Fußball-Oberliga: Arminias U23 unterliegt Spitzenreiter TSV Marl-Hüls mit 0:1 Viel Ballbesitz – kein Ertrag

Bielefeld (WB). Gefühlte 75 Prozent Ballbesitz, ein klares Chancenplus, aber am Ende schlich Arminias U23 geschlagen vom Platz. Die 0:1 (0:0)-Heimpleite gegen Oberliga-Spitzenreiter TSV Marl-Hüls hinterließ enttäuschte Gesichter bei den ganz in Rot gekleideten »Blue Boys«.

Von Arndt Wienböker
Ohne Durchschlagskraft: Arminias U23-Kapitän Almir Kasumovic hatte im Heimspiel gegen Oberliga-Primus TSV Marl-Hüls einige Chancen. Kurz vor Schluss vergab Kasumovic die große Gelegenheit, wenigstens einen Punkt mitzunehmen.
Ohne Durchschlagskraft: Arminias U23-Kapitän Almir Kasumovic hatte im Heimspiel gegen Oberliga-Primus TSV Marl-Hüls einige Chancen. Kurz vor Schluss vergab Kasumovic die große Gelegenheit, wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Foto: Bernhard Pierel

»Das war kein gutes Spiel von uns. Wir haben aus unserem Ballbesitz viel zu wenig gemacht«, kritisierte DSC-Trainer Daniel Scherning ein »pomadiges Aufbauspiel«. Davon, dass die Gäste sehr tief standen und von der ersten Minute an nur auf Konter lauerten, zeigte sich auch Scherning überrascht, wogegen TSV-Trainer Michael Schrank feststellte: »Wir wollten so defensiv spielen.«

Zunächst waren es nur einige Standard-Situationen, die für Gefahr sorgten. Nach einem Freistoß von Khalil Kleit wurde Leon Rinke von seinem Gegenspieler zu Boden gestoßen, der mögliche Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Bernd Westbeld blieb aus (13.). Nach einem 20-Meter-Schuss von Ahmet Aydincan, den Gästekeeper Nils Martens parierte, zappelte die Kugel dann im Netz, doch Kleit stand bei seinem Abstaubertor im Abseits (20.). Marl-Hüls gab den ersten Schuss aufs Bielefelder Tor in der 24. Minute ab; und das aus der eigenen Hälfte. Nowitzki wollte DSC-Torwart Nikolai Rehnen mit einem 50-Meter-Heber überraschen, der jedoch knapp übers Tor segelte.

»Keine Lösungen gefunden«

Arminias U23 blieb spielbestimmend, konnte die Überlegenheit aber nicht entscheidend nutzen, weil Präzision und Konsequenz fehlten. »In der ersten Linie haben wir unsauber gespielt und keine Lösungen gefunden«, bemängelte Daniel Scherning. Kapitän Almir Kasumovic mit einem Schuss aufs kurze Eck (31.), der Beute von Martens wurde, sowie einem Kopfball, der knapp übers Tor sauste (35.), hatte weitere Chancen zur Führung. Dann musste sich Rehnen auszeichnen, als er einen Schuss des freistehenden Michael Smykacz parierte – die erste herausgespielte Aktion des Spitzenreiters (43.).

In Halbzeit zwei änderte sich nur wenig. »Wir haben das Spiel kontrolliert, ohne aber zwingend zu werden«, fasste Scherning das Geschehen zusammen. Die Versuche, den gegnerischen Abwehrriegel durch die Mitte zu knacken, verpufften. Wenn es mal gefährlich wurde, dann meistens über die linke Seite. So auch in der 53. Minute, als Kasumovic nach schöner Vorarbeit von Kleit im Abschluss zu lange zögerte. Maxi Dittrich verzog zudem aus 16 Metern in aussichtsreicher Position (62.). Danach verflachte die Partie zusehends – vieles deutete auf eine »Nullnummer« hin. Doch dann die 81. Minute: Marl-Hüls startete einen Konter, Sebastian Westerhoff schlug das Leder von der rechten Seite flach vors Bielefelder Tor und Michael Smykacz bugsierte den Ball am zweiten Pfosten stehend über die Linie – 0:1. »Da haben wir einfach schlecht verteidigt; eine Fehlerkette«, ärgerte sich Scherning.

Als Kasumovic in der Schlussminute freistehend aus kürzester Distanz an Martens scheiterte und auch Aydincan im Nachsetzen erfolglos blieb, war die absolut vermeidbare Niederlage perfekt. »Bitter, aber wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten«, meinte Scherning. Sein Pendant Michael Schrank freute sich derweil über einen »glücklichen Sieg. Bielefeld hatte deutlich mehr Spielanteile, aber wir haben Moral bewiesen.«

Nicht einer Meinung waren Daniel Scherning und sein neuer »Leitwolf« Danilo. Während der DSC-Trainer von der »bislang schlechtesten Saisonleistung« sprach, hatte Ex-Profi Danilo eine andere Sicht der Dinge: »Das war eine deutliche Steigerung zu den ersten beiden Spielen. Wir haben Mut gezeigt und waren klar dominant, haben das aber leider nicht in Tore ummünzen können.« Unterm Strich bleibt Arminias U23 bei vier Punkten stehen, während Marl-Hüls mit zehn Zählern und Platz eins die Heimreise antrat.

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