Futsal: Bielefelder Trainer vor dem Regionalliga-Derby im Interview »Die Region ist groß genug für beide«

Bielefeld (WB). Wer ist die Nummer eins im Bielefelder Futsal? Eine Frage, die am Samstag (12 Uhr) im Regionalliga-Derby zwischen den Black Panthers Bielefeld und dem MCH Sennestadt zumindest vorerst beantwortet wird.

Dramatisches Rückspiel: Im letzten Derby holten die Black Panthers (schwarze Trikots) nach 0:4 noch ein 4:4.
Dramatisches Rückspiel: Im letzten Derby holten die Black Panthers (schwarze Trikots) nach 0:4 noch ein 4:4. Foto: Bernhard Pierel

Mit einem Sieg könnten die Black Panthers den enttäuschenden Saisonstart einigermaßen wettmachen, der MCH seine Favoritenrolle hingegen bestätigen. Vor dem Spiel haben die Trainer Sebastian Rauch (Sennestadt) und Goran Novakovic (Black Panthers) mit Henrik Wittenborn über das Derby und die Perspektiven gesprochen.

Die Ausgangslage könnte trotz erst zwei absolvierter Spiele unterschiedlicher kaum sein. Der MCH hat vier Punkte geholt und zuletzt gegen Aachen überzeugt, die Black Panthers stehen noch ohne Punkte und mit reichlich Gegentoren da. Ist die Favoritenrolle also klarvergeben?

Sennestadts Trainer Sebastian Rauch Foto: Peter Unger Sebastian Rauch: Die Black Panthers sind auch nicht gut gestartet, weil sie manche Positionen aktuell nicht gut besetzen können. Mit dem Fehlen von Hakim Aytan ist schon eine große Lücke da. Wenn er spielt, dann ist das ein ganz anderes Team. Natürlich nehmen wir die Favoritenrolle gerne an, aber so ein Derby hat seine eigenen Gesetze. Letztes Jahr haben wir 4:0 geführt und trotzdem nur 4:4 gespielt.

Goran Novakovic: Die Favoritenrolle wäre auch ohne die ersten Spiele klar an den MCH vergeben. Sennestadt Nationalspieler haben zum Beispiel durch die Lehrgänge beim DFB einen erheblichen Sprung nach vorne gemacht. Durch die Verpflichtung von Cleverson Pelc ist Sennestadt für mich der Topfavorit.

Black Panthers scheitern noch an ihrer Chancenverwertung

Herr Novakovic, zuletzt betonten Sie, dass ein komplizierter Saisonstart durchaus einkalkuliert war, wenn auch nicht in dieser Deutlichkeit. Was läuft noch nicht rund?

Black Panthers-Trainer Goran Novakovic Foto: Peter Unger Novakovic: Natürlich war das ernüchternd. Eines unserer Probleme ist, dass wir keine Trainingszeiten haben. Deshalb stagnieren wir, das haben wir deutlich gesehen. Wenn man die Ergebnisse sieht, könnte man meinen, dass wir defensiv große Probleme haben. Tatsächlich liegt es in erster Linie an unserer zu schwachen Chancenverwertung. Wir haben es bisher einfach noch nicht geschafft, Tore auch mal zu erzwingen.

Herr Rauch, vor der Saison sprachen sie von einem kleinen Umbruch beim MCH. Darf man angesichts der bisherigen Eindrücke schon von einem gelungenen Neuanfang sprechen?

Rauch: Unsere neuen Jungs haben gegen Aachen eine ordentliche Leistung gezeigt. So hatten wir uns den derzeitigen Stand vorgestellt. Die Defensivprobleme, die wir hatten, waren auch so einkalkuliert. Wir haben schon Schritte voran gemacht, sind aber noch längst nicht da, wo wir hinwollen.

»Einzugsgebiet in Bielefeld ist groß genug, um es sich zu teilen«

Mit Ihren Klubs gibt es bereits zwei Bielefelder Teams in der höchsten Deutschen Spielklasse. In der Nachbarschaft ist mit den Futsal Freakz Gütersloh der nächste Klub auf dem Vormarsch. Könnte die Region auf Dauer zu klein für zwei oder gar drei Topteams werden?

Novakovic: Das sehe ich gar nicht mal so. In Bielefeld gibt es genug Topspieler, um zwei Mannschaften am Leben zu halten. Gütersloh könnte da schon Schwierigkeiten bekommen, wenn sie nicht in den nächsten ein oder zwei Jahren aufsteigen sollten. Das Einzugsgebiet in Bielefeld ist so groß, dass man sich das teilen kann.

Rauch: Nein, solange wir keinen professionellen Rahmen haben und wir nicht in ökonomischer, sondern nur sportlicher Konkurrenz stehen, sehe ich das entspannt. Wir brauchen im Futsal keine 20 Topspieler im Kader, sondern nur acht bis zehn. Und davon gibt’s in Ostwestfalen einige. Allerdings muss man auch sagen, dass die besten Hallenspieler schon bei den Black Panthers und dem MCH spielen und nicht mehr viele Talente übrig sind.

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 28. September, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Bielefeld.

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