Vier Monate vor dem Start der Football-Regionalliga: Vieles ist im Lot Jedes Bulldogs-Training wird gefilmt

Bielefeld  (WB). Etwa vier Monate vor dem Start der Football-Regionalliga West haben die Bulldogs eine Sitzung des erweiterten Vorstandes auch dazu genutzt, sportliche Ziele zu umreißen. Der schmale Grat: Die Töne dürfen weder zu laut noch zu zaghaft sein. Doch eigentlich ist der Absteiger aus der GFL2, der empfindliche Abgänge zu verzeichnen hat, zum Erfolg verdammt – ohne die Brechstange auszupacken.

Von Jörg Manthey
Jeder Schritt wird im Training gefilmt. Die Bulldogs wollen in der Regionalliga nicht nur hinterherlaufen.
Jeder Schritt wird im Training gefilmt. Die Bulldogs wollen in der Regionalliga nicht nur hinterherlaufen. Foto: Jörg Manthey

Als »absolutes Minimalziel« (Vize-Präsident Sebastian Klein) wird demnach eine »winning season« angestrebt. Im Branchenjargon bedeutet das, mehr Meisterschaftsspiele zu gewinnen als zu verlieren. »Allen ist bewusst, dass die kommende Saison eine enge Kiste wird. Das wird kein Zuckerschlecken«, betont Präsident Ulrich Kossiek, der die Bulldogs weiter auf GFL2-Niveau arbeiten sehen möchte. Headcoach Willie J. Robinson wünscht er dafür ein glückliches Händchen bei der Wahl seines US-Arsenals. Sebastian Klein hofft, dass der laufende Evolutionsprozess hin zu einem neuen Bulldogs-Team nicht allzuweit in die Saison hineinragt. Denn: »Erfolg macht sexy!« Für Klein stellen die Abgänge und Rückzüge von Stützpfeilern »keinen Genickbruch« dar. Vielmehr würden sie die Chance bieten, dass »andere Personen wachsen und in neue Rollen schlüpfen.«

Sponsoren bleiben treu

Eigentlich sollte bei dem Treffen im Schildescher Seekrug auch Willie Robinson einen Bericht abliefern; womöglich garniert mit ersten Namen adäquater US-Imports, echten Charakteren mit Führungs- und Siegermentalität. Weil Robinson verhindert war, soll dieses Treffen mit Sportdirektor Heiko Schreiber am Wochenende nachgeholt werden. Fest steht, dass der bisherige Etat die Verpflichtung zweier Imports schon komplett absichert. Marketing-Vize Max Lueg: »Ein großes Dankeschön an die Sponsoren, die uns trotz des Abstiegs ohne Abstriche die Treue gehalten haben und mit ihrem Engagement mithelfen, ein neues Team mit neuen Leistungsträgern aufzubauen.«

Der Generationswechsel

Die Quantität stimmt jedenfalls schon mal. »Wir haben insgesamt 60 Spielerpässe aus der vorigen Saison übernommen«, erzählt Heiko Schreiber. »Dazu kommt ein ganzer Pool an neuen Leuten.« Studienbedingt hat es auch »gelernte« Footballer nach Bielefeld verschlagen, etwa von den Aachen Vampires oder Osnabrück Tigers. Mehr als zehn Talente aus der eigenen U19 werden in den Seniorenbereich integriert. »Damit ernten wir erste Früchte unserer professionellen Jugendarbeit«, freut sich Schreiber. »Dass wir den Fokus so auf den Nachwuchs legen, ist langfristig der richtige Weg. Die Jungs sind wissbegierig und hungrig. Ein Generationswechsel hat eingesetzt.« Schreiber möchte »ein richtig gutes deutsches Team« sich finden sehen. »50 Spieler, die füreinander alles geben und füreinander bis aufs Blut kämpfen.«

»Ein Quantensprung«

Willie J. Robinson genießt durchgängig ein hohes Maß an Autorität. Als erster Bielefelder Coach nutzt er intensiv einen messbaren Fortschritt, nachdem der Verein weiter in die Infrastruktur investiert hat. Jede Trainingseinheit wird gefilmt und über die Software der Internet-Plattform »Hudl« ausgewertet. So sei ein Coaching, eine moderne Dokumentation von Stärken und Schwächen, für jeden einzelnen Spieler möglich. »Ein Quantensprung«, findet Heiko Schreiber. »Nun hat auch abseits der Trainingstage in der Nachbereitung jeder Einzelne die Möglichkeit, sich individuell zu verbessern.« Der Sportdirektor ist total überzeugt vom neuen Coach. »Willie gibt uns mehr als das, was wir in den zurückliegenden fünf, sechs Jahren bekommen haben.«

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 5. Januar, im Westfalen-Blatt, Bielefeld (Lokalsport)

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.