinformatiker, erfolgreicher Unternehmer als IT Business-Berater, kam nicht mit leeren Händen. Die Kinder wurden mit Süßigkeiten und Plüschfootbällen beschenkt, auch die Mitarbeiter des Kinderhospiz erhielten für ihren unermüdlichen Einsatz ein kleines Geschenk. »Solche sinnvollen Aktionen sind eine Möglichkeit, der Gesellschaft zurückzugeben, was ich von der Gesellschaft kriege«, stellt sich Conrad gerne in den Dienst »für Menschen, die es nicht so gut getroffen haben. Gerade Kinder können doch überhaupt nichts dafür.« Conrad findet es wichtig, dass sich auch Sportvereine »als Spiegel der Gesellschaft« positionieren und in den Dienst der guten Sache stellen. »Im Kollektiv kannst du einfach viel mehr bewegen.«

Die Bulldogs sind treue Wichtel

Die Bulldogs sind treue Wichtel. Jährlich statten sie in großer Zahl den von Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel Besuche ab, führen ihren Sport vor, bespaßen genauso herzlich Geschwisterkinder. Die Bewohner der Häuser Regenbogen und Arche in Bethel haben schon das Football-Einmaleins kennengelernt. Menegaldo: »Wir sind sehr gerne dort und versuchen, Bewohnern wie Begleitern eine kleine Auszeit zu schenken, einen anderen Alltag.«

Nach einem gemeinsamen Training mit allem Pi-Pa-Po stand nach dem Sport ein Barbecue an, alle erhielten einen kleinen Football als Erinnerung. »Mit unserer Aktion haben wir die Welt einen Moment in Stillstand versetzt und etliche Lachen in Gesichter gezaubert. Wirklich ein sehr emotionaler Moment«, sagt Roberto Menegaldo. »Wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Gesund oder krank, behindert oder nicht, alle Menschen in ihrer Verschiedenheit sollten selbstverständlich zusammen leben, lernen, arbeiten und Sport betreiben können.«

Solche guten Taten erweitern nicht zuletzt den eigenen Horizont; sozial, persönlich, vor allem nachhaltig. Für 2018 ist schon das Ein oder Andere in Planung. »Die Bulldogs identifizieren sich mit solchen Aktionen. Sowas schweißt besonders zusammen und zeigt, dass ein Verein lebendig ist. Wir werden Bethel-Kinder, sofern es logistisch keine unüberbrückbaren Hürden gibt, auch zu Regionalliga-Heimspielen der Seniors einladen«, kündigt Menegaldo an.

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