Arminia gewinnt das 164. Traditionsderby gegen den VfB mit 7:1 – 2650 Zuschauer Fichte belohnt sich mit einem Tor

Bielefeld (WB). Auf diesen Moment hatten die Amateurkicker des VfB Fichte lange warten müssen. »Endlich haben wir wieder ein Tor gegen Arminia geschossen«, freute sich Fichtes Fußballchef Jobst Hölzenbein über das seltene Erfolgserlebnis. Am Ende behielten die DSC-Profis im 164. Traditionsderby gegen den VfB standesgemäß mit 7:1 (4:1) die Oberhand.

Von Arndt Wienböker
Arminias Andreas Voglsammer behauptet sich in dieser Szene gegen David Schwesig (Nr. 13), Ugur Pehlivan (20) und VfB-Keeper Lukas Hennig. Die DSC-Profis behielten im 164. Bielefelder Stadtderby gegen Fichte mit 7:1 die Oberhand.
Arminias Andreas Voglsammer behauptet sich in dieser Szene gegen David Schwesig (Nr. 13), Ugur Pehlivan (20) und VfB-Keeper Lukas Hennig. Die DSC-Profis behielten im 164. Bielefelder Stadtderby gegen Fichte mit 7:1 die Oberhand. Foto: Bernhard Pierel

2650 Zuschauer pilgerten am Sonntagnachmittag an die Bielefelder Rußheide und gaben dem Stadtderby damit einen schönen Rahmen. Passend zum Anpfiff kam auch die Sonne zum Vorschein.

Und die Arminen schienen direkt da weitermachen zu wollen, wo sie in ihren Testspielen gegen die Kreisligisten BSC Blasheim (22:0) und SpVgg. Oelde (17:0) aufgehört hatten. Steffen Lang köpfte den haushohen Favoriten bereits in der dritten Minute mit 1:0 in Führung. Danach allerdings suchte auch der neu formierte Landesligist mutig seine Chance nach vorn. Ein Solo von Baris Orhan mit angeblicher Abseitsstellung von Volkan Ünal (6.), ein Schuss von Furkan Ars (10.) und ein Abschluss von Lennard Warweg (12.) ließen Fichtes neuen Trainer Julian Hesse Beifall klatschen.

Die Tore fielen aber weiterhin auf der anderen Seite. Erneut Lang, Brian Behrendt und Manuel Junglas schraubten das Ergebnis auf 4:0 in die Höhe. Dann die 39. Minute: Nach einem beherzt vorgetragenen Konter und Vorarbeit von Ünal steht Clemens Bachmann zentral vor dem Tor goldrichtig und schießt den Ball an DSC-Keeper Daniel Davari vorbei ins Netz. Damit beendet der Stürmer auch eine lange Durststrecke des VfB. Sechs Jahre lang war Fichte gegen den DSC ohne Torerfolg geblieben. »Darum ist das auch ein besonders schönes Gefühl, denn man schießt ja nicht jeden Tag ein Tor gegen Arminia«, freute sich Bachmann, der den Ehrentreffer zudem als »verdienten Lohn« einer starken ersten Halbzeit bezeichnete.

So sah es auch VfB-Kapitän David Schwesig: »Wir hatten in der ersten Hälfte drei bis fünf gute Aktionen nach vorn und haben uns als Mannschaft gut verkauft.« DSC-Profi David Ulm bezeichnete den Gegentreffer als »unnötig«, wollte dies aber nicht überbewertet wissen: »Wir haben viele laufintensive Einheiten hinter uns und können jetzt eine Woche durchschnaufen. Dieses Derby in der Vorbereitung ist ein schönes Spiel für die Stadt Bielefeld.«

Der neue DSC-Trainer Rüdiger Rehm staunte erst einmal nicht schlecht, als 20 Minuten vor Spielbeginn bereits die Haupttribüne der Rußheide voll besetzt war. »So viele Zuschauer wie hier hatten wir in Großaspach in den Punktspielen.« Mit dieser Aussage hatte Rehm schon einmal die Lacher auf seiner Seite.

Zur Pause wechselte Rehm dann komplett durch – auch VfB-Coach Julian Hesse nahm viele Wechsel vor. Arminia bestimmte weiterhin das Geschehen auf dem Platz und ließ nun keine Chancen des Underdogs mehr zu. Christoph Hemlein, Kapitän Fabian Klos und Keanu Staude erhöhten auf 7:1. Weitere VfB-Gegentreffer verhinderte Timur Rieger, der gleich zweimal auf der Linie klärte. »Die Leistung war insgesamt gesehen nicht schlecht«, bilanzierte Rüdiger Rehm nach seinem ersten Spiel im Bielefelder Stadtgebiet. Allerdings hatte er auch einige Schludrigkeiten gesehen, was nach der Trainingswoche »normal« sei.

Der Westfalenliga-Absteiger zog sich unterm Strich achtbar aus der Affäre. Neu-Trainer Julian Hesse zeigte sich vor allem mit dem Auftritt in Halbzeit eins zufrieden: »Wir haben gut gestanden, auf Konter gelauert und die dann geduldig zu Ende gespielt. Mit Ball haben ich viele gute Ansätze gesehen.« Allerdings fand Hesse auch Kritikpunkte: »Ohne Ball waren wir in einigen Situationen nicht wach genug. Insgesamt müssen wir noch galliger werden.«

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