2. Frauen-Bundesliga: Arminia verspielt gegen Potsdam II 4:1-Führung Ein 4:4, das weh tut

Bielefeld(WB). Das 4:4-Remis gegen Turbine Potsdam II – für die Zweitliga-Fußballerinnen des DSC Arminia, die eine komfortable 4:1-Führung nicht ins Ziel retten konnten, hat es sich angefühlt wie eine Niederlage. »Das war unser erster Punkt zum Klassenverbleib«, stellte Trainer Markus Wuckel sachlich fest.

Von Jörg Manthey
Arminias Doppel-Torschützin Maxi Birker setzt sich hier gegen die Potsdamerin Anny Hörnke durch.
Arminias Doppel-Torschützin Maxi Birker setzt sich hier gegen die Potsdamerin Anny Hörnke durch. Foto: Thomas F. Starke

Mit Lidija Kuliš und Lara Prašnikar bot der Gast ein Duo aus dem Bundesligakader auf. Arminia startete wie angekündigt offensiv und erspielte sich rasch Chancen durch Karolina Bochra (2.) und Annabel Jäger (5.). Der DSC kontrollierte die Partie – bis zu einem clever vorgetragenen Potsdamer Konter in der neunten Minute. Tabea Schütt drang über die rechte Seite ungehindert in den Strafraum ein, passte quer zu Prašnikar, und die Tochter des früheren Energie-Cottbus-Trainers Boran Prašnikar schob zum 0:1 ein. »Da waren wir zu passiv, haben im Mittelfeld keinen Zugriff gefunden«, monierte Markus Wuckel.

In der Folge »brannte« es im Bielefelder Strafraum: Vivien Brandt vereitelte einen weiteren Konter gegen Hipp (15.), Lena Schulte rettete vor Prašnikar (19.).

Maxi Birker zirkelte die zweite Arminia-Ecke präzise auf den Kopf Karolina Bochras – mit deren Tor zum 1:1 (24.) war der Bann gebrochen. Jetzt folgte die stärkste Phase des Aufsteigers, der die Turbine-Crew einschnürte. Nur zwei Minuten später setzte Maxi Birker zu einem Solo an, das sie mit einem herrlichen Distanzschuss über die nur 1,61 Meter große Turbine-Torfrau Marie Heinze (16) veredelte – 2:1.

Nach einem weiteren Birker-Kracher an die Latte (29.) erlief sich Karolina Bochra aufmerksam einen schlampigen Rückpass und hämmerte den Ball zum 3:1 ins Netz (34.). Bochra leistete auch die Vorarbeit zu Maxi Birkers 4:1 (38.). Nun lief alles nach Plan. Knapp 400 Zuschauer im Queller Waldstadion spendierten zum Seitenwechsel reichlich Applaus.

Die Ruhe geht verloren

Warum der Arminia-Express nach der Pause nicht einfach da weitermachte, sondern Ruhe und Übersicht verlor; für Wuckel ein Rätsel. »Wir hatten vorne keine Anspielstationen mehr.« Viel öfter, als es den »Blauen« lieb war, ging es in den Rückwärtsgang; in der 54. und 56. Minute zu unsortiert. Tabea Schütt bestrafte das Durcheinander mit einem Doppelschlag zum 4:3-Anschluss. »Ruhig bleiben«, rief Wuckel – vergebens.

Abwehrchefin Symela Ciesielska suchte einen Vergleich zum Boxsport: »Diese beiden Tore haben sich angefühlt wie zwei Niederschläge in einer Runde.« In Minute 76 war die Polin endgültig bedient, als die kurz vorher eingewechselte Aline Reinkober erst Vivien Brandt aussteigen ließ und sich auch von Ciesielska nicht stoppen ließ. Veweziwa Kotjipati auf der Linie konnte den tückischen Aufsetzer nicht entschärfen; dafür war sie zu klein.

Der offene Schlagabtausch in den Schlussminuten mit sehenswerten Chancen hüben wie drüben trug zum Unterhaltungswert bei. »Das Ergebnis fühlt sich schlimmer an als eine Niederlage«, klagte Ciesielska. Die zweite Halbzeit fasste die untröstliche Maxi Birker so zusammen: »Wir spielen nach dem 4:1 einfach nicht mehr nach vorne, lassen uns in die eigene Hälfte drängen, machen einen Stellungsfehler nach dem anderen und schlagen die Bälle nur noch planlos nach vorne. Das darf so nicht passieren.«

Abteilungsleiter Werner Jöstingmeyer hatte ein »rasantes Spiel« gesehen und versuchte die enttäuschten Spielerinnen zu trösten. »Potsdam ist keine Kirmestruppe. Das sind gut ausgebildete Fußballerinnen.«

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