Unterwasserrugby: Taktisches Geschick ist gefragt – Hochschulmeisterschaft in Bielefeld Von »Dackeln« und »Deckeln«

Bielefeld (WB). Beißen, Kratzen, Schlagen: All das ist beim Unterwasserrugby ausdrücklich nicht erlaubt. Gleichwohl ist die Kontaktsportart intensiv und erfreut sich bei einem harten Kern großer Beliebtheit. Nun steht die frei ausgetragene Hochschulmeisterschaft im Unibad an – ein neuer Kampf der »Dackel« und »Deckel«.

Von Philipp Bülter
Während ein Angreifer des blauen Teams (rechts) mit Ball in der Hand in Richtung gegnerisches Tor vordringt, wird er voM »Dackel«, einem Verteidiger des weißen Teams, bedrängt. Der »Deckel« der Mannschaft mit den weißen Badehosen beschützt den eigenen Kasten.
Während ein Angreifer des blauen Teams (rechts) mit Ball in der Hand in Richtung gegnerisches Tor vordringt, wird er voM »Dackel«, einem Verteidiger des weißen Teams, bedrängt. Der »Deckel« der Mannschaft mit den weißen Badehosen beschützt den eigenen Kasten.

Viele Sportarten hat Theresa Vieweg trotz ihrer erst 23 Lebensjahre bereits ausprobiert. »Ich war mal beim Trampolinturnen, im Schwimmverein oder habe Ballett gemacht. Aber nur das Unterwasserrugby hat mich so richtig gepackt«, erzählt die Bielefelder Studentin. Zusammen mit ihren Mitstreitern trainiert und spielt Vieweg regelmäßig an der Uni.

Gemeinschaft ist gefordert

Seit zwei Jahren geht sie mittlerweile dem Sport nach, der sie in vielerlei Hinsicht fasziniert: »Unterwasserrugby ist ein schnelles Spiel, das dich taktisch und körperlich fordert. Die Zeit, die man ohne Luft unter Wasser bleiben kann, ist nun mal begrenzt. Man kann den ganzen dreidimensionalen Raum des Schwimmbeckens zum Spielen nutzen und muss als Mannschaft funktionieren.« Genau diese Gemeinschaft schätzt die Bachelorstudierende (Erziehungswissenschaft/Soziologie) am Bielefelder Team. »Wir machen viel außerhalb des Sports zusammen, ob gemeinsam zu grillen oder zu helfen, wenn einer von uns umzieht. Wir sind ein großer Freundeskreis«, sagt Vieweg.

Sechs Spieler sind beim Unterwasserrugby in der Regel gleichzeitig im Wasser, das Becken ist drei bis fünf Meter tief. Jeder hat einen Ersatzmann oder eine Ersatzfrau am Beckenrand parat. Alle Aktiven sind mit Taucherbrille, Schnorchel und Flossen ausgestattet. Es wird ständig gewechselt und in gemischten Teams gespielt. Die Stürmer versuchen, den mit Salzwasser gefüllten Ball in den am Beckenboden stehenden Korb des Gegners zu befördern. Das indes wollen der »Deckel«, der Obertorverteidiger, der direkt auf dem Korb liegt und diesen schützt, und der »Dackel«, der Untertorverteidiger, der den gegnerischen Stürmer vor dem eigenen Korb »empfängt«, unbedingt verhindern.

Körperliche Attacken dürfen nur dem ballführenden Gegner gelten, rohe Gewalt wie Kratzen, Beißen oder Schlagen ist untersagt. »Man sollte gut mit dem Druckausgleich klar kommen, muss aber keine Angst haben. Unser Sport ist verletzungsarm«, sagt Theresa Vieweg. Deutschland gilt als Ursprungsland des Unterwasserrugbys. Bereits seit 1964 wird der Sport hierzulande gespielt, dennoch ist Unterwasserrugby nach wie vor eine absolute Randsportart. »Es gibt nicht allzu viele Sportler in Deutschland, die das machen, dafür kennt man die meisten mittlerweile sehr gut«, erklärt Theresa Vieweg.

Spielen und zusammen feiern

Gemeinsam mit Lina Fründt, die als Trainerin und Kapitänin des Bielefelder Hochschulteams fungiert, hat sie die frei ausgetragene Hochschulmeisterschaft im Unterwasserrugby organisiert. Das Turnier steigt am Samstag, 23. Juli, und Sonntag, 24. Juli, im Bielefelder Unibad. In den 15-minütigen Spielen treten die Bielefelder unter anderem gegen Mannschaften aus Konstanz, Münster, Karlsruhe oder Freiburg an. »Der Spaß steht dabei im Vordergrund. Unsere Gäste übernachten in der Uni, wir frühstücken alle zusammen und haben am Samstagabend eine große Party. Die dauert erfahrungsgemäß auch immer recht lang«, sagt Theresa lachend.

Wer am Sonntag womöglich mit den Folgen der Party zu kämpfen habe, dem tue der Sprung ins kalte Nass sicher gut, sagt die Verteidigerin. Das Bielefelder Team habe sich vorgenommen, nicht Letzter zu werden. »Wir haben viele Anfänger dabei und wollen einfach Spaß haben«, betont Vieweg.

Wer sich im Unterwasserrugby ausprobieren möchte, ist dazu herzlich eingeladen. Informationen gibt es im Internet .

Kommentare

Foul!!

Das ist ein klares Foul und sorgt für einen Strafwurf gegen das weisse Team. Der Deckel verkeilt sich mit seinen Schultern entgegen der Regeln im Korb. (auf dem Bild zu sehen)
Gleichzeitig ist der Blaue angreifer aber auch sehr nah am hals des Dackels, was natürlich auch nicht sein darf.

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