2. Tennis-Bundesliga: Griekspoor/Kaczynski machen mit 7:6/7:6 den 5:4-Streich perfekt Wackerer BTTC bejubelt den ersten Sieg

Bielefeld (WB). Was für ein Saisonauftakt! Der BTTC hat sein dramatisches Debüt in der 2. Tennis-Bundesliga gegen TC 1899 BW Berlin mit 5:4 gewonnen. 450 Zuschauer bangten und zitterten, ehe der Holländer Scott Griekspoor im letzten Doppel mit seinem entscheidenden Lop für Riesenjubel an der Voltmannstraße sorgte.

Von Heiko Scholz
Patrick Pradella fehlte im Champions Tiebreak das nötige Fortune. Er unterlag mit 6:10. Auch im Doppel musste er sich an der Seite Lars Behlens mit 5:7/6:7 knapp beugen. Nach dem dramatischen Ende durfte an der Voltmannstraße dennoch gejubelt werden.
Patrick Pradella fehlte im Champions Tiebreak das nötige Fortune. Er unterlag mit 6:10. Auch im Doppel musste er sich an der Seite Lars Behlens mit 5:7/6:7 knapp beugen. Nach dem dramatischen Ende durfte an der Voltmannstraße dennoch gejubelt werden. Foto: Bernhard Pierel

Griekspoors Doppelpartner Kevin Kaczynski, ein Jahr ohne Matchpraxis, beschrieb seine Gefühle nach dem Krimi mit Happy mit wenigen Worten: »Entspannt, ausgebrannt.« Coach Georg Magnus geriet ins Schwärmen. »Vor so einer Kulisse so ein Spiel mit uns als dem glücklichen Sieger. Fantastisch. Besonders freut es mich für Kevin, dass er nach seiner langen Pause den entscheidenden Punkt geholt hat.«

Beide Niederländer überzeugen im Einzel

Neben dem Duo Griekspoor/ Kaczynski waren auch Neuzugang Tallon Griekspoor und Valentin Günther erfolgreich. Auch hier setzte der Niederländer den finalen Punkt, als er mit einem beherzten Volley die Entscheidung zum 6:3, 7:5 herbeiführte. Damit waren die beiden Niederländer im Team des BTTC an vier der fünf Zähler für den BTTC beteiligt – beide gewannen nämlich auch ihre Einzel. »Wir können froh sein, dass wir unsere Niederländer haben«, frohlockte Georg Magnus.

Sowohl Scott als auch sein vier Jahre jüngerer Bruder Tallon überzeugten in ihren Einzel-Auftritten. Scott Griekspoor ließ seinem Gegner Pedro Sousa insbesondere im ersten Durchgang keine Chance (6:0, 6:4), während Tallon Griekspoor mit unzähligen Vorhand-Winnern und Assen auftrumpfte.

Den dritten Einzelerfolg sicherte Schlussmann Lars Behlen, der trotzdem nur bedingt zufrieden mit seinem Auftritt war, hatte er doch zu Beginn direkt zwei Breaks kassiert. »Ich bin schlecht reingekommen, sehr schlecht. Zum Glück aber hat sich mein Aufschlag im Laufe des Spiels stabilisiert.« Behlen siegte mit 6:3, 6:2 über Jesper Tull Freimuth.

Teilweise versagen die Nerven

Weniger gut lief es am Sonntag für Patrick »Pepe« Pradella. Pradella fand zunächst nicht richtig ins Spiel, obwohl nominell eigentlich er der Favorit gegen Bastian Wagner gewesen wäre. Nach 3:6 und 6:3 schien sich Pradella gefangen zu haben, aber im Champions-Tiebreak versagten die Nerven – 6:10. Bei Valentin Günther versagten die Nerven im Einzel. »Bis zum 4:0 und 40:0 war alles gut, aber dann habe ich die Kon-trolle abgegeben.« Der Junioren-Nationalspieler verlor noch 4:6, 1:6, indem er sowohl für sich als auch für seinen Gegner die Punkte erzielte. »Mein Gegner hat sich aufs Kontern spezialisiert. So spielt er nunmal. Ich habe nicht mehr die richtigen Mittel gefunden.« Über Ladehemmungen klagte ebenso Sebastian Linda. »Meine Winner kamen nicht, und so hat mein Gegner verdient gewonnen.« Linda unterlag mit 1:6, 1:6 gegen Matthieu Rodriguez.

Wie eng es in den sieben Stunden zuging, zeigt das Zahlenmaterial. Das 3:3 nach den Einzeln wurde von 7:6 Sätzen und 52:51 Spielen flankiert. Dazu gesellten sich 2:1-Doppelpunkte (4:2 Sätze, 38:34 Spiele). Für das Team, den Verein und das gesamte Drumherum war das 5:4 gegen Berlin ein gelungener Auftakt in Liga zwei. Die Organisation lief reibungslos; von der Begrüßung durch Clubmanager Markus Theine über das Catering bis zum obligatorischen »We are the Champions« nach dem dramatischen Finale. Wirtin Iris Kreidel hatte jede Menge durstige und hungrige Kunden zu bedienen und konnte schon am frühen Nachmittag vermelden, dass eines der Nudelgerichte »aus« sei. Bei Vorstand Dirk Winkelhage wollte das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht weichen. »Ich freue mich für die Spieler und für den gesamten Club. Das war ein großartiger Start für uns alle.«

Brüder Griekspoor müssen schnell nach Hause

Zwei BTTC-Asse hatten im Anschluss an den Sieg keine Zeit zum Feiern: Für die Brüder Griekspoor hieß es umgehend: zurück nach Holland. Scott Griekspoor spielt dort ein Challenger-Turnier. Sollte er weit kommen, könnte er wohl am Freitag nicht in Bremen eingesetzt werden. Das nächste Heimspiel bestreitet der BTTC am kommenden Sonntag gegen den Solinger TC 1902, da in der 2. Bundesliga ausgenommen des erstes Spieltages alle Wochenenden doppelt mit Meden-Spielen belegt werden.

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