Nach dem Seuchenjahr 2016 startet Sabine Ellerbrock in Australien einen Neuanfang »Nicht nachdenken und Spaß haben«

Bielefeld  (WB). Nach einem schwierigen Jahr 2016 beginnt für Rollstuhltennisspielerin Sabine Ellerbrock die neue Saison Anfang Januar in Australien. Ihr Wunsch: »Nicht zu viel nachdenken und auf dem Platz Spaß haben!«

Betreuung gewährleistet: Sabine Ellerbrock tritt in Sydney und Melbourne nicht als Einzelkämpferin an.
Betreuung gewährleistet: Sabine Ellerbrock tritt in Sydney und Melbourne nicht als Einzelkämpferin an.

Nach der Absage von den Paralympischen Spielen in Rio 2016 hatte sich Sabine Ellerbrock lange Zeit zurückgezogen und auch nur noch wenige Turniere in der Restsaison 2016 gespielt. Letzter Tiefpunkt war schließlich das Masters Ende November in London, bei dem Ellerbrock – sportlich eigentlich gut vorbereitet – ein erfolgreiches Abschneiden durch die »Willkür der Turnierärztin«, wie sie sagt, vereitelt wurde. Nicht nur sportlich hatten die Ereignisse in London durch das Abrutschen auf Weltranglistenplatz sieben. Folgen. Auch psychisch spricht Ellerbrock in diesem Zusammenhang von einem »weiteren Knacks«.

»Ich kann nicht einfach einen Haken machen«

Auf eine Stellungnahme des internationalen Verbandes ITF wartet Ellerbrock noch. Ob die von der Bielefelderin erstattete Anzeige als Reaktion auf die Vorkommnisse in England etwas bewegt, wird sich zeigen. »Ich konnte das nicht so einfach hinnehmen. Dafür ist auch dort wieder zu viel passiert.« Selbige Aussage trifft Sabine Ellerbrock im Zusammenhang mit den Ereignissen rund um die Vorbereitung und ihre letztliche Absage von den Paralympics in Rio. »Ich kann hinter all die Dinge, die seit 2014 passiert sind, nicht einfach einen Haken machen. Ich bin dabei, alles zusammenzuschreiben. Für viele meiner Aussagen habe ich dabei schriftliche Belege. Ich möchte keine dreckige Wäsche waschen, aber nachdem jegliche Versuche, Dinge intern zu klären, im Sande verlaufen sind, will ich einfach, dass die Fakten auf den Tisch kommen, sich jeder ein eigenes Bild machen kann und auch die Gründe meines Unmutes und meiner Absage nachvollziehbar werden.« Für sie bleibt »das Verhalten von DTB und DBS im vergangenen Jahr in vielerlei Hinsicht unverständlich.« Aus Ellerbrocks Sicht ist – unter den aktuellen Rahmenbedingungen – eine positive Veränderung in ihrer Sportart unmöglich. Auch ein Grund, warum die Bielefelderin »nicht einfach alles tot schweigen« will.

Sydney, fünf Tage Schule, Melbourne

Das Wetter wird der Bielefelderin auf der anderen Seite des Globus keinen Strich durch die Rechnung machen, und auch die Betreuung vor Ort ist geregelt. Ellerbrock liebt die Hitze in Down Under und freut sich, dass Hittingpartner Alex Furniss, der in Sydney lebt, wie im Vorjahr wieder zur Verfügung steht. Nach den Apia Sydney geht es für Sabine Ellerbrock Mitte Januar erst wieder für fünf Tage zurück in das kalte Deutschland zum Arbeiten in die Schule, bevor sie dann erneut nach Down Under fliegt: zu ihrem Lieblingsturnier, den Australien Open. Dann aber zusammen mit Dennis Vogt.

»Eine Abwesenheit für mehr als eine Woche am Stück war in der Schule nicht möglich. Daher geht es in diesem Jahr nicht anders als mit den genannten Reisestrapazen und den höheren Flugkosten. Ich bin froh, dass es überhaupt klappt und dass ich mit dem Gymnasium in Lage eine Schule gefunden habe, an der ich mich zudem sehr, sehr wohl fühle«, erzählt die Pädagogin.

Mehr lesen Sie am Samstag, 7. Januar, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Bielefeld.

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