Handball-Oberliga: Jöllenbeck fehlt nach 26:30 gegen Sundwig/Westig ein Punkt zur Rettung – Endspiel in Loxten Zittern bis zum Schluss

Bielefeld (WB). Das Zittern geht weiter: Handball-Oberligist TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck hat seinen ersten Matchball im Kampf um den Klassenerhalt vergeben. Nach der 26:30 (14:14)-Heimpleite gegen HTV Sundwig/Westig benötigen die Jürmker am letzten Spieltag im OWL-Derby bei SF Loxten mindestens einen Punkt, um sich aus eigener Kraft zu retten.

Von Arndt Wienböker
Jöllenbecks Kapitän Leon Ludwigs spielte eine starke erste Halbzeit (sechs Tore) und sorgte für eine 14:11-Führung. Als Ludwigs dann in Manndeckung genommen wurde, verlor das TuS 97-Angriffsspiel an Struktur. Am Ende stand eine bittere 26:30-Pleite.
Jöllenbecks Kapitän Leon Ludwigs spielte eine starke erste Halbzeit (sechs Tore) und sorgte für eine 14:11-Führung. Als Ludwigs dann in Manndeckung genommen wurde, verlor das TuS 97-Angriffsspiel an Struktur. Am Ende stand eine bittere 26:30-Pleite. Foto: Peter Unger

»Das ist natürlich eine richtig blöde Situation, die wir uns aber selber eingebrockt haben. Jetzt haben wir einen echten Showdown, den wir nicht wollten. Das ist noch mal ein anderer Druck, der da auf die Mannschaft zukommt«, sagte Jöllenbecks Sportlicher Leiter Thorsten Lehmeier nach der Niederlage gegen Sundwig.

Das Zittern in der Sporthalle Jöllenbeck ging am Samstag nach dem Abpfiff weiter. Überall sah man Grüppchen stehen, die sich per Liveticker über die anderen Ergebnisse informierten. Und dann das: Der Vorletzte HSG Gevelsberg Silschede erzielt mit dem Schlusspfiff per Siebenmeter das 26:26 bei Handball Hamm II und sorgt damit für lange Gesichter in Jöllenbeck. »Unfassbar, aber das zeigt einmal mehr, dass du dich im Abstiegskampf nur auch dich selbst verlassen kannst. Wir haben die Situation selbst verschuldet und jetzt ein Alles-oder-Nichts-Spiel in Loxten«, fasst TuS 97-Kapitän Leon Ludwigs die Ausgangslage zusammen.

Vor dem letzten Spieltag hat Jöllenbeck als Tabellenelfter zwei Punkte Vorsprung auf Gevelsberg, aber den schlechteren direkten Vergleich. Und da davon auszugehen ist, dass Gevelsberg sein finales Heimspiel gegen Absteiger Ferndorf II gewinnen wird, müssen die Jürmker am kommenden Samstag in Loxten punkten. Es sei denn, die ebenfalls mit in der Abstiegsverlosung befindliche HSG Augustdorf/Hövelhof, die am Samstag ihr Heimspiel gegen Spenge mit 28:30 verlor, geht im Saisonfinale beim Tabellenvierten LIT Handball leer aus. Gegenüber den punktgleichen Augustdorfern (Platz zwölf) weist der TuS 97 den besseren direkten Vergleich auf, was am Ende auch entscheidend sein könnte.

»Wir haben es noch selbst in der Hand«

»Wir haben noch alles selbst in der Hand und werden uns akribisch auf das Spiel in Loxten vorbereiten«, kündigte TuS 97-Trainer Eric Husemann fast schon trotzig eine Reaktion an, nachdem die erste Enttäuschung verraucht war.

Vor dem letzten Heimspiel gegen Sundwig wurden Nils Grothaus (Handballpause), Benjamin Zöllner (TV Isselhorst), Fabian Poppe (Auslandsaufenthalt) und Daniel Edler (HSG Lemgo IV) verabschiedet. Und dann legte Jöllenbeck eine sehenswerte Anfangsphase aufs Parkett. Der überzeugende Leon Ludwigs traf mit seinem sechsten Treffer zum 14:11 (25.) und schürte die Hoffnung auf ein Happyend. Doch dann wurde Jöllenbecks Regisseur in Manndeckung genommen und damit verlor der TuS 97-Angriff an Kreativität und Durchschlagskraft, weil von den Halbpositionen im Rückraum einfach zu wenig kam. »Wir haben vorne zu viele Chancen vergeben und keinen richtigen Druck aufgebaut«, ärgerte sich Husemann.

So war die Führung bis zur Pause (14:14) aufgebraucht und ab dem 17:17 (39.) musste Jöllenbeck ständig einem knappen Rückstand hinterherhecheln. Nach einem verworfenen Meyer-Siebenmeter brachte Linkshänder Hermann Hippe sein Team noch einmal auf 24:25 (55.) heran, aber der Ausgleich sollte in der Schlussphase nicht mehr gelingen. Auch, weil Sundwig konsequent seinen Streifen zu Ende spielte und die Jürmker Deckung darauf keine passenden Antworten fand. »Unsere 6:0-Abwehr war auch nicht so stabil wie erhofft; trotz einer guten Leistung von Zsolt Kovacs«, meinte Eric Husemann. Das Nervenspiel geht also weiter – bis zum Schluss!

TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck: Kovacs, Weinholz – Grothaus (4), Heins (2), Niehaus (1), Hofemeier, Poppe, Schulte, Ludwigs (6), Hippe (5), Meyer (3), Mühlbeier, Zöllner (1), Kiel (4).

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