Jöllenbecks Kreisläufer Lukas Heins hat sich seinen Traumkörper antrainiert Bronko, das Muskel-Paket

Bielefeld (WB). Mehr geht nicht! Lukas Heins (28), Kreisläufer beim Verbandsligisten TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck, macht nicht nur im Handballtrikot eine richtig gute Figur. Heins hat sich mit hartem und systematischem Krafttraining seinen persönlichen Traumkörper antrainiert.

Von Jannis Johannmeier
Sein zweites Zuhause: Im Fitnessstudio hat sich Lukas Heins (28) seinen eigenen Traumkörper antrainiert.
Sein zweites Zuhause: Im Fitnessstudio hat sich Lukas Heins (28) seinen eigenen Traumkörper antrainiert. Foto: Jannis Johannmeier

Die Muskeln wirken wie ein Panzer, die Power beeindruckt – am Kreis wird ihn in der kommenden Saison wohl kaum ein Gegner mit fairen Mitteln stoppen können. Auf seinen 183 Zentimetern Körpergröße verteilen sich 93,7 Kilo Muskelmasse. Kein Wunder, dass auf seiner linken Brust ein Pitbull-Schädel tätowiert ist. Heins ist der besttrainierteste Handballer, den der TuS 97 je hatte, und Bielefelds Muskel-Mann am Kreis.

Heins, genannt »Bronko«, erklärt: »Alles hat vor zehn Jahren im Fitnessraum in Jöllenbeck angefangen. Ich wollte beim Handball einfach stärker und besser werden, um meine für einen Kreisläufer geringe Körpergröße auszugleichen. Ich wollte mir einen anderen Vorteil verschaffen, meine damals 85 Kilo waren nicht genug.«

Gesagt, getan. Heins trainierte so oft es ging und betrieb genau genommen zwei Sportarten. Handball und Kraftsport. Dafür verbrachte der Jürmker nicht nur fast jede freie Minute im Fitnessstudio oder in der Halle, sondern stellte seine Ernährung grundlegend um – vor allem im letzten Jahr. Um »Muskeln aufzubauen« schaufelte Lukas Heins 5500 Kalorien in sich hinein: Viel Eiweiß, also täglich große Portionen an Fleisch, Eiern und Fisch, zubereitet mit Reis und Nudeln. Im Durchschnitt liegt die Kalorienzufuhr eines Deutschen bei knapp 2400 Kalorien. Heins isst also mehr als das Doppelte.

Fünfmal die Woche ging Heins außerdem ins Gym, trainierte seine Muskeln genau nach Plan, jede Muskelpartie einzeln. Und seine Leistung entwickelte sich prächtig: Beim Bankdrücken schaffte »Bronko« Heins 160 Kilo. Zum Vergleich: Ex-Fußballnationalkeeper Tim Wiese, der sich ebenfalls dem Kraftsport verschrieben hat, drückt 150 Kilo. Heins ist also ein bisschen der Tim Wiese des Handballs!

Der Handballer verrät, wie das möglich wurde: »Ich habe mehr als ein Jahr nach Plan gegessen. Möglichst zu festen Zeiten und nicht besonders vielfältig. Mit Doping und anderen verbotenen Mitteln habe ich aber natürlich nichts zu tun. Das war und ist harter Wille, Disziplin und die richtige Ernährung. Aber besonders heftig waren die letzten vier Wochen.«

»Ich wollte nur noch Muskeln haben«

Jeden Morgen kochte Heins ein Kilo Hähnchenfleisch mit 15 Eiern und 60 Milliliter Sesam- oder Walnussöl für die »gesunden Fette«. Das teilte er auf sechs Mahlzeiten auf, abends gab es noch 200 Gramm Fisch mit fünf Eiern. Also täglich 20 Eier plus 1,2 Kilo Fleisch und Fisch – völlig ohne Kohlenhydrate, also Beilagen wie Reis, Nudeln oder Kartoffeln. Heins: »Während dieser Phase habe ich 2800 Kalorien zu mir genommen. Ich wollte nur noch Muskeln haben und das Fett loswerden.«

Dafür ging es jeden Morgen mit nüchternem Magen 45 Minuten aufs Laufband. Heins verzichtete zudem rund vier Monate auf Alkohol und schaffte es, seinen Körperfettanteil auf 8 Prozent zu reduzieren. Bei einem gesunden, durchschnittlichen Mann liegt der eigentlich bei 12 bis 20 Prozent.

»Ich wollte sehen, was möglich ist. Durch mein Fachwissen aus dem Job konnte ich meinen Körper perfekt trainieren. Dieses Wissen gebe ich auch gerne weiter, man muss nur in meinem Fitnessstudio vorbeischauen«, sagt Heins. Er arbeitet in der Fitness Factory in Werther und studiert Fitnessökonomie im Fernstudium in Hamburg – Heins konnte seine Leidenschaft also zum Beruf machen.

Und er möchte im Handball mit dem TuS 97 nochmal richtig angreifen. Heins sagt: »Durch meine Muskeln habe ich keinerlei Probleme mit Verletzungen. Dazu bin ich stark im Eins gegen Eins und denke, dass ich mich gegen jeden durchsetzen kann.«

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