Tischtennis: Frantisek Placeks letzter Einsatz – Oldentruper Damen wollen das »Endspiel« in Lage gewinnen »Ferry den Abschied schwer machen«

Bielefeld(WB). Abschiedsstimmung bei der SV Brackwede: Nach vier Jahren wird der Tscheche Frantisek »Ferry« Placek den Tischtennis-Drittligisten an diesem Sonntag zum letzten Mal als Nummer eins anführen.

Von Jörg Manthey
Auf Wiedersehen, Frantisek Placek: Nach vier Jahren verabschiedet sich am Sonntag der tschechische Spitzenspieler von der SV Brackwede. Möglichst mit einem Sieg gegen Düppel.
Auf Wiedersehen, Frantisek Placek: Nach vier Jahren verabschiedet sich am Sonntag der tschechische Spitzenspieler von der SV Brackwede. Möglichst mit einem Sieg gegen Düppel. Foto: Thomas F. Starke

Um 14 Uhr wird der TTC Düppel erwartet, der im Hinspiel sicher mit 6:2 bezwungen werden konnte. Placek möchte den Fans natürlich siegreich in Erinnerung bleiben. Es dürfte ein emotionaler Nachmittag werden. Abteilungsleiter Thorsten List beteuert, dass er Placek »nicht ein Prozent« böse sei. Gleichwohl gehe ihm die Entscheidung des Tschechen, der berufliche Gründe für seine Umorientierung angibt, »sehr nahe«. Wenigstens suche sich Placek keinen anderen Verein in Deutschland. Vielmehr werde der Prager, der am Dienstag Zweiter beim Challenger-Turnier in Ochsenhausen wurde und dort erst im Finale Roko Tosic mit 2:3 unterlag, seine Karriere heimatnah bei einem tschechischen Erstligisten fortsetzen.

»Ferry war aufgrund der langen Anreise jedes Mal gestresst, wenn er hier war«, sagt List verständnisvoll. »Und er ist uns sehr dankbar. Er hat bei uns viel erreicht, ist erst hier richtig stark geworden.« Kurz vor der DM in Bielefeld hatte Frantisek Placek den Verein mit seinem Ansinnen konfrontiert. Sein Fortgang zwingt Brackwede zu einer Neuausrichtung. »Es geht für uns nicht mehr um den Aufstieg, sondern darum, eine gute Mannschaft zusammenzustellen, die attraktiven Sport bietet. Jung und dynamisch. Mal schauen, wie sich die Geschichte entwickelt.« Mit einem dritten deutschen Spieler aus der Regionalliga sei man sich einig, diesmal aus dem Westen. Es fehle einzig die Unterschrift. List: »Wir wollen ihn am Sonntag vorstellen.«

Nach dem Spiel wird »Ferry« Placek in lockerer Atmosphäre offiziell verabschiedet. »Wir wollen ihm den Weggang so schwer wie möglich machen«, plant List emotionale Momente mit Erinnerungsbildern seiner vier Brackweder Jahre. Eine Woche später will der Tscheche nochmal zurückkehren und seinen Ausstand geben.

TuS Brake unter Druck

»Wenn wir gewinnen, können wir es vielleicht noch aus eigener Kraft schaffen«, sagt Christian Butt, der designierte Abteilungsleiter des TuS Brake. Der NRW-Liga-Zehnte (12:28) empfängt den SC Wewer (14:26), der den ersten Nichtabstiegsplatz einnimmt. Brake rechnet fest damit, dass Wewer am Samstag um 18.30 Uhr seine im Winter »eingekauften« Profis Gleb Shamruk (8:0) und Kazimierz Wiszowaty (10:1) aufbietet. Das macht einen Heimsieg ungleich schwieriger. Der letzte Spieltag beschert Wewer eine Partie mit »Ausrutschcharakter« gegen den Zweiten Lüdinghausen, derweil Brake in Bad Oeynhausen nicht chancenlos scheint. Im Falle einer Relegation würde Brake Heimvorteil genießen. Nach dem aktuellen Stand wären der DSC Wanne-Eickel und TTC BW Grevenbroich die Gegner im Dreiervergleich. »Es sieht wohl so aus, dass die ersten beiden drin bleiben. Die Chancen stehen also gar nicht so schlecht. Wir sind guten Mutes«, erklärt Butt. Egal, wie’s ausgeht: Das Braker Team werde überwiegend zusammenbleiben. Auch Spitzenspieler Florian Lampe habe schon zugesagt.

»Rechner« Middendorf

Der VfL Oldentrup beim TTV Lage: Der vorletzte Spieltag der Verbandsligasaison führt an diesem Sonntag (11 Uhr) die beiden führenden Teams zusammen. Ein Finale. Das Duo weist jeweils 35:5 Punkte auf. Das Spielverhältnis (+7) ist entscheidend und macht Oldentrup zum Spitzenreiter. Das umkämpfte erste Treffen endete nach mehr als drei Stunden 7:7. Fünf Spiele gingen in den fünften Satz. Damals fehlten Lages Spitzenspielerin Valentina Klipsch (35:1), in der Rückserie noch ohne Niederlage, und auf Oldentruper Seite Daniela Dieckmann (28:7). Trainer Joachim Middendorf bietet am Sonntag Susann Woltersdorf, Daniela Dieckmann, Annette Middendorf und Daniela Rauschenbach auf – und hat mal vorsichtig durchgerechnet. »Ich glaube, wir gewinnen 8:6. Und das ist nicht einfach so dahergesagt.«

Eigentlich spielt der Sonntagmorgen mehr dem TTV Lage in die Karten. »Aber wir haben unser bestes Saisonspiel in Bergheim gemacht«, erinnert sich Middendorf gerne an das 8:3 zurück. »Wir machen uns nicht verrückt und wollen einfach nur eine gute Leistung bringen.« Bei einem neuerlichen Unentschieden benötigt Oldentrup noch einen finalen Sieg gegen Bergheim II. Sollten die VfL-Damen in die Aufstiegsrelegation der vier Verbandsliga-Vizemeister müssen, steht am 7./8. Mai in Bocholt die Saisonverlängerung an. Ausrichter der Spiele »Jeder gegen Jeden« wäre TSSV Bottrop, weitere Teilnehmer der Anrather TK RW II und FTV Düsseldorf. Diese Relegation ermittelt keinen direkten Aufsteiger, sondern eine Rangfolge für Nachrückerplätze. Middendorf: »Ich habe es aber noch nie erlebt, dass im Damenbereich keine Mannschaft zurückgezogen hat.«

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