Bulldogs-»Rentner« glückt der entscheidende Touchdown beim 34:29 über die Dolphins Schreibers perfekter Abgang

Bielefeld (WB). Ein Karriereende wie gemalt. Nur Augenblicke nach seiner Einwechslung markierte Heiko Schreiber (45) den entscheidenden Touchdown, der den Bulldogs den 34:29 (0:14/14:9/ 7:6/13:0)-Heimsieg über die Paderborn Dolphins bescherte. Der Sportdirektor (»Ich hatte so etwas gehofft, aber nicht dran geglaubt«) ließ sich feiern und verabschiedete sich nach 27 Jahren als Aktiver mit dem gewünschten Sieg in den Football-Ruhestand.

Von Jörg Manthey
Der alte Mann und das Mehr: Heiko Schreiber gelang der entscheidende Touchdown zum Sieg.
Der alte Mann und das Mehr: Heiko Schreiber gelang der entscheidende Touchdown zum Sieg. Foto: André Zarnke

»Das hat er verdient. Heiko hat gezeigt, dass noch was im Tank ist«, kommentierte Kapitän Stefan Conrad die entscheidende Aktion seines langjährigen Weggefährten.

Dabei begann die »Mutter aller Derbys« gar nicht wunschgemäß. Dominic Gröne und Cameron Richmond nach einem Fumble Neil Howeys (Conversion Gröne) brachten Paderborn mit 14:0 in Front. »Diesmal sind unsere Köpfe aber oben geblieben«, fand Marketing-Vize Max Lueg. Quarterback Hank Kujak, auf der Tribüne von seiner aus Wisconsin angereisten Familie angefeuert, passte zu Lukas Könnecker: Touchdown samt Extrapunkt Tobias Stork – 7:14. Auch das erneute 7:20 (Gröne) schüttelten die Bulldogs ab. Bert Smith Jr. und Stork punkteten zum 14:20. Selbst der nächste Nackenschlag, ein Gröne-Fieldgoal aus 51 Yards zum 14:23-Rückstand, konnte die Platzherren nicht schocken.

»Wir sind kurz davor, die richtig in die Bredouille zu bringen«, schwor Sebastian Klein die Hunde in der Pause ein. Gesagt, getan: Mit seinem zweiten Touchdown verkürzte Könnecker auf 20:23 (Extrapunkt Stork). Nach dem 21:29 durch Kai Böger stemmte sich die vereinte Rußheide energiegeladen gegen eine Derbypleite. Bert Smith und Heiko Schreiber (jeweils Extrapunkt Stork) schufen die Basis fürs Happyend. Als Paderborns Quarterback Ethan Haller bedrohlich nahe an die Endzone rückte, schnappte sich Neil Howey dessen Pass und rannte bis kurz vor die Paderborner Endzone: Interception! Die restlichen 64 Sekunden wurden unbeschadet überstanden, und der Rest war grüner Jubel.

»Wir kommen wieder!«

Ein versöhnlicher Saisonausklang für die Bulldogs. Dieses 34:29 verdeutlichte jedoch ebenso, wie unnötig der Abstieg letztlich war. Als Marcel Grimm die Sieger-Humba anstimmte, erst die zweite in der Saison, stand die Rußheide kopf. »Viel Druck war weg, und der Gegner hat uns in die Hände gespielt. Heute haben alle Parameter gepasst und waren auf unserer Seite«, sprach Stefan Conrad von einem »bilderbuchmäßigen« Ende der Meisterschaft.

»Die Mannschaft hatte diesen Tag nach den ganzen Aufs und Abs in der Saison verdient«, freute sich Heiko Schreiber. »Vize« Sebastian Klein, der die Defense nach Neil Howeys Vorgaben coachte, meinte happy: »Wir haben an uns geglaubt und wir haben dafür gearbeitet. Das war ein schönes Geschenk an die Fans, die immer zur Stange gehalten haben.« Samstag waren es 918.

Nach dem Abstieg in die Regionalliga ist das Lachen zurück im Bulldogs-Lager. Präsident Ulrich Kossiek nahm die Art und Weise des Sieges im OWL-Derby mit Vergnügen und Stolz zur Kenntnis. »Wir haben gezeigt, welch ein Potenzial in den Bulldogs steckt. Das war heute ein glaubhaftes Fundament für die Zukunft. Wir sind nur kurz weg aus der GFL2. Wir kommen wieder!«

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