Bezirksligist kürt sich erstmalig zum Hallen-Stadtmeister – 6:5 im Finale gegen Theesen Türk Sport außer Rand und Band

Bielefeld (WB). Als die Schlusssirene ertönt, ist der FC Türk Sport nicht mehr zu halten. Mannschaft und Fans feiern ausgelassen den ersten Titelgewinn bei den Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaften . In einem hochklassigen Finale setzt sich der Bezirksligist mit 6:5 gegen Titelverteidiger VfL Theesen durch und verwandelt die Sporthalle Jöllenbeck in einen Hexenkessel.

Von Arndt Wienböker
Der FC Türk Sport um Trainer Mehmet Dagdelen feiert seinen ersten Triumph bei den Hallen-Stadtmeisterschaften. Daran beteiligt waren Fathi Akgol, Yahya Pamuk, Mert Bozkurt, Kayhan Kaya, Filip Dissios, Ersin Gül, Atilla Parlar, Muhammet Özel, Selcuk Erdem, Aykut Kirci, Tanju Dalgic, Berat Bozkurt und Torwart Anil Sirin.
Der FC Türk Sport um Trainer Mehmet Dagdelen feiert seinen ersten Triumph bei den Hallen-Stadtmeisterschaften. Daran beteiligt waren Fathi Akgol, Yahya Pamuk, Mert Bozkurt, Kayhan Kaya, Filip Dissios, Ersin Gül, Atilla Parlar, Muhammet Özel, Selcuk Erdem, Aykut Kirci, Tanju Dalgic, Berat Bozkurt und Torwart Anil Sirin. Foto: Thomas F. Starke

»Ich bin einfach nur überglücklich und stolz auf die Jungs. Wir haben alle Turnierspiele gewonnen, den Zuschauern etwas geboten und sind deshalb auch verdienter Stadtmeister. Jetzt wird richtig gefeiert. Bielefeld gehört heute uns«, jubelte FCT-Trainer Mehmet Dagdelen nach dem historischen Triumph seines Vereins. Auch Kapitän Mert Bozkurt kündigte eine zünftige Sause an: »Es war immer mein Traum, einmal aus diesem Pott zu trinken. Jetzt haben wir es geschafft. Wahnsinn. Wir waren dieses Jahr aber auch einfach mal dran.«

Spannung bis zum Schluss

In einem packenden Finale gegen den nun entthronten VfL Theesen, der das Turnier zuletzt dreimal in Folge gewonnen hatte, ging es über 20 Minuten hoch her. 1100 Zuschauer in der ausverkauften Sporthalle Jöllenbeck sahen ein tor- und temporeiches Endspiel mit einer turbulenten Anfangsphase. Muhammet Özel brachte Türk Sport in Führung (2.), Michael Zech stellte mit einem Doppelpack innerhalb einer Minute auf 2:1 für Theesen (3.). Mert Bozkurt glich aus – nach einem über die Bande gespielten Freistoß von Ersin Gül (5.). Dann sprach Schiedsrichter Daniel Beck eine Zweiminuten-Strafe gegen Kayhan Kaya aus, als dieser wütend gegen die Bande trat. Theesen wusste die Überzahl zu nutzen, Mitja Schierbaum erzielte die 3:2-Halbzeitführung (10.).

Und es ging turbulent weiter. Mert Bozkurt (11.) und Ersin Gül (13.) brachten Türk Sport 4:3 in Front, dann musste Theesens Michael Zech nach einem harten Einsteigen an der Bande für zwei Minuten vom Parkett (15.). Türk Sport spielte die Zeit runter, dann nutzte Aykut Kirci die numerische Überzahl zum 5:3 (17.). Theesen gab sich aber noch nicht auf. Alessio Giorgio verkürzte auf 4:5 (18.). Es wurde immer hitziger. Zech sah die Rote Karte, als er mit dem Fuß Gül am Kopf traf. »Das war gar nichts. Es nervt, dass die Schiedsrichter sich in die Hose machen, nur weil ein paar Fans von Türk Sport Alarm in der Halle machen«, echauffierte sich Theesens Coach Andreas Brandwein nicht nur über diese Entscheidung des Referees: »Da waren noch andere Sachen bei, die gegen uns entschieden wurden.«

Ersin Gül bester Turnierspieler

Als Theesen in der letzten Minute alles nach vorne warf, traf Mert Bozkurt mit seinem dritten Tor im Finale zum 6:4. Das 5:6 von Dominik Neumann 35 Sekunden vor Schluss kam zu spät für Theesen. »Wir waren im Endspiel einfach nicht clever genug. Sechs Gegentore, das geht gar nicht«, ärgerte sich Neumann, während auf der anderen Seite bereits der FC Türk Sport ausgelassen feierte. »Türk Sport hat den Sieg genauso verdient wie wir. Das waren die beiden besten Mannschaften der Endrunde«, bilanzierte Andreas Brandwein.

Während Türk Sport durch ein 4:2 gegen den VfB Fichte ins Finale einzog, hatte sich Theesen im Halbfinale mit 2:1 gegen Arminias U23 durchgesetzt. »Da hat uns auch das Quäntchen Glück gefehlt. Wir haben zu häufig den Torwart angeschossen. Insgesamt haben wir uns aber ordentlich verkauft«, meinte Arminias Hallencoach Mark Sawkill nach dem Ausscheiden in einer intensiven, stets spannenden Endrunde.

Zum besten Spieler des Turniers wurde Ersin Gül (Türk Sport) gewählt, zum besten Torhüter Jan Partmann (Theesen). Erfolgreichster Torschütze mit 15 Treffern in der Zwischen- und Endrunde war Almir Kasumovic (Arminia II).

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